Das ist ein sehr, sehr gutes Essay über u.a. verminderte Kreativität auf #ADHS-Medikation, die Sorge, ohne gar nicht mehr funktionieren zu können, existenzielle Krisen über die eigene Persönlichkeit, Verstärkung von Schlafproblemen und mehr.

I took #ADHD medication for 365 days - Ruri Ohama

https://youtu.be/mBodbOtNBwg

I took ADHD medication for 365 days

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Ich hab letztens drei Wochen Ritalin getestet, bin seit zwei Wochen vorerst wieder raus und werd demnächst mal anderes probieren.

https://chaos.social/@frumble/115423676067613308

Auch ich hatte das Gefühl von verminderter Kreativität: Auch das Gefühl, dass ich weniger tiefgründig denke als ohne und weniger empfindsam bin, etwa beim Schreiben; es fühlte sich permanent an, als ob mir im Denken ein _Streulicht_ fehlt. Und ich finde, dessen Qualitäten machen schon ziemlich viel in meinem Selbstkonzept aus.

Maxi 11x 💉 (@[email protected])

Ich muss auch sagen, ich hab mir generell viel mehr davon erwartet. Der ruhige Kopf, den ich von LSD kenne, stellte sich mit Ritalin Adult nicht ein (obwohl es letztes Jahr bei einem geschenkt bekommenen Unretadiertem geklappt hat – ergibt das Sinn?!). Ich fühl mich die ganze Zeit ziemlich aufgekratzt, so stell ich mir tatsächlich eher Koks vor. Ich hab im Straßenverkehr eine Idee mehr Vorsicht registriert und fokussierteres Verfolgen von Vorträgen. Aber zum privat Arbeiten keinerlei Vorteile.

chaos.social
Ich hab heute was ausprobiert: Sagenhaft winzige 2,5 mg Ritalin Adult, also 1/4 einer 10-mg-Pille, geben mir immer noch eine Idee besseren Langzeitfokus, etwa beim Zuhören von gesprochenen Artikeln, ohne mein kreatives 'Streulicht' zu dimmen.
Erfreulich, aber der Stoff ist natürlich Quatsch so. Da braucht ich was anderes. Zumal man die Adult wegen der kaskadierten Retardierung eigentlich auch nicht öffnen sollte.
Ich hab hier in der Diskussion die Idee gehört, dass ich mit den vormaligen Nebenwirkungen wohl überdosiert sei, darum das Experiment. Aber auch neulich 5 mg und 2,5 mg heute hielten das Gedankenkarussell nicht an, der Kopf wurde nicht stiller, nur 'steriler'. Damit verfehlt das Mittel bei mir sein Ziel (ich hätt manchmal einfach gerne nen ruhigeren Kopf und nähm dafür auch die kreativen Einbußen in Kauf, will das nicht mal ständig nehmen).

Hab im November #Lisdexamfetamin / #Elvanse ausprobiert, nachdem es mir RL ringsum empfohlen worden ist. Der Preis ist erstmal ziemlich happig (privatversichert mit Selbstbehalt, das Limit muss man also erstmal im Jahr erreichen). Mit 20 mg war ich überdosiert, mit 10 mg hab ich nach einer Woche keine Vorteile mehr davon wahrgenommen, hatte aber dennoch hartnäckige Einschlafschwierigkeiten. Das war widerwärtig.

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#ADHS

Hab keine sagenhaften positiven Wirkungen feststellen können. Die Retadierung ist sanfter als Ritalin / MPH: Keine rasche Spitze und kein abrupter Wirkstopp.

Meine Denkprozesse haben sich weniger beeinflusst als mit Ritalin angefühlt, ich hab mich damit mehr bei mir gefühlt.

Aber für mich keine Offenbarung, ein ruhiger Kopf auch damit nicht. Weniger rastlos als mit Ritalin, aber das sollte ja eigentlich gar nicht sein.

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Das Plus an Energie und Antrieb war nett (wie mit MPH), aber mit 10 mg wie gesagt nach wenigen Tagen verschwunden.

Dann nochmal ein Rezept für #Methylphenidat geholt und diesmal ein Generikum statt das #Ritalin-Original genommen, das MPH von "AL". Viel, viel angenehmer für mich als das Original! Es ist weicher, weniger analytisch, die Retadierung auch runder und ich fühle mich auch in Denkprozessen und Persönlichkeit bei mir. Fühle einen netten Wunschfokus und angenehmen Antrieb.

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Bei Ritalin und LXD war auch ein merkbar erhöhter Augeninnendruck wahrnehmbar. Das bedeutet Risiko für Glaukom! Selbst der ist nun mit dem Präparat von AL geringer.

Statt Rastlosigkeit auch endlich ruhigeren Kopf bei Fokus.

