Die #Erbschaftssteuer bringt mehr als direkte Einnahmen: Sie erhöht das Arbeitsangebot von Erb:innen und damit auch die Einkommenssteuern. Das zeigen Fabian Kindermann, Lukas Mayr und Dominik Sachs im #PaperDerWoche, zusammengefasst von Julie Praeg. /1
In vielen OECD-Staaten – darunter Österreich – werden #Erbschaften in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Das verstärkt Vermögensungleichheiten und unterstreicht dabei das Potenzial von Erbschaftssteuern für Staatseinnahmen. /2
Neben direkten Einnahmen aus der Erbschaftssteuer bleiben indirekte Effekte – etwa zusätzliche Einkommenssteuern durch höhere Erwerbsbeteiligung – oft unsichtbar. Dabei passen Erb:innen ihr Arbeitsangebot oft schon vor der Erbschaft an, wenn sie wissen oder vermuten, dass sie später erben werden. /3
Mit einem Lebenszyklusmodell zeigt die Analyse am Beispiel Deutschland, wie sich Änderungen des Arbeitsangebots durch Erbschaftssteuern auf die Staatseinnahmen auswirken: Pro Euro Erbschaftssteuer erhält der Staat zusätzlich rund 9 Cent an Einkommenssteuer. /4
Etwa die Hälfte dieses Effekts entsteht durch die Erwartung, dass später geerbt wird, die andere Hälfte aus Verhaltensanpassungen nach der Realisierung des tatsächlichen Erbschaftsstatus. Die Analyse zeigt auch, dass der Effekt bei höherverdienenden Erb:innen stärker ausfällt. /5
Die Autoren weisen zudem darauf hin, dass Erbschaftserwartungen auch Investitionen in Bildung der Erb:innen beeinflussen könnten. Dadurch könnte sich die Erbschaftssteuer wiederum positiv auf Einkommenssteuer-Einnahmen auswirken. /6
Was bedeutet das für eine potenzielle Erbschaftssteuer in Österreich? Aktuelle Schätzungen gehen bis 2050 von einer Verdoppelung des jährlichen Erbvolumens von 21 auf 41 Milliarden Euro aus. Mit dem Anstieg der #Erbschaften sinkt der Arbeitsanreiz, sodass das Arbeitsangebot zurückgeht. /7
Diese Zahlen bezüglich des Erbvolumens stammen aus der Modellschätzung intergenerationeller Vermögenstransfers: https://doi.org/10.59288/wug501.230
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Erbschaften in Österreich: eine Modellschätzung intergenerationeller Vermögenstransfers bis 2050 | Wirtschaft und Gesellschaft

Aktuell gibt es in Österreich keine Erbschaftssteuer für Extremreiche. Diese würde nicht nur Extremreichtum verringern, sondern auch Erb:innen dazu veranlassen, mehr am Arbeitsmarkt teilzunehmen – und so die Einkommenssteuern steigern. /9
Details zu Erbschaften in Österreich sind in unserem Policy Brief nachzulesen: https://www.momentum-institut.at/publikation/policy-brief-erbschaften-enorm-ungleich-verteilt/
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Policy Brief: Erbschaften enorm ungleich verteilt - Momentum Institut

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