Klarstellend: Ich halte es für keineswegs fernliegend, dass wir unmittelbar vor AI driven enshitification overdrive stehen. Die Risiken, die mit einer folgenden tektonischen Verschiebung in der Mittelschicht, insbesondere bei White Collar Jobs, einher gehen würden, halte ich für sehr groß.

Aus diesem Grund halte ich es für zwingend notwendig für dieses Thema zu sensibilisieren. Insbesondere, weil ich nicht sehe, dass sich annähernd genug finden, die mein Dringlichkeitsempfinden teilen.

@AwetTesfaiesus magst du 'AI driven enshitification overdrive' ein wenig ausführen? Ich habe nur so eine grobe Idee, was du damit meinst.

@Schepphimself

Zum Beispiel kenne ich Menschen im Versicherungswesen, die ihren (zahlenmäßig sehr großen) Mittelbau kollektiv als "unsere Brieföffner" bezeichnen.

Ich halte es für überwiegend wahrscheinlich, dass es in einigen Dienstleistungen einen krassen White Collar Empolyment Breakdown geben wird, der dem "Strukturwandel" in der Kohle und Stahlindustrie nicht nachstehen wird.

@AwetTesfaiesus @Schepphimself

Versicherungen sind da aber insofern speziell, dass die zu bearbeitenden Ansprüche in der Regel in Form von nicht standardisierten Rechnungen vorliegen. In anderen Dienstleistungsbranchen wurde soweit ich das mitbekommen habe schon vor dem Aufkommen von LLMs auf standardisierte Prozesse gesetzt und viele Entscheidungen damit weitestgehend automatisiert. Da ist vermutlich gar nicht mehr so viel Mittelbau übrig.

Im öffentlichen Dienst ist das noch am ähnlichsten. Da sehe ich aber nach meinen Eindrücken eher, dass dadurch endlich mit dem vorhandenen Personal die tatsächlichen Aufgaben bewältigt werden können.

@hweimer @AwetTesfaiesus @Schepphimself zur letzteren Einschätzung bin ich mal sehr gespannt und würde die auch eher teilen. Zumindest in dem Bereich in dem Tätig bin (Bauen i.W.S.), könnte KI perspektivisch, irgendwann, helfen die vorhandene Arbeit für viele bewältigbarer zu machen. V.a. auch wg. der Babyboomer. Ist aber noch ein ganzes Weilchen hin, bis das funktionieren kann.