Nach meinem Vortrag in Gießen gabs ein Interview mit #Hessencam. Ich hatte Gießen als Anlass genommen, über Höcke zu referieren, der dort (mit Gansel) Geschichte studiert hat, und über Cotar, die dort für die #AfD in den Kreistag eingezogen ist.
https://www.youtube.com/watch?v=Bq8y1_NiHYw
Freier Markt für den "Technofaschismus"? - Interview mit Andreas Kemper

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1. @andreaskemper

Was mir zunehmend auffällt: In Teilen der linken Bubble ersetzt moralische Selbstgewissheit die sachliche Auseinandersetzung. Da wird viel etikettiert, viel unterstellt – aber wenig argumentiert.

Wenn jede abweichende Position sofort als „rechts“, „reaktionär“ oder „neoliberal verseucht“ gilt, dann ist das kein Diskurs mehr, sondern ein geschlossenes Milieu. Und genau dort beginnt das Schwurbeln – nur eben im eigenen ideologischen Spiegel.

@carrabelloy Ein ganz wesentlicher Punkt, mit dem SOFORT und nachhaltig die gesamte Pseudoargumentation von Martenstein weggewischt ist:
Höcke IST ein Faschist und er IST zentraler Bestandteil der AfD. Er wurde gerade auch in NRW gefeiert (Dortmund, Düsseldorf... AfD Paderborn: mehr Höcke wagen). Und Martenstein will das nicht wissen, sondern macht sich zum Steigbügelhalter. Seine Rede ist absolut peinlich.

1. @andreaskemper Genau das ist der Punkt, an dem für mich die Debatte kippt.

Sobald alles auf das Label „Faschist“ reduziert wird, endet jede inhaltliche Auseinandersetzung. Dann geht es nicht mehr um Argumente, sondern um moralische Abwertung. Und genau das ist das Problem.

Man kann Höcke politisch ablehnen – ich tue das in vielen Punkten selbst. Aber wenn jede Diskussion sofort mit einem Totalurteil beendet wird, wird aus Analyse Aktivismus.

Martenstein argumentiert nicht pro AfD.

@carrabelloy

Aber es wäre ethisch nicht okay und moralisch verwerflich, Höcke nicht als faschistisch zu bezeichnen, wo wir doch wissen, dass Höcke faschistisch ist.

Das ist mein Punkt. Wenn jemand faschistisch ist und Macht hat, sind wir moralisch verpflichtet, dies genau so zu kennzeichnen.

@andreaskemper 2. Er beschreibt ein gesellschaftliches Phänomen: warum Menschen so wählen. Das zu untersuchen heißt nicht, es gutzuheißen. Wer jede Analyse zur „Steigbügelhalterei“ erklärt, macht es sich zu einfach.

Und noch etwas: Demokratie muss auch das Aushalten von unbequemen Realitäten können. Wer glaubt, man könne Wähler oder Strömungen moralisch wegdefinieren, verkennt die Lage.

Debatte lebt von Argumenten, nicht von Etiketten.

@carrabelloy Es ist nach den Erfahrungen mit den Nationalsozialismus ethisch verwerflich, Faschisten nicht als Faschisten zu bezeichnen. Wenn wir den Schwur von Buchenwald "Nie wieder Faschismus!" ernst nehmen, dann bedeutet dies vor allem auch, Faschisten als Faschisten zu benennen. Indem Martenstein hier nur von "reaktionären" Positionen spricht und nicht von "neonazistischen", verharmlost er auf ethisch sehr problematischer Weise Faschismus.

2. @andreaskemper
Medienmacht wirkt in beide Richtungen. Wer permanent Narrative setzt, Frames wiederholt und moralische Überlegenheit inszeniert, darf sich nicht wundern, wenn die eigene Glaubwürdigkeit erodiert. Vielleicht wäre weniger Dauerempörung und mehr Selbstkritik der bessere Weg.

in dieser Debatte steht mir tatsächlich Harald Martenstein näher. Nicht, weil er unfehlbar wäre sondern weil er Widersprüche benennt, ohne sie sofort moralisch aufzuladen. Er bringt einen Punkt auf den Tisch

@andreaskemper
3. über den man nachdenken kann. Und genau das fehlt mir hier: das Interesse am Nachdenken jenseits der eigenen Blase.
Diskurs lebt von Reibung nicht von Echokammern.
Gerade heute durch dIe Offene Medienmacht somit Gestalltung, was du im Video so an Kritik befeuerst, da jeder es in der Digitalen Welt kann, ist in meinen Augen eine gute Errungenschaft. Das beste was passieren konnte um das System wieder ein wenig #Gleichgewicht zu stellen. Was die #EU gerade versucht einzureisen