Das Überholungskonzept zwischen dem RE30 und dem Fernverkehr auf der Strecke Stralsund - Pasewalk - Berlin ist grauenhaft. Das ist ein Paradebeispiel für: „das Land bestellt einen Stundentakt im Nahverkehr, aber Fernverkehr ist immer noch wichtiger, koste es was es wolle“. Natürlich ist es sinnvoll, FV zu priorisieren, aber meiner Meinung nach nur, wenn der FV schneller ist als der NV (also z.B. zwischen Berlin und Lutherstadt Wittenberg). So hat der RE30 (die Umläufe an den Tagesrändern ausgenommen) in Anklam (Richtung Berlin) oder in Greifswald (Richtung Stralsund) rund 20 Minuten Standzeit zur Überholung vom FV. Diese werden durch random Halteausfälle kompensiert. Doch sobald der FV verspätet ist (aufgrund der Durchbindung bis mind. von/nach Frankfurt (Main) nicht unwahrscheinlich), bekommt der RE30 Verspätung. Das resultiert dann in Abschlussverlüsten in Stralsund (Richtung Rostock und Rügen) sowie in Angermünde (Richtung Berlin und Schwedt). Die Anschlüsse warten nämlich häufig nicht, da sie z.B. in Luckenwande nur 7 Minuten Wendezeit haben.
Stundentakt ist schön und gut, aber bitte zuverlässig. Ist es wirklich sinnvoll, über 100 Reisende in Angermünde fast 60 Minuten stehen zu lassen, nur damit der FV nicht noch 10 Minuten extra Verspätung bekommt?
Ich hoffe, dass mit dem nächsten Fahrplanwechsel endlich ein sauberer 60' Takt für den RE3 kommt, der keine dämlichen Überholungen für den FV enthält.
Ebenfalls wären mehr Blockabstände gut, damit die Züge weniger Verspätung bekommen. Aber wenn seit Jahrzehnten nicht einmal Geld für die Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf 160 km/h da ist...
Achja, und wieso ich so viel Zeit habe das hier herunter zu schreiben? Richtig, weil ich gerade selber in Angermünde warten darf, immerhin im RE30 der in ca. 30 Minuten zurück nach Stralsund fährt.

