Es ist zwar nicht der erste, sondern der letzte Sonntag im Monat, aber ich hab' ein paar Gedanken zum #DigitalIndepencenceDay, dem #DID.

Ich weiß nicht, wie ihr das erlebt, aber ich habe den Eindruck, dass Thema ist nicht über den #39C3 und dessen Dunstkreis hinaus gekommen. Und das wundert mich /2

2/ nicht. Denn die meisten Menschen haben keinen Leidensdruck, was den eigenen Datenschutz angeht. Google und Co. haben detaillierte Werbeprofile von mir? Who cares! Es tut mir im Alltag nicht weh..
Solange Menschen keine intrinsische Motivation haben, z. B. Instagram zu verlassen, tun sie es /3
/3 auch nicht. Und die moralischen und ideellen Argumente ziehen einfach nicht. Das ist wie mit Veganismus: klar, ist allen bewusst, dass es besser wäre, auf tierische Produkte zu verzichten. Aber den eigenen Komfort aufgeben möchte man nicht, vor allem nicht als erster. Und aufgrund von /4
4/ Netzwerkeffekten ist es sogar ein signifikanter Nachteil, als erster aus einer Gruppe von Freund*innen eine bestimmte Plattform zu verlassen. Es tut im Alltag einfach viel mehr weh, kein Instagram, Youtube oder Amazon mehr zu nutzen, als der aus der Nutzung resultierende mangelnde Datenschutz! /5
5/ Und damit bleibt es leider auch individualisierte Konsumkritik, die letztlich ein schwaches Argument ist. Was bringt es, wenn ich etwas ändere im Kampf gegen Milliardenkonzerne?
Ich denke, es braucht wieder mehr Proteste wie gegen den Artikel 13, damit am Ende die Politik etwas ändern und /6

6/ die Probleme strukturell bekämpft werden.
Keine Ahnung, wie man das macht und was gute Aufhänger dafür wären, aber vielleicht die aktuelle Klage gegen Meta, weil Instagram mutmaßlich absichtlich süchtig macht.
Was denkt ihr?

https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/zuckerberg-prozess-100.html

Zuckerberg sagt in Prozess um Social-Media-Suchtpotenzial aus

Es ist ein möglicherweise wegweisender Prozess in den USA: Eine 20-jährige Klägerin wirft Online-Plattformen vor, dass ihre Dienste süchtig machten. Nun trat Meta-Chef Zuckerberg in den Zeugenstand und verteidigte den Konzern.

tagesschau.de
@Datenproletarier
Ich glaube deine situationsbeschreibung passt. Hierzu Protest zu organisieren könnte allerdings sehr aufwändig sein.
Trotzdem halte ich es für wichtig die alternativen, wenn auch nur in der bubble, zu nutzen und zu promoten um zu zeigen dass es funktionierende alternativen gibt.