Diese Woche will die Bundesregierung ihr neues „Heizungsgesetz“ vorstellen. Um das Thema tobt seit langem eine Lobbyschlacht. Denn: Die Gaslobby will ihr Geschäftsmodell Heizen mit Gas um jeden Preis erhalten. Zentraler Lobbyist dabei: ein früherer Bundestagsabgeordneter: 🔽
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Der frühere energiepolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Bengt Bergt wechselte nach seinem Ausscheiden in die Gaslobby:

Seit Juni 2025 ist er nun Cheflobbyist beim Gaslobbyverband „Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft“ (früher Zukunft Gas). https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/spd-abgeordneter-wechsel-gasverband-100.html
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Ex-SPD-Abgeordneter wechselt zur Gaslobby

Der Ex-SPD-Abgeordnete Bergt prägte die Gaspolitik der Ampel-Regierung mit - nun wird er Lobbyist bei einem einflussreichen Gasverband. Bereits während seiner Zeit im Parlament hatte Bergt laut <em>BR</em>-Recherchen engen Kontakt zu dem Verband.

tagesschau.de

Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft ist ein PR- und Lobbyverband der Gasindustrie. Zentrale Akteure darin sind Gaskonzerne wie Uniper und SEFE (früher Gazprom Germania).

Er fiel in der Vergangenheit immer wieder durch irreführende Lobbybotschaften auf. https://www.lobbycontrol.de/lobbyismus-und-klima/gaslobby-wie-zukunft-gas-die-stadtwerke-einspannt-109387/
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Gaslobby: Wie Zukunft Gas die Stadtwerke einspannt

Die Gaslobby bindet Stadtwerke in ihre Lobbystrategie ein. Doch nun treten diese vermehrt aus dem Verband Zukunft Gas aus.

LobbyControl

Brisant: Der Gaslobbyist und Aufsichtsratsvorsitzende von „Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft“ Friedbert Pflüger bezeichnet Bergt als „Erfinder der Grüngasquote“.

Das Thema hatte es bereits in den Koalitionsvertrag geschafft – und nun offenbar auch ins Kabinett. Davon profitiert allein die Gasindustrie.
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Denn: Die Grüngasquote verlangt die Beimischung „grüner Gase“ beim Heizen. Das schafft massive Fehlanreize und Kostenfallen, weil es dazu einlädt, neue Gasheizungen einzubauen.

Fossiles Gas ist teuer und klimaschädlich und angeblich grüne Gase sind kaum vorhanden und auch enorm teuer.
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Außer der Gaslobby unterstützt eigentlich niemand das Konzept der Grüngasquote. Selbst die Wirtschaftsverbände VCI oder Wirtschaftsvereinigung Stahl kritisierten erste Vorschläge dazu.

Kritik kommt auch von Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden.

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Doch Bergt hat offenbar ganze Arbeit für die Gaslobby geleistet – und die Bundesregierung hat mitgemacht.

Ministerin Katherina Reiche zeigt damit erneut, dass sie ihrem Ruf als Gaslobby-Ministerin gerecht wird. Das darf so nicht durchgehen!
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Die letzte Bundesregierung hatte mit der Novellierung des Gebäudeenergiegesetz die Wende zu energieeffizientem Heizen eingeläutet. Das wieder rückabzuwickeln, vertagt Klimaschutz und führt in die Kostenfalle.

Mehr zur Rolle der Gaslobby beim "Heizungsgesetz": https://www.lobbycontrol.de/lobbyismus-und-klima/wie-die-gaslobby-das-heizungsgesetz-entkernt-hat-109931/
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Wie die Gaslobby das Heizungsgesetz entkernt hat

Die Debatte über das Heizungsgesetz tobt schon seit Monaten. Ein Blick auf Lobbyinteressen und Akteure.

LobbyControl
@lobbycontrol Bei mir würde jeder, der sich eine Gasheizung einbauen lässt zwei Dinge unterschreiben:
1. Man ist sich der möglichen Kostensteigerungen bewusst und verzichtet auf staatliche Hilfe. Als Vermieter ist man verpflichtet überdurchschnittliche Kostensteigerungen für Mieter*innen zu übernehmen.
2. Man verzichtet bei Schäden durch Extremwetterereignisse ebenfalls auf staatliche Unterstützung.
@lobbycontrol @Giliell 3. wenn es sich in wenigen jahren als großen fehler rausstellt schiebt man nicht "den grünen" die schuld zu sondern ist einzig und allein selber schuld.

@bws @lobbycontrol @Giliell

Doch, genau das wird passieren.

"Die Grünen" sind dank jahrelanger Springergehirnerweichung in Doitshlant bekanntlich an allem Schuld.

@bws @lobbycontrol @Giliell
Aber es heisst doch GRÜNgas. Da hat's die Verbrecher doch schon im Namen1!11
@musevg @bws @lobbycontrol Es ist aber auch logisch: weil Menschen, denen das Klima wichtig ist keine Gasheizung mehr haben, sind die Netzentgelte für die anderen viel höher. Deshalb sind die Leute ohne Gasheizung Schuld