Dinevs "Zeit der Mutigen": Nach 850 Seiten kann ich eine Leseempfehlung aussprechen. Es gibt immer wieder großartige Teile, wunderbare Geschichten, wobei gerade dieser Geschichtenreichtum auch zu einem Problem wird. Denn nicht immer fügt sich alles zu einer Einheit, manches wirkt ein wenig disparat. Zu den eindrucksvollsten Passagen gehören jene, die das Lebensgefühl im kommunistischen Bulgarien widerspiegeln, den Überwachungsstaat beschreiben, 1/2

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die Aussichtslosigkeit, Frustration. Das ist aber nicht nur "berührend", sondern auch sehr klug und facettenreich, ohne Platitüden. Die eingestreuten Geschichten (oft die Vergangenheit der Protagonisten betreffend) sind z. T. wirklich großartig, manchmal jedoch ein wenig zu offenkundig mit "Sinn" unterlegt oder mit bescheiden anmutenden Weisheiten unterfüttert. Aber auf so vielen Seiten darf man das dem Autor nachsehen, der Gesamteindruck bleibt positiv. 2/2