#didit #dutgemacht Sind hier eigentlich auch "business success stories" erwünscht? 😅 Ich probier's mal: Wir (KMU, ca. 230 Mitarbeitende) haben bereits letztes Jahr entschieden, dass wir mit unseren ca. 70 PCs und ca. 30 Laptops von Windows 10 zu Linux wechseln. Mit ein bisschen Verspätung ist die Vorbereitung nun beendet und das erste prototypische Laptop an eine Mitarbeiterin ausgeliefert. Ich bin sehr gespannt, wie das Projekt weiterläuft.
@nadaka was macht ihr mit Windows only Software aus dem Business? Keine Windows-only Fertigungssysteme vorhanden? Virtual Desktop auf Server? Ablösen? Oder ist die Evaluierung noch ausstehend? Oder stehen hier normale Officeclients zur Ablösung? Nicht falsch verstehen, bin neugierig, nicht provokant.
@Jay23Jay selbstverständlich haben wir drölfzig mission critical Anwendungen, die Windows-nativ sind und die wir nicht (schnell) loswerden.
Das Projekt entstand aus der Idee, dass die RDS-Infrastruktur, die wir während Corona aufgebaut haben, mehr kann, als ein paar HomeOffices mit Windows-Desktops zu versorgen.
Und als dann die Frage anstand, was nach Windows 10 auf die Endpunkte soll, haben einige Gründe dazu geführt, dass wir nun überall von Linux-Clients aus auf RDS-Servern arbeiten möchten.

@nadaka @Jay23Jay Also habt ihr praktisch ThinClients gebaut?
Also nur für RDS-Verbindung vorgesehen, es läuft kein LibreOffice oder sonstige Programme auf dem Linux?

Falls ja: Nur bei den PCs? Oder auch bei den Notebooks?

@rebootdeluxe @Jay23Jay Im Prinzip ja, außer, dass sie nicht thin sind. 😅 Wir haben uns bewusst gegen eine Lösung von der Stange und für einen vollwertigen Linux-Desktop entschieden, damit wir anschließend Dinge, für die es kein Windows braucht, dorthin verlagern können. Schon jetzt geht das zum Beispiel mit allem, was webbasiert ist.

@nadaka Spannend!
Wir haben vor ein paar Jahren alle Mitarbeiter außer reine Produktions-Mitarbeiter von den Terminalservern weggeholt. Die arbeiten seither "lokal" auf ihren Notebooks. Bzw. teilweise Hybrid auf Notebook und auf Remote-Workstations*.
Hauptgrund damals war MS-Teams, weil Video-Meetings über Terminalserver keinen Sinn machten.

Weil die Produktions-MA keine Video-Meetings machen, konnten wir die auf Terminalservern belassen.

Ich würde gerne im ersten Schritt von MS365 weg kommen und auf andere (Linux-kompatible) Lösungen umsteigen. Das ist das größte Übel. Wenn das geschafft ist, könnten wir darüber nachdenken, die Arbeitsplätze nach und nach von Windows 11 auf Linux umzustellen.

Für die unbedingt notwendigen Windows-Programme könnten wir weiterhin Terminalserver nutzen, oder Remote-Workstations.

Was ich jedoch auch als großes Hindernis sehe: Alle haben sich an SSO gewöhnt. In vielerlei Software oder SaaS-Lösingen. Das machen wir derzeit per Entra-ID (von dem ich auch wegkommen will). Das geht wohl auch mit Nicht-Microslop-Lösungen, aber dazu müssten wir eine neue, ganz große Baustelle aufmachen.

Im Nachhinein betrachtet, war die Entscheidung damals, auf MS365 und Entra-ID (Hybrid) zu setzen, ganz schön naiv bzw. sogar schädlich. Weil wir dadurch ein Vendor-Lock-In besiegelt haben. Aus heutiger Sicht ein Pakt mit dem Teufel. Der noch dazu fast ständig immer teurer wird.

So viele (mögliche) Baustellen, zusätzlich zum ohnehin schon fordernden Tagesgeschäft... 🫩

*) Physikalische Windows-PCs, die im RZ sind, auf die per RDP zugegriffen wird. Werden für Software genutzt, die hohe Performance benötigt.

@rebootdeluxe Jap, diese Abhängigkeiten sind krass - das macht Microsoft schon sehr klug.
Zum Thema Video-Meetings: Wir verwenden für von uns initiierte Meetings MS Teams nicht, sondern betreiben einen eigenen BigBlueButton-Server.
Dennoch kann ich grundsätzlich bestätigen; das man Video-Meetings nicht wirklich in einer RDS-Session haben will.
Hier ist schon seit Jahren unsere Linie, dass Video-Meetings lokal und webbasiert stattfinden. Daran sind unsere Mitarbeitenden also bereits gewöhnt.
@nadaka @rebootdeluxe mein Kopf hat ja grundsätzlich das Problem, dass sowohl Webanwendungen, als auch RDS Sessions Arbeitshindernisse sind. In meinen 14 Jahren als Fremdfirma habe ich auf einem Dutzend RDS-Implementierungen arbeiten müssen, die mich dermaßen unproduktiv zurückgelassen haben. Ja, es hat sich viel getan, aber meistens sind die Implementierung so Anwenderfern, dass man das kalte Grausen bekommt.

@Jay23Jay @nadaka Ja, Spaß macht Arbeiten per RDS nicht. Aber leider heutzutage kaum noch anders möglich, zumindest unter ökonomischenund ökologischen Gesichtspunkten.

Bei uns würde ein Verzicht auf RDS bedeuten: deutlich zusätzlichem Arbeitsaufwand bei IT-Administration (mind. 1 zusätzlicher MA, den wir gar nicht bekommen würden, weil wir sowieso schon seit 2 Jahren erfolglos einen suchen) und zusätzlichen Kosten für zusätzliche Hardware. Und Verkomplizierung bei der IT-Administration, weil wir dann einige Aufgaben nur noch im Wartungsfenster sonntags machen könnten, oder Ausfallzeit bei den Benutzern verursachen.

@Jay23Jay @rebootdeluxe das ist ja schade, dass Du diese Erfahrungen gemacht hast. Kannst Du das an konkreten Beispielen festmachen?
Ich arbeite seit Jahren an 1-2 Tagen/Woche im HomeOffice an einem Linux-Client, der mich durch einen OpenVPN-Tunnel (künftig dann WireGuard) und FreeRDP mit einem RDS-Server in der Firma verbindet. Ich habe dabei noch nie Produktivitätseinschränkungen gespürt.
@Jay23Jay @rebootdeluxe Im Gegenteil: Manche Anwendungen performen bei uns gefühlt sogar besser, weil der RDS-Server "näher" an den entsprechenden Serverdiensten dran ist als die Clients. Im HomeOffice sowieso, aber auch in der Firma.