Mit der Reform des #Heizungsgesetzes suggeriert die Politik, wir könnten die #Gasheizung retten, indem wir auf grünen #Wasserstoff setzen. Doch die Physik zeigt: Dieser Weg ist so ineffizient, dass er sich nicht rechnen kann. So verlieren wir nur wertvolle Zeit bei der #Energiewende und beim #Klimaschutz – und bleiben weiterhin von riskanten Erdgasimporten abhängig. Wem nutzt das eigentlich? 🤔

@VQuaschning

Die Darstellung ignoriert einen wesentlichen Punkt. Wasserstoffspeicher sind sehr viel günstiger als Batteriespeicher. Wir werden in naher Zukunft in den Sommermonaten so viel überschüssigen Solarstrom haben, dass wir ein Vielfaches der Kapazität von Nordstream 1 und 2 an Gas elektrolysieren können. (Wer es selbst ausprobieren möchte: https://sonnenwende.codeberg.page/). Die Heizung wird in den Wintermonaten gebraucht, wenn sehr viel weniger Solarstrom zur Verfügung steht. Es könnte also schon sein, dass es kostengünstiger ist, den überschüssigen Strom im Sommer zu elektrolysieren und im Winter damit zu heizen.

Ich bin da auch skeptisch, dass sich am Ende eine Wasserstoffinfrastruktur gegenüber einer Strominfrastruktur rechnet, aber ganz so einfach ist es eben nicht.

Sonnenwende

@hweimer

Ja, ohne H2-Wirtschaft wird die Energiewende nach derzeitigem Wissenstand in D nicht gehen.

Aber Gebäude mittels H2-Verbrennung zu temperieren, klingt aus Infrastruktursicht nicht plausibel.

Für mich klingen aus Sicht der Entwicklung von Infrastruktur die Umstellung der Gebäudetemperierung auf Strom und die Herstellung von Strom aus H2 am plausibelsten.

@VQuaschning

@elottermann @VQuaschning

Klar kann man die Energiewende ohne Wasserstoff durchziehen. Jetzt 8 Mrd. € investieren, und dann hat man in etwa 10 Jahren sämtlichen Energieverbrauch auf erneuerbare Energieträger umgestellt.

https://fediscience.org/@hweimer/116120838848837765

@hweimer

"Sonnenwende is a simulation game of the transition to a solar-based economy. Build solar panels, batteries, and hydrogen storage, and ..."

Steht da im Weiteren, dass es auch ohne hydrogen storage geht?

@VQuaschning

@elottermann @VQuaschning

Nein, aber die 10 Jahre beziehen sich auf ein Szenario ohne Wasserstoffspeicher.

Das Problem ist, dass Wasserstoffspeicher zwar günstig sind aber die Verstromung sehr teuer ist, weil die Anschaffungskosten für ein Gaskraftwerk sehr hoch sind. 100 kW kosten etwa 100k, für den Preis kriegt man knapp 400 kW an Batteriestrom. Und da sind die Kosten für Elektrolyse und Lagertanks noch gar nicht enthalten.

@hweimer

Eine H2-Rückverstromung über Brennstoffzellen im Kraftwerksmaßstab wäre perspektivisch kein plausibles Szenario?

bzgl. Lagertanks für H2 war man sich m.E. schon einigermaßen sicher, dass die Salzkavernenspeicher dafür geeignet sind.
Die Energiedichte ist bei gleichem Druck zwar nur 1/3 von CH4 aber der Energiebedarf für die potentielle 14-tägige Dunkelflaute wäre speicherbar.

@VQuaschning

@elottermann @VQuaschning

Es mag Alternativszenarien inklusive Wasserstoff geben, aber da wäre dann eben zu belegen, dass diese wirklich besser sind.

Die 14 Tage Dunkelflaute halte ich für eine Fiktion. Es ist in meinen Augen schlicht unrealistisch, Windenergie in Deutschland so hochzuskalieren, dass sie einen erheblichen Beitrag zur Energiewende leisten kann. Offshore sind die meisten möglichen Flächen bereits verbraucht und onshore wird PV+Batterie immer gewinnen. Wir reden hier über eine Verdreifachung des gesamten Strombedarfs, wenn wir sämtliche fossilen Energieträger loswerden wollen.