Heute vor 32 Jahren:
Am frühen Morgen des 16. März 1994 bricht gegen 3:30 Uhr in einem Wohnhaus in der Geißstraße 7 in Stuttgart ein Feuer aus. Innerhalb kurzer Zeit steht das Gebäude in Flammen. Sieben Menschen sterben, darunter zwei kleine Kinder und ein ungeborenes Kind. Viele weitere Bewohner:innen werden verletzt.
Der Täter, Andreas H., ein Serienbrandstifter aus der Region, wurde 1996 wegen Mordes in sieben Fällen, versuchten Mordes in 86 Fällen sowie mehrfacher Brandstiftung verurteilt. Er erhielt eine Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung, in der er sich bis heute befindet.
Initiativen und Forschende sehen die Tat auch im Kontext der Welle rassistischer Gewalt der frühen 1990er-Jahre. In dem Haus lebten überwiegend Menschen mit Migrationsgeschichte. Obwohl es Hinweise und Diskussionen über mögliche rassistische Motive gab, wurden diese in den Ermittlungen und im Urteil nicht als Tatmotiv festgestellt. Bis heute ist offen, ob rassistische Hintergründe der Tat unzureichend berücksichtigt oder politisch heruntergespielt wurden.
Auch mehr als drei Jahrzehnte später erinnern Überlebende, Angehörige, Initiativen an die Opfer und an die Ereignisse dieser Nacht.