Faszinierend wir gar nicht merken, wie wir uns immer mehr in die Vereinzelung und die mehrfache gesellschaftliche Spaltung reinarbeiten. Und zwar sehr konzentriert und von beiden Seiten. Nur dass jede politische Seite stets für den eigenen Beitrag blind ist.

Von rechts kommen die Incels, die nichts mehr mit Frauen zu tun haben wollen.

Und von links streicht man Männer weg, feiert boysober und hält sich für völlig anders und richtig dabei.

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“Boysober”, “4B” und “Decentering Men” erklärt: Wieso immer mehr junge Frauen keine Männer daten wollen

“Boysober”, “4B”, “Celibacy” und der neue Trend “Decentering Men”: Warum junge Frauen Dating pausieren – und welche Gründe 2026 wichtiger geworden sind.

Glamour Germany

@captainfutura ich will dir gar nicht großartig wiedersprechen, aber ich halte das mal wieder für ein Sturm im Wasserglas.

Leute die nach irgendwelchen gescheiterten oder komplizierten Beziehungen erstmal keine Lust mehr darauf haben gibt es schon lange, jetzt sind davon halt ein paar Influencerinnen betroffen, machen es öffentlich und geben dem Phänomen einen Namen.

Online-Dating und Social Media sind natürlich Mechanismen, die das Ganze verstärken.

@schoenix @captainfutura

Ja, ich glaube auch, dass die kommunizierte Strenge nicht tatsächlich realisiert wird.

Zu finden zum Beispiel auch bei Frauen, die vermitteln, dass ihnen Gleichberechtigung und die Sichtbarkeit von Frauen in Männerdomänen wichtig sind und dann gemeinsame Sache mit Männern, die erklären, dass die Frau am Herd stehen müssen oder mit Männern, die öffentlich belästigend mit ihnen umgehen, machen, was ich dieses Wochenende miterleben musste. Abgesehen davon, dass ich es persönlich sehr unglaublich frustrierend finde, bietet sich hier die Analogie an, dass diese Inkonsequenz auf die Boysober-Bewegung genauso Anwendung finden wird.

Sowieso scheint es nur um kurze Zeiträume von mehreren Monaten zu gehen.

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Bezüglich politischer Himmelsrichtung rechts/links gebe ich zu bedenken, dass mir in als links verstandenen Gruppen bisher keine große Boysober-Prägung aufgefallen ist. Ja, das Phänomen mag dort bekannt sein, ist aber m. E. nicht automatisch mit einer linken Einstellung verknüpft.

Auch dass es ein Social-Media-Trend sein soll, sehe ich in meinem Fediverse-Feed nicht, insofern muss hier auch niemand wirklich dagegenarbeiten, oder? Eher ein Tiktok-Problem, scheint mir.

Randaspekt I: Die Idee der Boy-Sober-Bewegung kommt aus Südkorea. Dort gibt es viel partnerschaftliche Gewalt, die durchaus auch im öffentlichen Raum sichtbar ist. Ich halte eine daraus folgende abstinente Lebensweise für legitim und ausreichend begründet.

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Randaspekt II: Es gibt Menschen, die spezifisch keinen Bock auf Sex haben, und für diese kann eine solche Bewegung einen Identifikationspunkt und eine Ausdrucksmöglichkeit bieten, auch wenn es natürlich nicht dasselbe ist.

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Randaspekt III: Vor kurzem ging hier im Fediverse rum, man solle in aktivistischen Gruppen nicht so streng mit politischen Querschlägern sein, schließlich müsse man Kräfte bündeln. Im bayrischen Karneval wurde thematisiert, dass man sich auch trotz starker gegenseitiger Ressentiments miteinander auskommen soll, was einen sehr langen Applaus in der Show mit sich brachte.
Ich persönlich bin jedoch im Zweifel, ob eine politische Beliebigkeit auf Dauer tragfähig ist. Stark polarisierte Haltungen gab es in der Bundesrepublik doch schon früher, z. B. zu RAF oder Mittelstreckenraketen. Und aufgrund der Polykrisen sind die Themen, die als Treiber der Polarisierung gelten, doch wirklich dringende Themen, wieso sollte ich diesbezüglich denn stillhalten?

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[Zeichenlimit ist irgendwie vglw. kurz?]