Ein Aspekt bei der Ablehnung neuer Atomkraftwerke liegt sicher auch darin, dass die Nutzung der #Atomkraft seit Beginn mit Lügen, Vertuschen, Intransparenz, Leugnen der Gefahr und anderen seltsamen Vorgängen einhergeht, die teils voller krimineller Energie stecken. Beispiele: Asse, Karen Gay Silkwood, Kyschtym-Unfall, Experiment "Green Run" in Hanford Site, systematische Verklappung von Atommüll im Ärmelkanal und die Einleitung radioaktiven Wassers in die Nordsee. https://www.zeit.de/green/2022-06/radioaktiver-abfall-la-hague-abwasser-atommuell-aermelkanal/komplettansicht

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Radioaktiver Abfall: Und der Atommüll fließt weiter ins Meer

In La Hague läuft radioaktives Abwasser in den Ärmelkanal. 2020 hätte Schluss sein sollen, sagen Umweltschützer. Ein Lehrstück über den Wert internationaler Abkommen

DIE ZEIT

Für mich sind das keine seltenen Einzelfälle, sondern weltweit anzutreffendes und teils planvolles bzw. systematisches Vorgehen. Auch die extremen Kostensteigerungen und Bauzeitverlängerungen bei Atomprojekten fallen für mich in diese Kategorie. Ohne diese ganzen Vorgänge wäre die zivile Nutzung der Atomkraft im vorhandenen Ausmaß sicher nur schwer möglich gewesen.

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Exemplarisch dazu ein Zitat aus der Wikipedia zum Kyschtym-Unfall, der durch seine Lokalität lange Zeit im Ausland unbekannt war: "Die Enthüllungen von Medwedew wurden damals von westlichen Wissenschaftlern bezweifelt. Medwedew selbst vermutete dahinter das Interesse, Atomkraft als ungefährlich erscheinen zu lassen, da zu dieser Zeit in vielen westlichen Ländern Kernkraftwerke gebaut wurden."

https://de.wikipedia.org/wiki/Kyschtym-Unfall

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Kyschtym-Unfall – Wikipedia

Im Kontext des Kyschtym-Unfalls hat auch die Geschischte des dortigen Karatschi-Sees ein paar leckere Details.

"Die Strahlungsbelastung am Ufer des Sees lag vor oder um 1991 im am stärksten belasteten Bereich bei etwa 6 Gray pro Stunde. Für ungeschützte Menschen wäre diese Strahlung bereits nach einer Stunde tödlich."

"Nach einer Trockenheit trug der Wind im Jahre 1968 radioaktiven Staub von der trockengefallenen, früher vom See bedeckten Fläche weg und belastete eine halbe Million Menschen sowie eine Fläche von 1.800 km² mit 185 Peta-Becquerel an Strahlung (fünf Millionen Curie), einer ähnlichen Aktivität, wie sie in Hiroshima nach dem Abwurf der Atombombe Little Boy freigesetzt wurde."
@neuimneuland danke dir, ich kannte die Geschichte noch nicht. Aber was ich daran immer wieder krass finde: die tatsächliche Gefahr der radioaktiven Substanzen ist nicht absolut, sondern eine Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, Krebs zu bekommen - bei den Anwohnern dieser Katastrophe dann auch nur ca die Hälfte der 72 Leukämie Fälle auf diese Katastrophe rückführbar?! Das ist für mich total verrückt, dass man neben so einem Ground Zero leben kann, und eigentlich fast nichts merkt?!
@neuimneuland verstehe mich bitte nicht falsch, das ist schlimm, aber intuitiv (und nach dem Studium der Physik mit Strahlenschutz Lehrgang) habe ich echt schlimmeres erwartet. Irgendwie faszinierend.
@neuimneuland https://www.nature.com/articles/bjc2013614 Quelle zu den zusätzlichen leukämie Fällen in der Anwohner Gruppe
Leukaemia incidence in the Techa River Cohort: 1953–2007 - British Journal of Cancer

Little is known about leukaemia risk following chronic radiation exposures at low dose rates. The Techa River Cohort of individuals residing in riverside villages between 1950 and 1961 when releases from the Mayak plutonium production complex contaminated the river allows quantification of leukaemia risks associated with chronic low-dose-rate internal and external exposures. Excess relative risk models described the dose–response relationship between radiation dose on the basis of updated dose estimates and the incidence of haematological malignancies ascertained between 1953 and 2007 among 28 223 cohort members, adjusted for attained age, sex, and other factors. Almost half of the 72 leukaemia cases (excluding chronic lymphocytic leukaemia (CLL)) were estimated to be associated with radiation exposure. These data are consistent with a linear dose response with no evidence of modification. The excess relative risk estimate was 0.22 per 100 mGy. There was no evidence of significant dose effect for CLL or other haematopoietic malignancies. These analyses demonstrate that radiation exposures, similar to those received by populations exposed as a consequence of nuclear accidents, are associated with long-term dose-related increases in leukaemia risks. Using updated dose estimates, the leukaemia risk per unit dose is about half of that based on previous dosimetry.

Nature
@codingGarden Naja, die Datenlage zudem Vorfall und seinen Folgen ist sehr dünn, um es vorsichtig auszudrücken. Solche Studien müssen sich daher auf das beschränken, was Jahrzehnte später noch herleitbar ist. In der Studie geht es anscheinend auch um Menschen, die niedrigen Dosen ausgesetzt waren, durch Einleitung radioaktiver Abfälle in den Fluss Tetscha aus der Anlage in Mayak. Es geht nicht um Opfer des Kytschtym-Unfalls oder die Strahlung aus dem Karatschi-See.
@codingGarden "The Techa River Cohort of individuals residing in riverside villages between 1950 and 1961 when releases from the Mayak plutonium production complex contaminated the river allows quantification of leukaemia risks associated with chronic low-dose-rate internal and external exposures."
@codingGarden "The TRC members were exposed to external γ-radiation exposure from contaminated river sediments and flood plain soil and internal exposure from radionuclides including strontium89, strontium90, and caesium137 from the consumption of contaminated water, milk, and food products following the release of radioactive waste into the River by the Mayak Radiochemical Plant between 1949 and 1956"