es ist alles so dumm.

- dass die straße von hormous ein schmerzpunkt für die halbe weltwirtschaft ist und dass iran sie als erstes schließen wird, ist kein geheimnis, sondern ist bereits x mal passiert und steht in jedem handbuch.
- dass die golfstaaten alle in shahedreichweite liegen, von denen iran zigtausende hat und tausende pro tag produzieren kann, für 30k das stück, ist nicht seit gestern so.
- dass iran gebirgig ist, was supplylines für eine bodenoffensive schwierig macht, ist bekannt.

iran war eine falle, um die die usa jahrzehntelang rumgetänzelt sind, weil sie all das wussten.

es brauchte jahrzehnte beschwörung durch israel, die usa da reinzuziehen und vor allem die selbstüberschätzung eines trumps, und den wahnsinn seiner christlich zionistischen anhängerschaft, die mit dem krieg literally armageddon herbei beschwören wollen, um in diese falle zu tappen.

seit dem zweiten golfkieg arbeitet die usa immer mit einer "shock & awe" doktrin. überwältige deinen gegner mit einem donnerwetter aus luftschlägen und raketen und überroll sie dann mit viel material.

das funktioniert hier nicht. sie haben es nicht mal geschafft, lufthoheit herzustellen.

zur bodenoffensive. die taliban hatten zur afghanistaninvasion nicht mal 100.000 kämpfer. der iran hat zusammengenommen über eine million.

die wie die taliban im gebirge verschanzt sind, nur tiefer.

und mit besserem material natürlich. vor allem raketen und drohnen haben sie ohne ende gestapelt, genau für diesen fall.

bleibt die frage der a-bombe. tja.

ich denke, russland und china werden klar machen, dass ein einsatz durch die usa oder israel folgen haben wird. hoffentlich.

und was die politische stabilität des iran angeht: es gibt keinen fall in der geschichte, wo ein angriff auf ein land nicht zu mehr kohäsion zwischen regierung und bevölkerung geführt hätte.

trump hat den ayatollah ausgeschaltet, aber gleichzeitig ideale voraussetzung für eine stabile regierungs-transition geschaffen.

schaut euch mal dieses interview an. die freude des iranischen außenministers über die situation ist ihm deutlich anzumerken. das ist der tag, auf den sie jahrzehnte hingearbeitet haben.

https://www.youtube.com/watch?v=e33tvx9wfs0

Full exclusive interview: Iranian Foreign Minister Abbas Araghchi speaks to NBC News

YouTube

@mspro Also dem letztjährigen Zwölf-Tage-Krieg folgte als "kohäsion zwischen regierung und bevölkerung" eine Protest-Intensität gegen's Regime das selbiges bekanntermaßen nur mit einem Massenmord in die Zehntausende temporär "beruhigen" konnte.

Den jetzigen Angriffen folgen exiliranische Dauer-Partys voller tränenreicher Danksagungen fürs langerwartete Richten Chameneis, und zur Stimmung vor Ort in Teheran hat die iranische Journalistin Mahtab Qolizadeh Zitate gesammelt ( https://taz.de/Stimmen-aus-Iran/!6161170/ ):

  • "Dies ist eines der schönsten Gefühle meines Lebens[… ]Ich habe keinen Zweifel, dass die andauernden Bombardierungen nicht übertrieben sind. Sie sind nötig für den Sturz des Regimes. Mein einziger Wunsch ist, dass die Islamische Republik zusammenbricht, so schnell wie möglich."
  • "„Es stimmt, wir fürchten uns“, fährt sie fort. „Aber Freiheit hat einen Preis, und wir sind bereit, ihn zu bezahlen. Mein Haus ist in einem Gebiet, wo viele Raketen und Bomben gefallen sind. Aber wir bleiben hoffnungsvoll."
  • "Immer wenn wir eine Explosion hören, rufen wir zusammen: ‚Kapituliert, kapituliert.‘ Was die Leute in Iran jetzt am meisten wollen, ist, dass die Islamische Republik so schnell wie möglich kapituliert. Mit jedem Tag sehen wir mehr Zerstörung in unserem Land wegen des Abenteurertums der Islamischen Republik. Die Hauptverantwortlichen sind die Offiziellen der Revolutionsgarden und der Islamischen Republik."
  • "Hier fürchten wir nur eines: dass die USA und Israel von Iran ablassen, ohne die Islamische Republik zu stürzen. "
  • "Sollte die Islamische Republik sich für die Kapitulation entscheiden, wird das zum Nutzen des iranischen Volkes sein."

