Drei Gedanken zur #LTWBW:

es gibt zwei Parteien, die als Lobbyarm der Petrolobby gewinnen: die CDU und die rechtsextreme AfD. Die CDU, weil ihr geglaubt wird, dass sie ausländische Petrokonzerne für deutschen Wohlstand füttert und die AfD, weil ihre Wähler*innen glauben wollen, dass irgendwelche Minderheiten Schuld an ihren Problemen sind und nicht eben Geldverschwendung für überreiche Eliten.

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Die FDP konnte lange als Springer-Marionette von fossilfreundlicher Lobbypolitik profitieren und bekam von rechten und rechtsextremen Kampagnenblättern Schützenhilfe für immer extremere Positionen und wurde am Ende bestenfalls für die Hoffnung auf liberale Werte gewählt, oft aber wahrscheinlich für blaue Verantwortungsablehnung in gelb.

Für Döpfners Interessen ist sie nun zu schwach, irrelevant. Der investiert mit Trump in die Faschismusförderung und lässt die FDP fallen. Als nächstes die CDU.

Die SPD hat nie wirklich von fossiler Politik profitiert, weil sie dafür zu viele ihrer Werte ausgeben muss. In der SPD profitieren immer mal wieder einzelne Mitglieder vom Petrolobbyismus, aber die Partei verliert insgesamt an Vertrauen, wenn sie Reiche in der Steuervermeidung unterstützt und Milliardenabhängigkeiten von Petrokonzernen aufbaut, die den kleinen Leuten das Geld aus der Tasche zieht.
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@thijs_lucas
Die Geschichte der SPD ist seit ihrer Entstehung eng mit der fossilen Wirtschaftsweise verknüpft. Sie liegt geradezu in ihrer DNA. Das geht viel tiefer, als dass einzelne Mitglieder vom Petrolobbyismus profitieren (obwohl auch das in NRW auf die Braunkohlennetzwerke zutrifft).

Die SPD will Wahlen mit der immer kleiner werdenden Zahl der ("hart arbeitenden") Industriearbeiter gewinnen. Sie steht strukturell auf verlorenem Posten.

@LThiry @thijs_lucas Nein, das stimmt so nicht. Die SPD war immer die Partei der "kleinen" Leute und der Arbeiter. Das steckt noch drin, auch wenn die Politik heute eine andere ist. Die SPD hat ein Identitäts-Dilemma. Der Umbau zur Klimaneutralität schürt bei vielen Arbeitern Abstiegsängste. Man will aber mit den Grünen koalieren. Schwierig.

@vivante
Du schreibst in anderen Worten, was ich meinte. Die SPD ist allerdings nicht die Partei aller "kleinen" Leute. Sie hat einen Trennstrich gezogen, zwischen denen, die nix haben, und denen, die ein bisschen was haben. Die nennt sie die "hart arbeitenden" Leute, die das Land am Laufen halten.

Ich bin einer davon und habe jahrzehntelang in der Pflege im Schichtdienst gearbeitet. Ich kriege jedesmal die Wut, wenn sie mich vereinnahmen wollen. Bei anderen wirkt die Trennung.

@thijs_lucas

@LThiry @thijs_lucas Die SPD hat das Wort "Respekt" zum Kern ihrer Kampagnen gemacht. Aber dieser Respekt wird in der Kommunikation fast ausschließlich an Erwerbsarbeit gekoppelt. Die "hart arbeitenden Leute" (oft auch "Leistungsträger der Mitte" genannt) werden gegen die Bezieher von Sozialleistungen (heute Bürgergeld/Grundsicherung) abgegrenzt oder sogar ausgespielt.

@vivante

Inzwischen sind auch die Gewerkschaften ratlos, wie heute Morgen der Vorsitzende der IG Metall in diesem Interview. Das Festhalten an alten Industrien aus lauter Angst, wird nicht gelingen. Wie die SPD werden sie zerrissen.
https://www.deutschlandfunk.de/interview-juergen-kerner-2-vors-ig-metall-zum-afd-ergebnis-in-der-industriear-100.html

@thijs_lucas

Interview Jürgen Kerner, 2. Vors. IG Metall, zum AfD-Ergebnis in der Industriear

Deutschlandfunk