Die Ukraine ist der 4. Krieg, den Putin begonnen hat, um sein Rating beim Volk zu erhöhen. Wir können natürlich von "Putins Krieg" sprechen. Wir können uns aber auch fragen, was für eine Bevölkerung das ist, bei der man sich beliebt macht, indem man Angriffskriege anzettelt.

@afelia

Gehst Du davon aus das die eigene Bevölkerung nicht leidet?

@maexchen1 Kaum. Und wenn, dann verstehen sie nicht, wie das mit dem Krieg zusammenhängt.
Sogar Soldatenmütter sind stolz, dass ihr Sohn als Held fiel (und dass sie 100.000 Rubel bekommen).
@afelia @maexchen1 cherry picking. es ist davon auszugehen, dass es auch (noch) viele andersdenkende gibt. jahrelange indoktrination, repression und auswanderungen haben keine nennenswerte opposition hinterlassen. putin mag vieles sein, aber nicht dumm.
m.e. hat putin die kriege (und die damit verbundenen internen massnahmen) nicht angezettelt um sein rating zu erhöhen, sondern um seine macht zu untermauern. ein "rating" innerhalb russlands ist eh nicht zu verifizieren.
@afelia @maexchen1 ich fände es wesentlich produktiver eine platform zu nutzen um teilen jener bevölkerung mut zuzusprechen und sie aufzufordern aktiv zu werden, als pauschal abzustrafen.

@afelia

Das darf man nicht sagen!

Man darf auch nicht sagen, dass in den USA Rassisten Trump wählen bzw. wer in Deutschland AfD wählt, ein Nazi ist.

Der Wähler ist immer unschuldig, überfordert, fehlgeleitet, ...

Nie bösartig, dumm, gierig, unmenschlich.

@afelia Ich glaube nicht das Putin da vorher jemanden gefragt hat. Über die Medien wird ja nur eine (Putins) Version der Wahrheit verbreitet.

Meinungen bilden sich selten aus dem Verstand, sondern aus der immer währenden Wiederholung von Parolen und den bedürfnis von Menschen dazu gehören zu wollen.

Über "sozial Media" kommt die Propaganda auch bei uns an und trifft auf fruchtbaren Boden. Unsere Politiker tun da ihren Beitrag. Wenn sich nicht wenige an allen Bereichern...

@afelia
Ist das nicht ein bisschen sehr unfair der russischen Bevölkerung gegenüber?
Was mit Russ:innen passiert, die das öffentlich kritisieren hat man ja schon oft genug gesehen.
@ingonymous Jo, aber die allermeisten wollen das nicht. Da erzählen Leute selbst im sicheren Deutschland mit strahlenden Augen von Putin. Ich habe freundschaftliche und familiäre Kontakte nach Russland. Die Begeisterung ist echt. Wie in vielen Ländern in der ganzen Geschichte.
@Marina Weisband ich versuche gerade mit glukhovskys "wir" da etwas durchzusteigen.

aber ganz pauschal geht das natürlich mit nationalismus!  ich kann nichts, ich bin nichts, aber wenigstens gehöre ich zu volk xy und die anderen sind schlechter. und krieg und opferbereitschaft erhöht das selbstwertgefühl, zumindest bis man direkt im krieg ist. transzendenz: man gehört etwas größerem an. tragisch-tapfere heldenpose.

und nachdem ich archipel gulag gelesen hatte, bin ich der überzeugung, da ist ganz viel in stalins zeiten eingeübte selbstverleugnung und aktive verdrehung der wirklichkeit mit dabei. und natürlich totale gnadenlosigkeit ggü anderen ...
Autor und Kremlkritiker: Warum braucht Russlands Politik immer einen Krieg, Herr Schischkin?

Michail Schischkin ist einer der bedeutendsten Autoren Russlands. Er sagt: Russland kann nur von jemandem geführt werden, der Kriege gewinnt.

DER SPIEGEL

@afelia
Vermutlich ist es leider die gleiche bequeme Bevölkerung wie so oft auf diesem Planeten.

Ich denke kein Mensch der schon mal Kriegsauswirkungen erlebten musste freut sich darauf.

Es gibt aber etliche Personen, die sich nicht trauen sich und ihre Meinung richtig zu zeigen, weil sie Angst haben zum Feind zu werden.

Und wenn ein Staatsapparat sich mit Medien- und
Bildungskontrolle diese Ängste zu nutze macht, um Kontrolle auszuüben, ist dies das Ergebnis: Die Matrix der Lemminge.

