@sihaha@RhabarberbaerAh, danke für die Erinnerung!
In der Tat habe ich selber mal geschafft, einen nerdigen Raum umzudrehen. Da hängen jetzt teilweise 50% Frauen rum! Die Männer*, die dort geblieben sind, mögen das und tragen die Sicherheit, die sie ihren Kolleginnen* vermitteln, wie einen hart verdienten Orden.
Das war viel Arbeit.
Hier eine Anleitung:
1. Mach dem Kollektiv klar, dass es besser wäre, wenn mehr Frauen da wären. Vorher helfen die nich mit.
2. Entfernt gemeinsam alle Menschen aus euren Reihen, die mehr Frauen dabeihaben wollen, weil sie sie volljammern, angraben, ansabbern und antatschen wollen. Macht das wirksam und dauerhaft. Solche Leute gründen dann anderswo aus Rache Incel-Organisationen. Aber das nur, weil ihr vorher deren unfreiwillige Incel-Organisation wart.
Incel-Orgas sind ein sehr altes Problem, älter als die Landwirtschaft. Dazu könnte mensch mal nen Studiengang aufmachen.
3. Verfasst gemeinsam eine Hausordnung, die sich klar gegen Diskriminierung stellt und hängt die gut sichtbar an mehreren Stellen auf. Baut auch Organe, die das durchsetzen. Ein Awareness-Team wäre gut. Hängt die Kontakte des Awareness-Teams in die Klos, nebens Waschbecken, an die Bar etc. Kleiner Disclaimer: Awareness ist immernoch in den Kinderschuhen und wird gerne auch mal instrumentalisiert. Auch einige Frauen* können mit dieser Macht noch nich gut umgehen. Seid darauf vorbereitet. Ihr tretet damit dem Entstehungsprozess eines Tools bei, zu dem ihr beitragt.
4. Macht einen Lesekreis zum Thema Männlichkeit. Während Covid war wenig zu tun und da haben unsere Jungs* das einfach mal gemacht. Queers und Frauen* durften auch mitmachen. Das war unglaublich erhellend für alle. Wir hatten damals das Buch "Boys don't cry" zusammen gelesen.
5. Sorgt für kreative Auslebungsmöglichkeiten. Wenn jemand einsam ist oder gestresst, kann mensch das helfen, sich besser zu fühlen. Das sorgt wiederum dafür, dass anwesende Frauen* weniger Arbeit haben. Ein Kollektiv von 10 Leuten bedarf zb der ständigen Anwesenheit von 2-3 funktionierenden Gitarren.
6. Nachdem ihr ein paar Monate lang an euch gearbeitet habt, macht mal wieder eine Party und bewerbt die dort, wo auch Frauen* es sehen können. Ihr müsst nicht plakativ inklusiv sein, könnt aber die einschlägigen Symbole mit auf den Flyer klatschen (wo Queers, Anarchos und Freiheitsaktivisti sind, gehen Frauen lieber hin).
7. Nachdem sich erste Frauen bei euch angesiedelt haben, fängt die richtige Arbeit an. Sexismus ist ein Kriechöl und es ist fortlaufende Arbeit, ihn aus dem Raum zu halten. Haltet also immer 1-2 Leute bereit, die sich für das Thema verantwortlich fühlen, die zu Schulungen gehen, die die Infos ans Kollektiv weitergeben und neue Erkenntnisse anwenden. Und irgendwann, wenn mal die Kapas da sind, könnt ihr euch Gedanken darum machen, ob und wie den ausgestoßenen Incels geholfen werden kann.