Vielleicht sollten wir uns noch härter auf Verbrenner fokussieren...
Spannend auch: Trotz Einbruch der Gewinne um die Hälfte, gibt's nur 17% weniger Dividende.
Ja, die sture Fixierung auf dem Verbrenner ist nur eines der Probleme. Aber es ist eins.

Vielleicht sollten wir uns noch härter auf Verbrenner fokussieren...
Spannend auch: Trotz Einbruch der Gewinne um die Hälfte, gibt's nur 17% weniger Dividende.
Ja, die sture Fixierung auf dem Verbrenner ist nur eines der Probleme. Aber es ist eins.

@Teh_Doc_Inan Was ich krass finde: VW will trotz Gewinnen und Dividende Leute entlassen.
Erhalt der Substanz des Unternehmens würde doch eigentlich erfordern, dass nur dann Leute entlassen werden, wenn es keine Gewinne und keine Dividende mehr gibt.
„Erhalt der Substanz des Unternehmens würde doch eigentlich erfordern, dass nur dann Leute entlassen werden, wenn es keine Gewinne und keine Dividende mehr gibt.“
Das ist leider wohlklingender Unfug, denn es stimmt nur, wenn man Grund zur Annahme hat, mittels dieser Mitarbeiter/Werke/Produkte **künftig** Erträge erwirtschaften zu können.
@Saupreiss Ja, klar.
Die Annahme für "Erhalt des Unternehmens" ist, dass diese Mitarbeiter mehr wertvolle Fachkenntnisse oder Institutionelles Wissen haben, die vom Unternehmen genutzt werden können, als sie kosten.
Wenn sie das haben, ist die Kündigung mindestens kurzsichtig.
Wenn sie das nicht haben, sind die aktuell geringeren Gewinne vorgeschoben, um zu verschleiern, dass die Kosten der zu späten Strategieänderung auf die Beschäftigten abgewälzt werden.
Exzellente Entwickler von Verbrennungskraftmaschinen, Getrieben… Dazu Spezialisten für absolut gleichmäßige Spaltmaße.
Wäre ich gewinnorientierter Anleger (dazu gehören übrigens auch Rentenversicherungen und Co.), würde ich zugreifen… Nicht.
Es ist absehbar, dass das Geschäftsmodell nicht mehr aufgeht und darauf muss man reagieren, bevor die Zahlen tiefrot sind.
@Saupreiss Teil der Kündigungen sind in Software-Entwicklung, deswegen gehe ich stark davon aus, dass deine Beschreibung der Fachkenntnis nicht allgemein auf die Leute trifft.
Und statt den anderen Qualifizierung in Bereiche zu bieten, die in Zukunft gebraucht werden, werden Leute gefeuert.
Dazu kommt Institutionelles Wissen, das so verloren geht.
Und ja, ich finde, dass Anleger mit *kurzfristigen* Gewinnabsichten meistens schädlich sind.
Die Softwarestrategie ist grandios gescheitert. Bleibt weiterhin selbst machen, zukaufen oder sein lassen.
Ob das Mitarbeitende zu vertreten haben oder nicht, ist dabei unwichtig: Man hat Geld ausgegeben und das Ergebnis waren extreme Kosten ohne dafür Verwertbares zu bekommen.
Wenn man das neu starten würde, täte man gut dran, dass zunächst mit kleinen und frischen Teams umzusetzen, sonst erbt es Köpfe, Fehler, Teamdynamiken.
@Saupreiss "Ob das Mitarbeitende zu vertreten haben oder nicht, ist dabei unwichtig"
Wenn es um Köpfe und Teamdynamiken geht, ist das gerade nicht unwichtig.
Bei Teamdynamiken spricht das für einen Neustart - aber mit nur wenigen Köpfen aus den früheren Teams. Nicht weniger blöd für die Betroffenen, die natürlich oft persönlich ihr bestes gegeben haben.
Aber weder spezifisch für VW, noch für den Kapitalismus, sondern einfach Berufsrisiko. Bist du nicht in einem Großkonzern, ist der Laden halt pleite, wenn Murks dabei raus kommt. Auch nicht gut für den Arbeitsplatz.
@Saupreiss Und gerade das, was ich untragbar finde, ist, dass Änderungen des Geschäftsmodells auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.
Ja, die Strategieänderung wäre 4 Jahre vorher nötig gewesen. Waren ohne Änderung aber ja *noch* Gewinne drin. Die wurden mitgenommen und ausgeschüttet.
Jetzt brechen die (wie zu erwarten war) ein und die Beschäftigten sollen die Zeche zahlen.
„Und gerade das, was ich untragbar finde, ist, dass Änderungen des Geschäftsmodells auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.“
Emotional kann ich das nachvollziehen. In einer Kapitalgesellschaft sind Mitarbeiter aber kein Selbstzweck.
Arbeitsverträge können gekündigt werden, gerade auch, um auf Veränderungen reagieren zu können. Das ist auch erstmal nicht falsch, sondern erlaubt es, auf veränderte Bedingungen zu reagieren.
Und jetzt mal spezifisch VW: Hattest Du einen unbefristeten Vertrag, wurdest Du vergleichsweise sehr gut bezahlt. Natürlich möchten die AN, dass das so bleibt. Kann ich menschlich nachvollziehen.
Das sind Leute, die verbreitet für ihren persönlichen bescheidenen Wohlstand weiter Verbrennungsmotoren bauen und die Kosten für ihren Wohlstand externalisieren. Meine Solidarität gilt jenen, die damit aufhören möchten. Und zwar ausschließlich jenen.
@Saupreiss Meine Solidarität gilt auch denen, die bei einem Umbau in ein besseres Geschäftsmodell mitgehen würden, selbst wenn sie ihn nicht von sich aus betreiben wollen.
@Saupreiss Wir leben nicht im reinen Kapitalismus. Nicht umsonst gibt es hier betriebliche Mitbestimmung.
Und die wurde nicht umsonst gewährt, sondern hart erkämpft.
Unternehmen profitieren außerdem stark davon, wenn Mitarbeitende sich zugehörig fühlen und für das Unternehmen einstehen.
Wenn das von Unternehmensseite aber nicht auch geschieht, bricht nicht nur Produktivität ein.
Betriebliche Mitbestimmung ändert am Grundsätzlichen wenig und wie schon ausgeführt, die Interessen der Arbeitnehmenden sind primär, das der Rubel so weiter rollt, wie er das bisher tat. Färbt dann ja auch auf die Gewerkschaften ab; die IGM möchte nicht ohne Grund ebenfalls das Verbrenneraus zu revidieren.
Solidarität ist ein hohes Gut; unterliegt aber Grenzen.