Für eine tiefere Bestandsaufnahme zur (Un-)Wahrscheinlichkeit eines Rally-around-the-Flag-Effekts ums Regime empfehle ich dieses vorgestrige Interview mit Ali Massoud Ansari, der umfangreich zur jüngeren Geschichte Irans gearbeitet hat: https://podcasts.apple.com/hr/podcast/iran-the-long-road-to-war/id1443491069?i=1000754791156

@plom ich habe großes verständnis für exil-iraner und ihre wünsche, aber das sind es halt: wünsche. ihre wünsche. nicht unbedingt, die der masse der bevölkerung im land.

natürlich wird dir jeder exilkubaner erzählen, dass das regime in havanna wegmuss. der westen lässt sich von exilanten immer gerne beraten, denn die erzählen ihnen, was sie hören wollen. das war schon in vorbereitung des irakkrieg so.

@plom falls du mal einschätzungen außerhalb deiner nato-propaganda-blase hören willst, hier entlang https://www.youtube.com/watch?v=6flBF6KKXHw
Experts Warn the Iran War Could Get Much Worse

YouTube

@mspro Wo(ran) unter den genannten Quellen identifizierst du NATO-Propagandisten? (Steht die NATO zum Irankrieg nicht in einem eher seitlichen Verhältnis? Das eine Mitglied in aktiver Rolle will sie ja bekanntermaßen eher loswerden, und Mitglieder wie Spanien demonstrieren alles Andere als Rückhalt dafür.)

(Und von Hasans diesmaligen Qualitätsgästen hab ich jetzt immerhin gelernt, dass Lindsay Graham nach Alkohol stinke, und der nächste islamistische Terror-Anschlag gewiss "wieder" israelische False-Flag-Aktion sei, wie bekanntlich schon der Botschaftsanschlag '94 … Naja!)

@plom ich seh das so: es gibt keine nicht-natopropaganda in den massenmedien der nato länder und dabei ist es egal, welche materielle rolle die nato gerade im konflikt spielt.

dabei geht es nicht um die manufaktur von fakten, sondern einer speziifschen perspektive und diese perspektive wird durch gästeauswahl und sprechformeln kreiert und aktualisiert.

und du bist ein propagandaopfer, nicht weil du dies oder das glaubst, sondern weil du es nicht schaffst, ausserhalb der perspektive zu denken.

@mspro @plom
Und kannst du diesen Punkt jetzt auch so formulieren, daß du ihn nicht als "du Opfer" beleidigst?

@slowtiger Passt schon, ich seh zwar dass man das so lesen kann (insofern danke für den Einsatz!), denke aber es war eher gemeint als feststellendes "Dir wird ein Ungemach zuteil durch x (= Propaganda)".

@mspro aber: Woran lokalisierst du denn diese Grenzen meiner Denkperspektive? Und wodurch (falls denn) siehst du deine eigene Denkperspektive über selbige Grenzen hinwegschreiten?

@plom @slowtiger es sind deine frames, durch die du blickst. das sind nicht deine frames, sie sind weit verbreitet und bewusst gestreut: ein konglomerat von narrativen, die die eigene sicht strukturieren:

sowas wie „israel hat das recht sich zu verteidigen“, es habe ein "existenzrecht", es sei „die einzige demokratie im nahen osten“, oder, vor allem auch „israel ist ein resultat des holocaust“, auch gerne gesehen: „ein palästinensisches volk gibt es nicht, also gibt es keine nakba“.

@plom @slowtiger all diese narrative sind falsch oder zumindest extrem irreführend. das weißt du eigentlich auch, deswegen ratterst du immer irgendwelche historischen daten runter, wo irgendwer böse zu irsael war und vergisst das bigger picture.

zionismus ist ein neokoloninalistisches projekt (lies die gründungsdokumente), das lange vor dem holocaust begann und immer schon expansiv war und derzeit eine brutale expansionseskalation verfolgt, um ein großisrael im nahen osten zu errichten.

@plom @slowtiger und nein, das ist keine antisemitische verschwörungstheorie, das sagen diese leute. das sagt netanyahu seit jahrzehnten. "jewish supremacy" is a thing und es droht gerade die halbe welt zu zerstören.

@mspro Glaube du verwechselst mich mit der Bahamas. Verfolge für meine Orientierung lieber progressive Kräfte vor Ort wie Standing Together, und palästinensische Friedensaktivistis wie z.B. Hamza Howidy, UTTNs Amira Mohammed und Ibrahim Abu Ahmad, oder (bsky) Rima Anabtawi.

Die alle arbeiten und streiten wider Netanjahu, Kahanismus, Siedlerterrorismus, Besatzungsregime, Straflosigkeit israelischer Kriegsverbrechen, Diskriminierung palästinensischer Israelis – und gegen Hamas & Co., Antisemitismus innerhalb der Bewegung, Märtyrer- und Militanzkult, verhärtete Feindbilder, Kooptation durch Islamismus und säkuläre Autoritarismen, Verflachung ihrer Situation zur Projektionsfläche anders gelagerter Kämpfe, und Instrumentalisierung für solche vorbei an (oder sogar gegen) was es vor Ort tatsächlich brauche.