@afelia Das hat nicht ursprünglich mit Putin zu tun.
Den Spruch: "Hat ein Herrscher in Inland Probleme fängt er einen Krieg an" ist viel älter. Das funktioniert auch oft, weil bei Kriegen das Volk zusammenhalten muss gegen einen Angreifer und das Volk unterstützt den Herrscher gegen den Feind. Die Inlandsprobleme treten in den Hintergrund oder sind vergessen.
@Alter_Mann @afelia
...nur dass ich hier kein Problem im Inneren sehe. Putin hatte sich ja erst eine echte Reputation erarbeitet (wovon er bei vielen heute noch zehrt, vonwegen, er hat die Korruption beendet usw.), und das Gasgeschäft hätte ewig wunderbar weiterlaufen können (mit unseren 'Volksparteien').
Sein Problem war, glaub ich nur, dass er dann von der eigenen Korruption und Mafia-strukturen ablenken musste... und nachdem alle Korrupten im Inland, also die,

@Alter_Mann @afelia
die sich ihm nicht unterwerfen mochten, ausgeschaltet waren, brauchte er weitere #Feinde ,an denen er seine Reputation aufbauen konnte... mit kleinen Kriegen anfangen, und weil's so gut läuft, kommt man zum grossen Krieg...

genau, das hast du ja beschrieben. ich spintisiere weiter, denn die Frage war ja, wieso funktioniert dann bei den Leuten sogar ein Krieg noch?

@Alter_Mann @afelia
Für die meisten Leute, durch den grössten Teil der Geschichte war es ein Luxus, überhaupt in Ruhe leben zu dürfen. Immer ist man bedroht oder fühlt sich bedroht. Vom launischen Burgvogt, vor der Atombombe, vom Blackout, von den schlechten Männern, vom Virus oder vorm Staat der einen zwingt eine Schutzmaske zu tragen, von diesen Fanatikern die so komische Ansichten haben... durchaus reale Bedrohungen darunter.

...und dann kommt so ein Putin

@Alter_Mann @afelia
und zieht die glänzende Rüstung an und spricht die unflätige Sprache der Krieger, und zieht los die bösen Nazis auszurotten, die jüdischen Nazis...
Da kann man doch nur noch Hurra schreien!

- Mama, was sind Nazis?

- Das sind die Bösen, Kind, hörst du doch. Und Putin ist der Gute. Ausser dass das Brot nicht noch teurer wird, brauchst du dir mit Putin keine Sorgen mehr zu machen.

@afelia verbittert, brainwashed, rassistisch.. Russen waren das schon immer. Ich kenne das von meiner Verwandtschaft.

Aber auch viele, die sich der Propaganda aus Selbstschutz hingegeben haben.

@leonid @afelia

verbittert, brainwashed, rassistisch... Deutsche waren das schon immer. Ich kenne das von meiner Verwandtschaft.

@afelia "...was für eine Bevölkerung das ist,..."
Na so eine, die Kinder zeugt und dann stolz darauf sind wenn sie dann für's Mütterchen Russland sterben.

@afelia

Was soll man darauf als Deutscher antworten…?

@afelia
Ich verstehe den Zweck dieser Aussage nicht. Hetzen wir jetzt gegen die russische Bevölkerung?
@afelia Er verheizt die Minderheiten von weit weg, der Rest ist mit seinem Leben beschäftigt und schaut abends fern.

@afelia

Machen wir uns nichts vor: Angriffskriege sind erst dann unpopulär, wenn die Niederlage der Bevölkerung klar vor Augen steht. Die russische Bevölkerung unterscheidet sich da nicht von der anderer Länder (USA, Israel, Deutschland 1914 und 1939, Argentinien 1982).

@afelia

Patriotismus ist nicht weit entfernt von Nationalismus. Allerdings hat der gemeine Russe auch nicht wirklich viele Informationsmöglichkeiten um sich eine eigene, fundierte Meinung zu bilden. Dagegen sprechen aber Meinungen, die Deutsch-Russen bisweilen hier in Deutschland verlauten lassen.

@christiansagt Ich schließe mal von den Deutschen* auf die Russen: Es liegt nicht an den fehlenden Informationsquellen, sondern an dem Drang, sich einem Mehrheitswillen (in vorauseilendem Gehorsam) unauffällig unterzuordnen.
🙈 🙉 🙊

*Wenn Du hier Mitmenschen mal ganz konkret nach aktuellen politischen Inhalten in der BRD fragst... 🤮
@afelia

@afelia Gerade gestern noch berichtete ein Journalist aus Moskau, dass es genug Hinweise dazu gebe, weil die russische Staatspropaganda die Bevölkerung weiter verdummt und erzählt, die Ukraine hätte angefangen.

Gleichzeitig berichtete er aber auch, wie extrem schwer es sei, auf der Straße überhaupt irgendeine politische Meinung zu hören. Standardantwort: „Politik interessiert mich nicht“.

Ähnliches höre ich auch hier von Verwandten.