Bei dem Präparat freue ich mich zum 1. Mal drauf, es zu nehmen! Mit den anderen war das eher ein "Näääh…".

Nehme jetzt aber auch nicht täglich die 10 mg, sondern je nach dem, was ansteht und wie motiviert ich bin. So finde ich das gerade tatsächlich bereichernd.

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War neulich mit absichtlich höherer Dosis #Lisdexamfetamin bei der Augenärztin, die konnte keinerlei erhöhten Augeninnendruck feststellen, obwohl es sich halt so anfühlt. Aber dann wohl kein höheres Glaukom-Risiko?

5 mg LDX bleibt für mich gut verträglich, mit 7,5 mg LDX bekomme ich dann noch einen für Sport vorteilhaften Energie-Boost; darüber wird es erfahrungsgemäß zu schwierig mit Ein- und Weiterschlafen.

Schon 5 mg LDX sind nicht für jeden Tag geeignet, wenn ich am Folgetag sicher ausgeschlafen sein will.

Erfreulich ist das Entzugsprofil von LDX bei mir mit der vergleichsweise geringen Dosis: Während ich nach schon zwei Tagen mit 10 mg MPH bis zu fünf Tage Entzugserscheinungen hatte, kann ich nach einer Eingewöhnungsphase nun LDX anscheinend ohne Entzugsmüdigkeit und Stirnschwere aussetzen.

Ähnliche Vergleichserfahrungen dazu neulich hier:
https://nrw.social/@hauchvonstaub/115424301716938992

hauch (@[email protected])

@[email protected] Absetzerscheinungen bei MPH halten bei mir immer etwa 3 Wochen, allerdings lassen sie nach einer Woche schon deutlich nach. Ist bei LDX deutlich kürzer, nur Tag 2 und 3. Es kann sein, dass du unretadierte Stimulanzien besser verträgst, ist wohl eine häufigere Erfahrung im Zusammenhang mit Autismus. Dann kann es allerdings auch zu Problemen mit LDX kommen, wenn du Pech hast. Du kannst z.B. mal testen, ob du grünen Tee, Kaffee oder Energydrinks bei gleicher Dosis besser verträgst.

NRW.social

Hatte den Tipp bekommen, mal das #Lisdexamfetamin höher zu dosieren. Die meisten Nebenwirkungen träten eher bei Unterdosierung auf.

Habe dann experimentell deutlich über die Schwelle, die ich bislang als Überdosis markiert habe, erhöht: Bin von 5 mg hoch auf 30 mg.

Das brachte zwar perfide Einschlaf- und Weiterschlafprobleme, die das in der Kosten-/Nutzen-Betrachtung unpraktikabel erscheinen lassen, aber die Effekte waren sehr, seeehr interessant:

#ADHS

Ich erzielte damit mühelose Hochkonzentration über 10h für Texte und Debatten.

Grob vergleichbar mit dem letzten MPH-Präparat, das bei mir aber nur wenige Tage anschlägt & mir meinen Charakter zu sehr beeinflusst.

Die 5 mg helfen auch bereits etwas bei Langzeitfokus, aber die 30 mg waren eine völlig andere Welt.

Darum versuch ich mich jetzt Woche um Woche um 5 mg hochzugewöhnen. Es stellt sich tatsächlich langfristig eine gewisse Toleranz ein und die Schlafschwierigkeiten werden geringer.

Für mich rätselhaft, wieso ich so hyperempfindlich darauf reagiere. Die übliche Eindosierung mit LXD beginnt bei 20 mg, das waren auch meine Kapseln. Davon hab ich ad hoc eigentlich keinerlei positive Effekte gehabt: Fühlte mich innerlich unruhig und sehr reizbar, außerdem zu viel 'Stechen' in der Stirnregion gehabt. War für mich daher plausibel, dass ich bereits überdosiert sein müsse. 'Rücksprache mit dem Psychiater halten' konnte ich eh vergessen, der hat offensichtlich keinen Plan.
Aber möchte den wegen Mangels seiner Fachkenntnis auch nicht wechseln (und mir Stress machen); hol ich mir halt die Expertise von woanders her. Der ist für mich wie ein Internetprovider: Er soll nur die Rezepte ausstellen und sonst bitte nichts. ;)

Ich feindosiere, indem ich die LDX-Kapseln öffne und wie bei Koks eine Line ziehe ;) (diese aber natürlich dann nicht schnupfe, weil ich nicht behämmert bin und die Retadierung bei Lisdexamfetamin übrigens sowieso nicht 'kickt'; davon kannst du auch nicht süchtig werden). Geht auch mit Auflösen in Wasser.

Aber nur bei LDX machen, bei MPH funktioniert die Retadierung offenbar durch ein Osmose-System in den Kügelchen.