Es überrascht mich immer wieder, wenn Menschen, überrascht sind, dass sie etwas nicht wussten oder etwas dazu gelernt haben. Denn das setzt voraus, dass diese Menschen dachten, bereits alles zu wissen.

Diese Annahme ist mir sehr fremd, aber sie begegnet mir immer wieder. Für mich ist "Nicht-Wissen" der Ausgangspunkt und der "Normal"-Zustand. Ich weiß sehr wenig. Und ich kann immer zu allen Themen etwas lernen

Habt Ihr Gedanken dazu? Als Lehrende beschäftigt mich das immer wieder.

@sonjdol Danke für deinen Gedanken! Ich selbst musste lange lernen (bzw. bin noch dabei), mein Unwissen einzugestehen und es nicht wie etwas schlechtes aussehen zu lassen.

Ich bin selbst Lehrender in einer Universität und versuche, meinen Studis von Anfang an klar zu machen, dass man mich zwar alles fragen kann, ich aber nicht unbedingt auf alles ne Antwort habe. Wenn es die Möglichkeit hergibt, gebe ich die Fragen zurück an meine Studis „Wisst ihr das?“. Das bezieht sie mit ein, vermittelt ein Bild von mir, dass ich vermitteln möchte (eben explizit nicht allwissend) und zeigt hoffentlich meinen Respekt.

Das geht in manchen Branchen besser als in anderen. Manchmal wird von mir erwartet, dass ich Dinge einfach weiß und Versagen (vielleicht ist es mir auch nur kurz entfallen und/oder ich hab ein Brett vorm Kopp) wird nicht toleriert. Hängt nach meinem Gefühl super von der Rolle ab, in der man sich gerade befindet.

Schönen Tag dir!