das schwierige für insbesondre junge leute, die heute das links-rechts-spektrum navigieren, ist zu verstehen, dass diejenigen, die ihre "agency" und ihren "individualismus" nach außen tragen (dubai bewohner*innen, crypto influencer*innen, hussle bros), die wirklichen "non player character" in aktuellen welt sind.

es sind die, die alle zu "schafen" erklären, die die größten schafe sind, völlig ferngesteuert durch geld, clout und aufmerksamkeitsströme. es sind gestreamlinete kapitalismus-zombies.

gerade als junger mensch ist die suche nach agency (in wirklichkeit: nach selbstwirksamkeit) enorm wichtig.

für eine bestimmte gruppe junger leute konnte "fridays for future" eine zeitlang eine linkes "agencyangebot" machen. "komm, zusammen retten wir die welt."

das war naiv und seit die erzählung an der betonwand des fossilismus zerschellt ist, haben viele sich abgewendet und hecheln anderen agency-simulationen hinterher. crypto ist zwar noch naiver, aber legt sich nicht mit den eliten an.

@mspro Da stimme ich dir fast zu, bis auf das "naiv" - denn FFF hat ja bis einschließlich 2019 schon ordentlich Druck gemacht. Doch dann kam Corona, Ukraine, Inflation, Rechtsruck... Ich glaube FFF hatte schon das Potenzial, etwas zu bewegen (wurde ja anfangs auch durchaus wohlwollend rezipiert). Es war einfach nur sehr unglückliches Timing.
@lu_leipzig das hat nichts mit timing zu tun, sondern alles mit millioneninvestition in gegenkampagnen (springer, fdp, cdu, nius) und wer das immer noch nicht checkt, wird weiter gegen dieselben wände rennen.
@mspro Das eine schließt das andere ja nicht aus. Die Gegenkampagnen waren ja nicht Schuld an Corona. Und ja, Gegenwind wird es immer geben, aber das ist doch kein Grund es nicht zu versuchen?

@lu_leipzig natürlich musst du es weiter versuchen, aber doch nicht auf dieselbe gescheiterte art?

ein neuer angriff müsste als erstes die fossilmafia direkt angreifen, öffentlich entlarven, delegitimieren und politisch unfähig schießen. doch dafür gibt es aktuell keinen plausiblen pfad.

@mspro Ja aus vergangenen Fehlern lernen ist unbedingt erforderlich, das stimmt. Ich bin persönlich nicht genug im Klimaaktivismus drin um beurteilen zu können, ob diese Schlüsse nicht schon gezogen wurden. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Corona usw. dem Ziel im Weg standen, wirksam mediale Aufmerksamkeit für das Thema zu erzeugen. Wer es probiert hatte war ja die Letzte Generation, aber auf eine dermaßen unpopuläre Art und Weise, dass es wohl rückblickend betrachtet eher ein Eigentor war.