Keine leichte Kost, aber für einen Klassiker von 1967 (bzw. 1971, 1988, 1992) erstaunlich viele relvante Resonanzen mit dem Jetzt.

»Und {Exarbeiter Ebert} erwies sich als guter Vorläufer der *sozialistischen Repräsentation*, die sich wenig später dem Proletariat von Rußland und sonstwo als absoluter Feind entgegenstellen sollte, indem er das genaue Programm dieser neuen Entfermdung formulierte: ›Sozialismus heißt viel arbeiten‹.« (S. 83)

https://edition-tiamat.de/books/die-gesellschaft-des-spektakels

#GuyDebort #GroßraumPhantastik

Edition Tiamat - Die Gesellschaft des Spektakels

Zeit seines Lebens galt Guy Debord als »Geheimagent der Subversion«, als einer, der entweder bewundert oder verabscheut wurde. …

»Die Gesellschaft des Spektakels« (Frankreich 1967/1971; Deutsch Edition Tiamat, 2013)

Zwischen Passagen, die sich mir nur schwer eröffnen, immer wieder treffliche Gemmen m.E. hervorragender Zusammendampfung:

»Die Bourgeoisie ist zur Macht gelangt, weil sie die Klasse der sich entwickelnden Wirtschaft ist. Das Proletariat kann seinerseits die Macht nur dann sein, wenn es *zur Klasse des Bewusstseins* wird.« (S. 73)

#GuyDebort #GroßraumPhantastik

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Fundstelle #GuyDebord »Die Gesellschaft des Spektakels« (1967/71) für @SheDrivesMobility & @sixtus, Seite 149ff:

»174
Der gegenwärtige Moment ist bereits derjenige der Selbstzerstörung des städtischen Milieus. Die Zersplitterung der Städte auf das Land, das durch ›formlose Massen städtischer Überbleibsel‹ (Lewis Mumford) überwachsen wird, wird unmittelbar von den Erfordernissen des Konsums geleitet. Die Diktatur des Automobils, des Pilotprodukts der ersten Phase des Warenüberflusses, …>

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…> hat sich durch die Herrschaft der Autobahn, die die alten Zentren sprengt und eine immer stärkere Zerstreuung gebietet, dem Gelände aufdrängt. Zugleich polarisieren sich vorübergehend die Momente der unvollendeten Reorganisation des städtisches Gefüges um die ›Distributionsfabriken‹ herum, die riesigen *supermarkets*, die in ödem Gelände, auf einem *Parkplatz*-Sockel, errichtet werden; und diese Tempel des überstürzten Konsums fliehen selbst …>

@SheDrivesMobility @sixtus

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…> in der zentrifugalen Bewegung, die sie wieder abstößt, in dem Maß, wie sie ihrerseits zu überlasteten Nebenzentren geworden sind, weil sie eine partielle Neuzusammensetzung des Ballungsraums herbeigeführt haben. Aber die technische Organisation des Konsums steht lediglich im Vordergrund der allgemeinen Auflösung, die die Stadt auf diese Weise dahin gebracht hat, *daß sie sich selbst konsumiert*«

@SheDrivesMobility @sixtus

Feddich mit 177 Seiten der 221 Abschnitte in 9 Kapiteln* des Hauptteiles von »Die Gesellschaft des Spektakels« (1967; Dt. 1996) von #GuyDebord.
Sein Kommentar von 1988 (92 Seiten, 33 Abschnitte) beginnt mit waschechter moderner Polit-Gnosis, wenn der Autor deutlich sacht, er könne nicht (mehr) so klar und eindeutig schreiben wie 20 Jahre zuvor, weil Erfahrung zeigt, der Feind ließt aufmerksam mit.

* Zu Trennung, Ware, Schein, Proletariat, Geschichte, Zeit, Raum, Kultur, Ideologie.

Spektakel, drei Geschmacksrichtungen nach #GuyDebord:

1. Konzentriert: Ideologie ballt sich um Führerperson; totalitäre Gegenrevolution (siehe Nazis bzw. Stalinisten).

2. Diffus: bunte Warenvielfalt für Lohnabhängige ermögicht Fortbestehen bürgerlicher Herrschaft traditionellen Typs.

3. Integriert: Hybrid aus 1 & 2:
—ständige Erneuerung;
—Fusion Staat & Wirtschaft;
—generalisiertes Geheimnis;
—Fälschung ohne Replik;
—immerwährende Gegenwart.

#GroßraumPhantastik