Gestern war ich bei der #C3Selfhosting User Group. Und es waren (mal wieder) überwiegend als Männer gelesene Personen dort.

Warum ist das so und viel wichtiger: Wie können wir die Diversität an der Stelle erhöhen?

Ich mache mir Gedanken darüber und freue mich über euer Feedback / eure Meinung.

#selfhosting #homelab #linux #diversity

@sihaha Warum sollte man die Diversität ändern wollen/sollen/müssen?

@rainer

Höhere Diversität heißt höhere Resilienz. Breitere Akzeptanz, passendere Lösungen.

Ist jedenfalls für mich so.

@sihaha
Es ist schwierig.
Ich suche für mein Team in Berlin Verstärkung.
Und ich würde aktuell jede weiblich gelesene Person vorziehen.
Aber die Lage ist angestrengt.
Momentan bekomme ich wirklich nur ganz schlimme CVs auf den Tisch. 😔
@sihaha fühl mich zumeist nicht angesprochen oder eingeladen. Und spaces, die überwiegend aus Männern bestehen, sind immer auch 'gefährlich' für Frauen und nichtbinäre Menschen. Nicht immer im Sinne körperlicher Übergriffe, aber auch in der Demonstration männlicher Überlegenheit (und wenns nur um Technikwissen geht) und dem Verwechseln von Freundlichkeit mit Flirten. Es ist ein gesellschaftliches Problem und im Kleinen reproduziert sich das große System.

@onni

Danke für deine Antwort 🙏

D.h. mal einen Termin machen: „Erste Schritte im selfhosting - Warum überhaupt?“ So wie die Serie von Katja und Mike zum #unplugbigtech aufgezogen ist?

Oder was wäre etwas wo du dich angesprochen fühlen würdest?

@sihaha Ich hab grad zum ersten Mal selfhosting (immich) ausprobiert u such mir meine Infos aus alten Webseiten (die neuen sind KI-Müll/Videos find ich doof). Ne Begleitperson oder auch -Serie zu haben wäre schon cool!
Gleichzeitig denke ich auch, dass fehlende Diversität und eben die theoretische Unsicherheit des spaces per se in lokalen Gruppen an-/begesprochen werden sollte. Damit Umgangsformen entstehen, die einladen und wertschätzen! Dann komm ich gern rum und bin Teil von Gruppe.
@sihaha
@Rhabarberbaer

Mein persönlicher Verdacht ist, dass männlich inklinierte Menschen die Einfachheit eines Computers eher der Komplexität anderer Menschen vorziehen, da mensch dafür weniger emotionale Intelligenz benötigt. Darum verbringen sie gerne mehr Zeit damit. Programmieren war zwar mal Frauenarbeit, aber nur solange es schlecht bezahlt war. Seit damit Profit zu machen ist, sind Computer Teil des Jungenentertainment (siehe sämtliche Nickelodeon-Serien).

Und wenn die Kohle dann läuft, ist es relativ einfach, die Frauen aus dem Job zu kriegen. Begrabschen und schikanieren bis sie von selber gehen.

Und ein paar Jahrzehnte später fragen sich dann Leute, wo die Frauen sind.

@flaubau @Rhabarberbaer

Danke für deine Antwort.

Magst du noch was zu der, mir viel wichtigeren, Frage, was ich/wir als UG verändern können schreiben?

@sihaha
@Rhabarberbaer

Ah, danke für die Erinnerung!
In der Tat habe ich selber mal geschafft, einen nerdigen Raum umzudrehen. Da hängen jetzt teilweise 50% Frauen rum! Die Männer*, die dort geblieben sind, mögen das und tragen die Sicherheit, die sie ihren Kolleginnen* vermitteln, wie einen hart verdienten Orden.

Das war viel Arbeit.

Hier eine Anleitung:
1. Mach dem Kollektiv klar, dass es besser wäre, wenn mehr Frauen da wären. Vorher helfen die nich mit.

2. Entfernt gemeinsam alle Menschen aus euren Reihen, die mehr Frauen dabeihaben wollen, weil sie sie volljammern, angraben, ansabbern und antatschen wollen. Macht das wirksam und dauerhaft. Solche Leute gründen dann anderswo aus Rache Incel-Organisationen. Aber das nur, weil ihr vorher deren unfreiwillige Incel-Organisation wart.

Incel-Orgas sind ein sehr altes Problem, älter als die Landwirtschaft. Dazu könnte mensch mal nen Studiengang aufmachen.

3. Verfasst gemeinsam eine Hausordnung, die sich klar gegen Diskriminierung stellt und hängt die gut sichtbar an mehreren Stellen auf. Baut auch Organe, die das durchsetzen. Ein Awareness-Team wäre gut. Hängt die Kontakte des Awareness-Teams in die Klos, nebens Waschbecken, an die Bar etc. Kleiner Disclaimer: Awareness ist immernoch in den Kinderschuhen und wird gerne auch mal instrumentalisiert. Auch einige Frauen* können mit dieser Macht noch nich gut umgehen. Seid darauf vorbereitet. Ihr tretet damit dem Entstehungsprozess eines Tools bei, zu dem ihr beitragt.

4. Macht einen Lesekreis zum Thema Männlichkeit. Während Covid war wenig zu tun und da haben unsere Jungs* das einfach mal gemacht. Queers und Frauen* durften auch mitmachen. Das war unglaublich erhellend für alle. Wir hatten damals das Buch "Boys don't cry" zusammen gelesen.

5. Sorgt für kreative Auslebungsmöglichkeiten. Wenn jemand einsam ist oder gestresst, kann mensch das helfen, sich besser zu fühlen. Das sorgt wiederum dafür, dass anwesende Frauen* weniger Arbeit haben. Ein Kollektiv von 10 Leuten bedarf zb der ständigen Anwesenheit von 2-3 funktionierenden Gitarren.

6. Nachdem ihr ein paar Monate lang an euch gearbeitet habt, macht mal wieder eine Party und bewerbt die dort, wo auch Frauen* es sehen können. Ihr müsst nicht plakativ inklusiv sein, könnt aber die einschlägigen Symbole mit auf den Flyer klatschen (wo Queers, Anarchos und Freiheitsaktivisti sind, gehen Frauen lieber hin).

7. Nachdem sich erste Frauen bei euch angesiedelt haben, fängt die richtige Arbeit an. Sexismus ist ein Kriechöl und es ist fortlaufende Arbeit, ihn aus dem Raum zu halten. Haltet also immer 1-2 Leute bereit, die sich für das Thema verantwortlich fühlen, die zu Schulungen gehen, die die Infos ans Kollektiv weitergeben und neue Erkenntnisse anwenden. Und irgendwann, wenn mal die Kapas da sind, könnt ihr euch Gedanken darum machen, ob und wie den ausgestoßenen Incels geholfen werden kann.

@flaubau
Was genau sind ~ Frauen* ~?

@sihaha