das ganze dilemma der normalisierungsdebatte von behinderung zeigt sich für meine begriffe in diesem text den julia bourmer für die taz augeschrieben hat. ihr sohn hat drei 21er chromosomen und sie schildert ihren umgang damit wie die welt deswegen auf sie einbricht (ch glaube ich dramatsiere hier etwas aber in die richtung):

https://taz.de/Umgang-mit-Trisomie-21/!6162047/

Umgang mit Trisomie 21: Mein Sohn ist kein Porsche

Viele Menschen wissen nicht, wie sie mit Kindern mit Trisomie 21 und deren Eltern umgehen sollen. Dabei ist es ganz einfach.

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das problem ist folgendes: viele tendenzen die der text beschreibt (therapie ist auch kontrolle, kindlichkeit ist oft eine sozusagen dialektische überstülpung) stimmen aber es gibt einen aspekt den julia bourmer außen vor lässt und der aber für meine begriffe nicht unerheblich ist: trisomie 21 ist nicht gleich trisomie 21. tatsächlich gibt es einige verschiedene formen und die anpassungsfähigkeit an die gesellschaft hängt auch damit zusammen welche möglichkeiten die träger*innen haben.
das problem an behinderung ist dass es - anders als bei anderen diskriminierungen - einen irreduktiblen teil gibt der nicht ausgleichbar ist. der ist immer hochindividuell und dadurch derart differenziert dass er kaum quantifizierbar ist; entsprechend ist er auch bürokratisch nur sehr schwer zu fassen. die versuche nachteilsausgleiche zu gewähren sind dadurch beides: gerecht und stigmatisierend.
es zeigt sich hier ein dilemma dass sozusagen an der diagnose hängt: die dubsumption unter bestimmte diagnosen (trisomie 21 macht dies das jenes) macht es schwierig die logik des ausschlußes dahinter zu sehen. das ist überhaupt kein vorwurf an den artikel und macht aus perspektive eines betroffenen elternteils auch sinn: es geht ja darum das eigene kind gegen eine realität zu verteidigen die das kind in einem ausmaß vereinnahmt das weit über das - ja - "normalmaß" geht.
ich habe auch keine lösung für dieses dilemma. ein differenzierteres bild von behinderung wird überfordern und es braucht vielleicht einfach mehr leute die bisher öffentlich nicht sprechen. das ist eine unbefriedigende lösung - vielleicht sogar keine lösung. dass es solche artikel gibt ist gut weil sie anlass geben mehr über die differenzierungen zu sprechen; ich habe aber keine lösung dafür wie sich das dann emanzipatorisch umsetzen lässt.
@freval Ich glaub jenseits von Behinderungen ist das Thema der Differenzierung genauso wichtig, schwierig und unbefriedigend in unseren Massenverwaltungen der Kinder. Das Problem ist immer der zu geringe Betreuungsschlüssel, so dass man flexibles Personal durch Regeln ersetzen muss.

@Ustinoff

Versuchst du ernsthaft von diesem Thema was Menschen mit Behinderung betrifft einen Bogen zu Themen mit Nicht-Behinderten zu spannen, um genau was damit auszusagen? Alles gleich egal und alle haben die gleichen Probleme und Herausforderungen, ob du behindert bist oder nicht, alle werden gleich behindert sich zu entwickeln und zu entfalten in unserer Gesellschaft? Ernsthaft?

@freval

@Mike_G_Hyrm nein das versucht @Ustinoff nicht. @Ustinoff versucht das thema systemisch zu fassen.

@[email protected]

Systematisch gibt es Probleme, die alle Menschen betreffen und solche, die lediglich Gruppen betreffen, dass alles zusammen zu vermixen und zu pauschalisieren, IST ein systematisches Problem und ein gesellschaftliches dazu. Warum bekommt das behinderte Kind Assistenten, das ist doch unfair und wie teuer ist das, dafür könnte doch allen mehr geholfen werden. Das hilft lediglich letztlich nur einem: Der Ausgrenzung.

@Ustinoff

@Mike_G_Hyrm Ich schüttele nur den Kopf. Was willst du eigentlich? Trollen?
@Ustinoff Es geht in dem Beitrag um ein spezifisches Thema , um Menschen mit Behinderung und mich regt es auf, dass solche Themen gefühlt (rein subjektiv) immer häufig verwässert werden, mit dem Todschlagargument „es betrifft ja alle gleich“ Tut es eben nicht! Und deine Art gleich ein Trollen zu unterstellen, ist eine Kommunikation, die ich als ziemlich mitleidig und manipulativ empfinde. Ich schenke es dir gerne zurück.
@Mike_G_Hyrm @Ustinoff ich habe euch beide bisher nicht als trolls wahrgenommen und würde vorschlagen die wut auf das allgemeine gerne hier auszulassen aber vielleicht nicht so dass es brücken sprengt. anzuerkennen wäre dass beide von euch erfahrungen im thema behinderung haben - wenn auch sehr unterschiedliche. wenn es euch hilft mit dem alltag umzugehen hier kurz zu eskalieren bin ich einverstanden: aber ich finde das ergibt sich nicht aus einer inneren logik.

@freval Weder bin ich wütend noch möchte ich etwas eskalieren. Wenn das hier die Grundbedingung für Diskussion ist, dann möchte ich nicht weiter verwässern. Bitte, gebt's euch die klare harte Kante. Ich muss das nicht haben. EoD.

@Mike_G_Hyrm

@Ustinoff @Mike_G_Hyrm Ich denke diese Diskussionen sind wichtig und begleite sie gerne. Aber klare harte Kanten gibt es da nicht. Wenn Dir nach klaren harten Kanten ist bin ich tatsächlich das falsche Profil.

@freval

Das solltest du wohl ihm mal sagen (: Ojemine, ich fühle mich bedroht und dabei weiß er wohl nicht, dass ich ein Mensch mit Behinderung bin und sein Versuch Leute gegen mich aufzustacheln ziemlich aggressiv ist. Naja.

https://mastodon.social/@Ustinoff/116222943467891917

@Mike_G_Hyrm ich fand euch beide übrigens ziemlich aggressiv.