"Die Prognosen für den E-Auto-Markt brechen ein. Europas Hersteller verlangen nun eine Senkung der CO2-Vorgaben auf 90 Prozent, um wettbewerbsfähig zu bleiben."

Liebe Autohersteller in Europa, ihr habt es geschafft, jedermann "Stadtgeländewagen" anzudrehen. Ihr werdet es auch schaffen, Elektroautos zu verkaufen, wenn ihr euch nur bemüht. Und wenn ihr das nicht schafft, werdet ihr von den Chinesen ins Meer gejagt.

Und nein, Wasserstoff und andere Einhörner werden euch nicht retten.

@vowe
Zwei Probleme:
1. Ein Großteil des Firmenwerts der dt. Premiumbauer hängt am Verbrenner-Know-How. Wenn sie keine Verbrenner mehr bauen, dann wird es wertlos. Mit üblen Folgen für Rentenfonds, Lebensversicherungen...
2. Ein E-Antriebsstrang braucht viel weniger Manpower als ein Verbrenner. D.h. tausende gut bezahlte Arbeitsplätze werden ersatzlos verloren gehen, vom Ingenieur für Ventile beim Zulieferer bis zum Werker am Band.
Und der Trucker der Benzin & Diesel zur Tankstelle fährt.
@musevg
Ein Problem mit deinen Problemen:
Wenn sie jetzt nicht bei E-Mobilität anfangen aufzuholen, wird der Firmenwert des Verbrenners durch chinesische Vollhybride ebenfalls auf Null sinken und zudem jeglicher Vorsprung in anderen Bauteilen und der Marktbekanntheit verschwunden sein. Damit sinkt der Bedarf an Mitarbeitern dann auf Null.

@IchMeine
Ist schon geil, oder? Wie man sich SO krass selbst ins Aus stellen kann.

Ich bin ja bei dir: Es nützt nix, da weiter rum zu lavieren. Aber gerade der erste Teil des Problems wird m.E. übel werden, wenn viele Rücklagen und Altersvorsorgen an Wert verlieren.

@musevg @IchMeine
Veränderungen gab's schon immer. Auch einschneidende und schmerzhafte. Sonst hätten wir bis heute Pferdefuhrwerke incl. -äpfel auf der Straße und 90% der Arbeitsplätze in der Landwirtschaft.
@f3kh6f @IchMeine
Korrekt.
Es gibt aber mehrere wichtige Unterschiede, z.B.: An den Pferden hingen nicht SO viele Arbeitsplätze und die arbeitsteilige Gesellschaft war noch nicht SO sehr spezialisiert und auf formale Qualifikation fixiert. UND durch den Wandel sind viele (mehr?) neue Jobs entstanden. Als Hufschmied konntest du problemlos auch Türbeschläge etc. schmieden.
Außerdem gab es keine Finanzwirtschaft mit Rentenfonds & Altersvorsorgen die an der sterbenden Technologie hingen...

@musevg
Kurzer Einwurf: An der Pferdekutschenbranche hingen sehr wohl sehr viele Arbeitsplätze und der Anteil der Beschäftigten in der Autoindustrie wird regelmäßig überschätzt.

DIe Autobranche in DE lebt auch von mehr als technologischem Vorsprung. Muss auch, weil Verbrenner lange ausentwickelt sind und die anderen natürlich aufholen.

Die Marken sind sehr wertvoll, genauso wie Fertigung und Vertriebsnetze.

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@f3kh6f @IchMeine

@Flo_Rian @f3kh6f @IchMeine
Ach was, ausentwickelt: Jetzt kommen die hocheffizienten Verbrenner1!11
(Just kidding, du hast natürlich recht ;)

Zum Thema Anzahl überschätzt: Das finde ich spannend. Hast du eine Quelle mit konkreten Zahlen?

Ja, die Marken sind wertvoll, aber was nützt das wem, wenn die Absätze an Verbrennern weiter zurückgehen und die BEVs das nicht kompensieren können?

@musevg
Zu den Beschäftigten: Es hält sich tapfer der Mythos, "jeder siebte Beschäftigte" arbeite in der Autoindustrie. Tatsächlich sind es 2 - 3%, je nach dem ob man Tankstellen, Werkstätten und Vertrieb dazurechnet. Mit weniger als einer halben Million Beschäftigten steht die Branche also unter ferner liefen.

Quelle mit Zahlen von 2020:
https://www.bund-naturschutz.de/wirtschaft-umwelt/arbeitsplaetze-in-der-autoindustrie

@f3kh6f @IchMeine

Arbeitsplätze in der Autoindustrie | BUND Naturschutz

Angeblich steht jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland direkt oder indirekt mit der Autoindustrie in Verbindung. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus.

@Flo_Rian @f3kh6f @IchMeine
Ah, okay, um *diese* Richtung geht's mir gar nicht.
Meine Sicht ist: Egal wie viele Leute heute in der Verbrennerproduktion arbeiten (vom ganzen feinmenschanischen Zeug im Motor über Getriebe bis zum Erstausstatter-Motoröl)… für die Produktion von BEVs wird man sehr viel weniger brauchen. Und wohin mit den Leuten? Waffenproduktion (auch Feinmenchanik)? Pflege?

@musevg Durch den "Altmaier-Knick" haben auch ~100.000 Menschen ihren Job verloren, was war mit denen? Die EE-Branche hat sich übrigens wieder erholt, ist wieder in der gleichen Größenordnung wie die Kfz-Branche und wächst rapide. Maschinen- und Anlagenbau würde sich auch anbieten. Für die Menschen im Kohlebergbau wurden und werden auch Lösungen gefunden.

@f3kh6f @IchMeine

@Flo_Rian @f3kh6f @IchMeine
Ah, Prinzip Hoffnung. Na dann.

@musevg Ne, das genaue Gegenteil. Eine gezielte Transformation verringert Unsicherheiten, etwa durch feste Übergangsfristen, Rechtsansprüche, Aufbau neuer durch Aus- und Weiterbildungen, etc.

Was für mich "Prinzip Hoffnung" ist: Jetzt weiter auf Verbrenner zu setzen, nach dem Motto "die Politik wird schon regeln".

@f3kh6f @IchMeine

@Flo_Rian @f3kh6f @IchMeine
Hm. Irgendwie haben wir wohl leicht aneinander vorbei geschrieben.

Diese gezielte Transformation findet doch nirgends statt.

Hypothese: Sie kann nicht stattfinden.
a) mangels Zielbild (außer vllt. Waffen). Und
b) weil die Verbrennerbauer + Zulieferer zu viel Wert verlieren würden (und damit Investoren, Lebensversicherer usw. Geld).
Siehe Anfang.

Die Politik von Merkel & Merz, nichts zu tun bzw. Verbrenner-Aus aufzuweichen, ist eher Hilflosigkeit als Hoffnung.