Was sich mir unterm Einfluss solcher regionalen Stimmen als Perspektive auffaltet, kommt mir weiterhin vertrackter vor als was ich bei dir lese. Auch daher die Neugier, was diese Differenz herstelle – etwa: deinerseits Stimmen anderer aktivistischer Kontexte den Vorzug geben (welchen und jeweils warum?), oder: andere Formeln/Verrechnungsverfahren, diese in eigene Perspektive zu überführen? Verstanden hab ich schon, dass du ein "tief im arsch der westlichen perspektive"[*]-Stecken als Faktor bei mir siehst; was das konkret bedeute (auch, inwieweit etwas wie genannte Mühe um Direktperspektive aus der Region da gegen wirke oder gerade nicht), bleibt mir aber schwammig. Vielleicht nützt die Gegenfrage:

Woran erkennst du dich selbst vergleichsweise (mindestens zu mir, vermutlich auch Anderen) entwestlicht, und wie/wodurch siehst du dich dorthin gelangt?

[*] https://fnordon.de/@mspro/116013485306923635

Michael Seemann (@[email protected])

@[email protected] ja, ich hatte definitiv einige liberalismen in mir, die ich immer wieder scheibchenweise loswerden musste (so tief im arsch der westlichen perspektive wie du war ich allerdings nie). und jedesmal, wenn ich dachte, ich bin da raus, fall ich wieder aus allen wolken und merke, ich wars doch nicht. aber den epsteinkskandal in skope, tiefe und krassheit nicht umgehauen zu sein, erfordert entweder oberflächliche beschäftigung oder mitwissertum. das 21. jahrhundert muss umgeschrieben werden.

Fnordon

@plom

erstamal: ich finde das löblich, dass ihr euch gegen antisemitismus in der hamas engagiert, ich hoffe ihr habt erfolg.

die entwestlichung meiner perspektive habe ich auch an stimmen aus der region, aber vor allem aus ihren theoretiersierungen zum beispiel im postkolonialsimus geschult, aber dann auch versucht zu operationalisieren.

was dir und vielen in der betrachtung fehlt, ist der vektor "macht". das ist ein geburtsfehler des westlichen subjekts und seiner perspektive.

@mspro @plom
Ich hab hier einige wenige "uralte" Geschichtsbücher, die Narrative sind mir vertraut. Mich ärgert, daß "wir" heutzutage immer noch in solchen alten Kategorien denken, also Nationalstaaten, "rechtmäßige" Kriege, Hegemonien und Rohstoffsicherung - eine Zeitlang war SF mein Ausweg und Vorrat besserer Lösungen, aber das ist inzwischen vermintes Gelände, Kolonialismus verpackt als kosmos-weite natürliche Lebensform.
@mspro Die von Qolizadeh gesammelten Zitate sind aus Teheran, nicht dem Exil.

@plom @mspro

Das Problem ist nicht das sich alle gegen ein Regime stellen. Das ist in dem Fall leicht.

Das Problem ist das sich die Bevölkerung nach dem Sturz eines Regimes gemeinsam auf eine neue Regierung einigen muss.

Das ist viel schwerer!
Und wenn das scheitert führt das oft zu einem langen Bürgerkrieg und ermöglicht den Aufstieg von anderen Radikalen wie z.B. dem IS

@mspro soviel Dummheit wie mit dem Irankrieg hatte ich wirklich nicht auf der Bingokarte.
Ich hätte eher mit einem Krieg um Taiwan oder einer Ausweitung des Kriegs in der Ukraine gerechnet.
Ich hoffe, dass sich die Europäer in diese Idiotie nicht mit reinziehen lassen.

@daccle @mspro

Die zugegebenerweise zynische Frage ist:
Ist das für uns unterm Strich gut oder schlecht?

Kurzfristig profitiert Russland.
Langfristig nicht (weil Iran sie nicht mehr unterstützen kann).

Kurzfristig profitiert BigOil weil sie die Preise hoch treiben können.
Langfristig nicht, weil die Erneuerbaren selbst ohne Subventionen immer atraktiver werden.

Und so viele andere Punkte die da dran hängen.

mMn sind die Einzigen die sicher verlieren die USA

@Eskalator @daccle es wird sich jetzt in kurzer zeit sehr viel ändern. nicht alles wird ganz schlecht, es wird auch neue chancen geben. aber es wird nicht schön.

@mspro @daccle

mögest du in interessanten Zeiten Leben

Ein angeblich chinesischer Fluch.

@mspro Könnte die Folge einer A-Bombe durch #Israel oder #usa nicht eine schmutzige Bombe #irans auf #israel sein?
Angereichertes Uran haben sie vermutlich noch

Schlimm das solche 'Gedankenspiele' Relevanz entwickeln könnten

@mspro ach, wenn man denen sagt, daß man keine Gefangenen macht, ergeben die sich bestimmt schnell