Bezüglich des Empfangs von Sprachnachrichten war mir schon immer klar, wieso ich sie hasse. Zum Lesen brauche ich nur meine Augen und bin 10x schneller als beim Zuhören. In der Öffentlichkeit muss ich vorher Kopfhörer rauskramen und aufsetzen oder mir das Phone albern ans Ohr halten. Alles daran ist gegenüber einer (meinetwillen dann eben diktierten) Textnachricht eine Zumutung. (1/2)
Aber jetzt habe ich mal nachgedacht, wieso ich es auch hasse, Sprachnachrichten zu senden. Ich feile an fast allen Texten nach dem ersten Verfassen herum, das gilt für Mails und Postings wie für Messages. Die erste Version ist IMMER unzulänglich, sie braucht Präzisierung, Klarheit, schöne Formulierungen, passende Wörter. Mit einer Sprachnachricht (deren Eingabe zudem indiskret mitgehört würde) verschickte ich quasi den ersten schlampigen Draft meiner Botschaft. Für mich inakzeptabel. (2/2)
@formschub es gibt für mich akzeptable Verwendungen von Sprachnachrichten: zB wenn ich meinem Kind, was noch nicht lesen und schreiben kann eine Gute-Nacht-Nachricht schicke. Und ein anderes Argument von Trevor Noah finde ich auch nachvollziehbar: du weißt nicht, in welcher Stimmung ich bin, wenn ich den Text schreibe bzw. ich weiß nicht in welcher Stimmung er dich erreicht. (Seine Lösung war: beides parallel, also die gesprochene Nachricht zusätzlich als Text)
@Pterry Letztlich reden wir ja die ganze Zeit über die Nutzung eines Gerätes, das technisch ein Telefon darstellt. Wenn also jemand etwas sehr Dringendes von mir will, eine gewisse Stimmung mitteilen möchte, mögliche Missverständnisse »zwischen den Zeilen« auszuschließen wünscht, indem Rückfragen ermöglicht werden, kann man ja immer noch … telefonieren! 😉 (Diese Audio-Option zöge zumindest ich jeder Sprachnachricht vor. Und müsste ich Trevor Noah kennen oder soll ich den jetzt nachschlagen?)
@formschub Trevor Noah: südafrikanischer Comedian, der mal Host der Daily Show war. Er hat auch ein Buch über seine Kindheit während des Apartheidsregimes geschrieben, die für ihn sehr schwierig war (er hat einen weißen Vater und eine schwarze Mutter). Ich mag ihn sehr für seine Takes, weil ich von ihm noch kein wirklich abschätziges Wort über andere gehört habe.