Kleines Resumée der heutigen Fahrt: Von Sendai ging es wie am Vortag fleißig mit Regionalzügen weiter auf der Tōhoku Main Line mit fleißigem Umsteigen in Kogota, Ichinoseki, Morioka… #Honkkayūshū
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In Morioka verlasse ich JR-Territorium und Ticketkauf in angesagt. Ab hier ging nämlich nach der Inbetriebnahme der Shinkansen-Linie das restliche Stück der kapspurigen Tōhoku Main Line an die Gesellschaft IGR über, die seither den Regionalverkehr dort betreibt. An diesem Sonntag morgen ist nicht viel los, streckenweise sitzen nur ich und ein offensichtlich junger lokaler Eisenbahnfan (mit Kursbuch!!! 🥰) im Wagen, der sich auf über 400m Seehöhe über die Schneegrenze emporschraubt. #Honkkayūshū
Bei der Dichte des japanischen Zugsangebots fällt so manche westeuropäische Bahn ins…
Nächster Umsteigeort: Hachinohe (wo passt der sonst unglaublich nervige "Gesundheit!"-Gag besser als hier?)
Ab hier übernimmt bis Aomori ein Zug der Aoimori Railway (woher eigentlich das zusätzliche i?) das Zepter. Und ich bin ehrlich gesagt recht überrascht von der Menge an Schnee hier. Ich wusste, dass es rund 20° kälter als in Tokyo sein würde, aber da ich doch gerade mal rund 500 km von dort entfernt bin, war ich doch sehr überrascht… #Honkkayūshū
Und hier ein Ärgernis: Auch hier musste ich Tickets kaufen. Da die Aoimori Railway keine SUICA- oder Plasmo-Karte akzeptiert, musste ich bei 10 Minuten Umstiegszeit zum Automaten. Dieser bot zwar an alle möglichen Stationen Tickets an, an die Endstation Aomori habe ich aber nur ein "Sonderangebot" "Twin Ticket" finden können - zum doppelten Preis versteht sich. Was soll denn der Quatsch????
In Aomori nochmal Gegencheck: auch kein Ticket bis Hachinohe. Hackt's!? Oder war ich echt zu doof?
Aomori: Ich fühlte mich wie vor 10 Jahren, als ich im Hochsommer in Kiruna war. 40 Minuten Fußmarsch zum Hafen waren angesagt, plötzlich ging auch noch ein Sirenenalarm los, der mich bei der aktuellen Nachrichtenlage durchaus erst mal in Besorgnis brachte. Nachdem aber alles seinen gewohnten Gang weiter ging, beruhigte ich mich wieder.
Am Hafen wurde mir dann wie gewünscht, ein Ticket für die nächste Fähre nach Hakodate verkauft. #Honkkayūshū

Ankunft am Hafen in Hakodate. Shuttlebus zum Bahnhof fuhr keiner mehr. Immerhin konnte ich den fünfkilometrigen Fußmarsch wenigstens ein bisschen abkürzen. Ab dem Bahnhof Goryōkaku fuhr noch ein Regionalzüglein nach Hakodate und womöglich habe ich mich in dieses an tschechische Brotbüchsen erinnernde Wägelchen sofort ein wenig verliebt… 🫢

Für heute war's das… gute Nacht. #Honkkayūshū

@wrzlbrnft Hattest du dort gar kein Date?
@stadtstreunen_at Die interessieren sich nicht für alte, dahergelaufene Europäer.
@wrzlbrnft Ich glaube doch 👀