#Lebenspartnerschaft

Heute vor 25 Jahren beschloss der Bundestag das „Gesetz zur Beendigung der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Gemeinschaften“, das vor allem aus Diskriminierungen bestand. Die anschließende schrittweise Angleichung an die Ehe war größtenteils keine politische Entscheidung, sondern wurde mithilfe des Bundesverfassungsgerichts erstritten.

Ein insgesamt guter historischer Abriss dazu vom NDR. (Hörbeiträge und Text sind nicht identisch, sondern ergänzen einander.)

https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/von-eingetragener-partnerschaft-zur-ehe-fuer-alle,lebenspartnerschaftsgesetz100.html?at_medium=mastodon&at_campaign=NDR.de

#QueerHistory

Lebenspartnerschaftsgesetz ermöglicht ab 2001 die "Homo-Ehe" - langer Kampf um Gleichstellung

Als bundesweit erstes schwules Paar besiegeln Heinz-Friedrich Harre und Reinhard Lüschow am 1. August 2001 im Standesamt Hannover den eheähnlichen Bund. Möglich macht es das Lebenspartnerschaftsgesetz, das am 16. Februar 2001 unterzeichnet wurde. Ein Etappensieg auf dem Weg zur "Ehe für alle".

ndr.de

Zu solchen Beiträgen ließe sich natürlich immer noch einiges ergänzen bzw. korrigieren.

Ich hätte zum Beispiel gerne einen Euro für jedes Mal, wenn in solchen Beiträgen gesagt wird "der §175 wurde 1969 abgeschafft" oder "bis 1994 war Homosexualität strafbar", was beides gleich falsch ist. Weshalb es mit solchen Basisfakten so oft schiefgeht, werde ich nie verstehen

Mir fällt auch auf, dass meistens - zu recht - die katholische Kirche als Gegnerin der Gleichstellung hervorgehoben wird, während die hochproblematischen und von homofeindlichen Narrativen strotzenden Stellungnahmen der EKD unter den Tisch fallen.

Für meinen Geschmack bleibt auch die innerqueere Kritik an der Eheöffnungskampagne häufig zu unterkomplex oder entfällt gleich ganz.

Die lesbisch-feministische Ablehnung der Ehe als patriarchalem Konstrukt wird manchmal zumindest noch erwähnt, wenn auch selten ernst genommen.

Schwule Aktivisten befürchteten als Konsequenz des Normierungsdrucks der monogam gedachten Ehe aber auch eine noch weitere Marginalisierung jener Schwuler, die ihr Leben nach anderen Modellen für Sexualität und Beziehungen lebten - eine weitere Aufspaltung zwischen "guten und schlechten Schwulen". Meines Erachtens haben sich diese Befürchtungen inzwischen als berechtigt erwiesen.

#Lebenspartnerschaft #LGBTQIA #Journalismus