Die Union fordert gerade nonstop die Rückkehr zur Atomkraft. Gleichzeitig schafft Deutschland es nicht einmal, seinen bestehenden Atommüll zu managen: Die Bergung der Fässer aus der Asse wird nun auf unbestimmte Zeit verschoben (statt wie geplant 2033), während immer mehr Grundwasser in das marode und inzwischen instabile Bergwerk eindringt. In der Schachtanlage liegen rund 126.000 Fässer in 13 Kammern.
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Noch einmal zur Dimension: In Asse lagert Atommüll aus den Sechziger- und Siebzigerjahren. Eine einzige Generation profitierte von der Kernenergie – die nächsten 33.000 bis 40.000 Generationen müssen mit den Risiken leben, das Wissen darüber weitergeben und die Kosten tragen. Allein die Vorbereitungen für eine mögliche Bergung werden von der Bundesgesellschaft für Endlagerung auf mehr als drei Milliarden Euro geschätzt. So viel zur "billigen" Kernenergie.
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Und Asse ist nur die Spitze des Problems: Selbst für den hochradioaktiven Müll Deutschlands gibt es weiterhin kein Endlager. Ein Zeitpunkt für eine Standortentscheidung wird inzwischen nicht einmal mehr vom Umweltministerium genannt.

Man hat uns damals in einen Flieger gesetzt, der sofort abhob – und nun stellt sich heraus, dass es für diese Reise keinen Landeplatz gibt. Und die Union will ernsthaft noch mehr Flugzeuge hinterherschicken.
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„Bankrotterklärung“: Start der Atommüll-Bergung aus der Asse wieder völlig offen

Ein BGE-Mitarbeiter geht durch die Schachtanlage Asse II im Landkreis Wolfenbüttel. Den lange angekündigten Rückholplan wird es nicht geben.

Braunschweiger Zeitung

@avatter

Um es ganz klar zu sagen: Asse wird nie leergeräumt werden. Damit das Ganze einen Sinn hat, müsste mindestens 90% des Atommülls sicher umgelagert werden, besser 99% oder 99,9%. Derartige Ziele sind angesichts des Zustandes vor Ort eine Illusion. Also lässt man es bleiben und muss jetzt schauen, dass oben nichts rauskommt, und austretende Radioaktivität irgendwie abfangen (Ionenaustauscher, eindampfen und Rückstände lagern, ...).