+ Es ist feministischer Kampftag und geschlechterbezogene Diskriminierung existiert immer noch überall. Dabei betrifft das nicht nur cis Frauen, sondern auch queere Geschlechtsidentiäten. Let's talk about it.

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Bei Feminismus denken viele an wütende cis Frauen, an Männerhass und überzogene Aktionen. Dabei ist klar: Wütend sein ist richtig und wichtig, es geht niemandem um Männerhass und überzogen ist nicht die Aktion, sondern deine Abwehrhaltung gegenüber notwendiger Veränderungen.

Auch queere Menschen sind betroffen. Denn der feministische Kampftag spricht geschlechterbezogene Diskriminierung aufgrund patriarchaler Strukturen an. Davon sind auch trans Personen betroffen, genauso wie nicht-binäre Menschen.

Gemäß des Minderheitenstressmodells nach Meyer (1995) und Testa (2012) wirken externe (distale) Stressfaktoren und interne (proximale) Stressfaktoren auf das Individuum.

Meine Untersuchung mithilfe des angepassten "Gender Minority Stress and Resilience Measure" zeigt:

💡 Der Mittelwert der Gesamtsumme ist bei der Gruppe trans weiblicher Personen am Höchsten. Gefolgt von trans männlichen Personen.
💡 Der Mittelwert für erlebte Viktimisierung - also Gewalterfahrungen - ist ebenfalls bei trans weiblichen und trans männlichen Personen am Höchsten.
💡 Negative Erwartungen an die Umwelt zeigen sich im Mittel am Höchsten bei trans weiblichen und nicht-binären Personen.

Die LeSuBiA Dunkelfeldstudie (Leitgäb-Guzy & Bieber 2026) zeigt ebenfalls: Menschen der LSBTQIA+Community sind häufiger von psychischer und körperlicher Gewalt, von sexueller Belästigung und sexuellen Übergriffen betroffen als nicht queere Menschen. Auch deshalb darf es kein Weltfrauentag sein, sondern muss ein intersektional gedachter, feministischer Kampftag sein.

Niemand will zum "Weltfrauentag" dein Dankeschön oder deine Blumen, wenn sich den Rest des Jahres nichts ändert.

Hör auf, Danke zu sagen für die tausenden Stunden unbezahlte Arbeit und Entschuldigung für die notwendigen Therapiestunden, für die Gewalterfahrungen.

Ändert es, dass all das nicht mehr vorkommt.

(Hier geht's zum vollen Text: https://sascha-heller.de/psychologie/feminismus-und-queere-inklusion/)

Feminismus und queere Inklusion - Sascha Heller

Der "Weltfrauentag" ist oft ein Tag der Wertschätzung und Dankbarkeit. Das reicht aber nicht, Feminismus muss wütend und inklusiv sein.

Sascha Heller