Rede der Aktionsgruppe Flederhörnchen über keine A39 Waldbesezung und Räumung - Anlass war die Ratssitzung der Hansestadt Lüneburg am 12.2.2026 und eine Anfrage der Gruppe DIE LINKE im Rat

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Rede der Aktionsgruppe Flederhörnchen über keine A39 Waldbesezung und Räumung

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Text der Rede
Liebe Freundinnen und Freunde, Liebe Genossinen und Genossen,

mit der Räumung des Lüni wurde für uns nicht nur ein Wald, sondern ein Zuhause zerstört. Für gut einen Monat haben wir uns einen Lebensraum mit diversen Tieren und Pflanzen geteilt. Das wir gehen mussten ist schlimm. Aber wir werden ein neues Zuhause finden – anders als die Flora und Fauna, mit der wir zusammengelebt haben.

Voller Hoffnung auf einen Schritt in Richtung Klima- und Umweltgerechtigkeit und voller Vorfreude auf eine Utopie im Wald, haben wir bei eisigen Temperaturen im Wald ausgeharrt. Das war anstrengend und kräftezehrend.

Aber wir wissen, dass das notwendig war. Wir wissen, dass wenn schon bei lokalen Umweltkämpfen kapitalistische Interessen priorisiert werden, dass dann der globale Kampf um Klimagerechtigkeit gar nicht erst angegangen werden kann.

Nun fragen wir uns, was bleibt. Es bleiben die Freund- und Bekanntschaften, die wir gemacht haben. Es bleiben unsere solidarischen Strukturen, die Seite an Seite um jeden Baum kämpfen werden. Aber vor allem bleibt unser eiserner Wille, der durch keine Räumung und polizeiliche Willkür der Welt gebrochen werden kann.

Wir haben mit unermüdlichem Einsatz das Lüner Holz und überhaupt die ganze A39 wieder zum Thema gemacht. Und wir haben gezeigt, was möglich ist, wenn man sich von den staatlichem, kapitalistischem System lossagt. Denn auch wenn unser Leben im Wald kein besonders luxuriöses war, so war es doch ein Freies.

Wir wissen, dass unser Kampf nicht umsonst war. Und wir wissen, dass wir siegen werden. Ob heute oder morgen.

Wir als Waldbesetzer*innen werden uns weiterhin dort in den Weg stellen, wo soziale Strukturen oder unsere Umwelt von kapitalistischer Geldgier bedroht wird. Wir werden zeigen, dass sich die harte Arbeit, die es benötigt, eine Besetzung aufzubauen und die teils widrigen Umstände unter denen wir lebten, auszahlen. Nicht nur für uns, sondern für alle, die unseren schützenswerten Planeten bevölkern.

Zum Schluss wollen wir uns noch bedanken. Unsere Waldbesetzung wäre nicht möglich gewesen, ohne die Anwohner*innen, die uns unterstützt haben. Sei es mit Materialien oder einfach nur einer Tasse warmen Tees. Dafür geht ein herzliches Dankeschön raus.

Aber wir wollen ihnen dafür nicht nur danken. Wir wollen sie auch ermutigen weiter zu kämpfen – ebenso, wie wir weiter kämpfen werden. Denn Protest und Widerstand ist nicht nur eine Waldbesetzung oder eine Demonstration. Der Protest und der Widerstand ist vor Ort. Der Protest und der Widerstand sind alle, die für unsere Umwelt kämpfen.

A39: Widerstand gegen Autobahnbau geht weiter | ROBIN WOOD e.V.