Habt ihr schon jemals erlebt, dass "mangelnde Motivation", die man einer Gruppe, Abteilung oder sonstigen Organisationseinheit nachgeredet hat, irgendwas anderes war als ein Führungsproblem?

Wenn ja, dann beschreibt mir die Situation bitte.

Gerne auch weitertröten.

@xahteiwi wenn ich so drüber nachdenke… nein.
Ich bin auch schon länger der Meinung, dass wir keinen Fachkräftemangel, sondern mangelhafte Führungskräfte haben.
Mit weniger erfrischenden Ausnahmen, glücklicherweise.

@5worx

Ich bin auch schon länger der Meinung, dass wir keinen Fachkräftemangel, sondern mangelhafte Führungskräfte haben.

Das ist ein Denkfehler, denn ein Mangel an geeigneten Führungskräften ist ein Fachkräftemangel.

Weil Führung ist keine Kunst und keine Wissenschaft, sondern ein Handwerk. Wenn Menschen in diesem Handwerk nicht ausgebildet werden, dann sind sie eben keine geeigneten Fachkräfte für die Rolle, die sie innehaben.

@xahteiwi
Das stimmt nicht, weil
es Autodidakten gibt
ich aus meiner Führungs- und Schulungserfahrung sagen kann, dass du noch so viel schulen kannst, funktioniert es nicht, wenn du keinerlei Ahnung hast, was Selbstreflexion bedeutet und das ist eher ein sozial-kulturelles Entwicklungs- und Bildungsthema in der Gesellschaft. Wenn Empathie nicht intensiv (vor)gelebt wird, prägen sich eben andere Muster stärker ein.
@5worx

@Mike_G_Hyrm

"Das stimmt nicht, weil es Autodidakten gibt" als Replik auf "Führung ist Handwerk" ist eine unsinnige Aussage.

Wäre sie wahr, dann dürfte es unter Tischlern, Maurern, Bäckern — alles ebenso Handwerker — keine Autodidakten geben.

"Handwerk" bedeutet immer, dass es grundsätzlich jeder Mensch erlernen kann. Ganz wenige haben so viel Talent dafür, dass sie es sich selbst beibringen können und darin gut sind. Manche haben so wenig Talent dafür, dass sie mit der besten Ausbildung unterdurchschnittlich bleiben. Bei den Allermeisten ist soviel natürliches Talent vorhanden, dass sie bei Interesse und mit guter Ausbildung solide Handwerker werden können.

Und die Gefühlsebene gehört zum Wesen des guten Handwerks immer dazu. Die Führungskraft braucht Einfühlungsvermögen, der Bäcker ein Gefühl für guten Geschmack, der Tischler eins für angenehme Holzoberflächen.

@5worx

@xahteiwi

Das wunderbare daran und so ziemlich bis hin zur Existenz ist, Glauben ist nicht Wissen und selbst Wissen ist immer beschränkt und nie allumfassend oder endgültig. Differenz ist zumindest manchmal für eine Sache gut, es kann die Bestätigung für das eigene Bewusstsein sein.

@5worx

@xahteiwi jepp. Solist das.
Manchmal frage ich mich, ob der Wegfall der Wehrpflicht da nicht auch einen Teil zu beiträgt.

Spaß beiseite.
Warum haben gerade Konzerne kein Interesse daran gute Führungskräfte aufzubauen?
Ich verstehe die Beförderungsstrategien nur, weil ich „Dilbert und die Wiesel“ kenne. Aber das kann es kaum sein.

Ideen oder gar eine Antwort?

@5worx Gute Führungskräfte aufbauen kostet Geld. Wenn ein Konzern vermeiden kann, Geld auszugeben, dann vermeidet er es.

Wenn das bedeutet, dass er dem Bund einen Berufsoffizier Anfang 30 abwirbt, der gerade seine Mindestverpflichtung und zuvor eine steuerzahlerfinanzierte Ausbildung von 7-stelligem Wert durch hat, dann macht der Konzern das.

Man sollte mal drüber nachdenken, ob man so was als Steuerzahler eigentlich tolerieren will.

@xahteiwi macht ja Sinn. Ich vermeide ja auch, Geld für meine Existenzsicherung auszugeben. 🤷‍♂️🤡