Bezüglich des Empfangs von Sprachnachrichten war mir schon immer klar, wieso ich sie hasse. Zum Lesen brauche ich nur meine Augen und bin 10x schneller als beim Zuhören. In der Öffentlichkeit muss ich vorher Kopfhörer rauskramen und aufsetzen oder mir das Phone albern ans Ohr halten. Alles daran ist gegenüber einer (meinetwillen dann eben diktierten) Textnachricht eine Zumutung. (1/2)
Aber jetzt habe ich mal nachgedacht, wieso ich es auch hasse, Sprachnachrichten zu senden. Ich feile an fast allen Texten nach dem ersten Verfassen herum, das gilt für Mails und Postings wie für Messages. Die erste Version ist IMMER unzulänglich, sie braucht Präzisierung, Klarheit, schöne Formulierungen, passende Wörter. Mit einer Sprachnachricht (deren Eingabe zudem indiskret mitgehört würde) verschickte ich quasi den ersten schlampigen Draft meiner Botschaft. Für mich inakzeptabel. (2/2)
@formschub
Ich hatte in den 90ern einen Anrufbeantworter und dort eine Weile eine gereimte Sprechaufforderung. Meine geschätzte Filmkollegin Dagie rief eines Tages an und sprach ihr komplettes Aniegen spontan gereimt drauf.
@slowtiger 😍❗️
@formschub
Und weil das alles auf Kassette war und ich ja nix wegschmeiße, konnte ich Jahre später, als sie danach fragte, ihr das Werk auch als Sounddatei liefern.
@slowtiger Das muss doch eine große Freude gewesen sein!

@formschub
Very.

Es gibt ein ganzes Musik-Sub-Subgenre "Stücke mit Texten von Anrufbeantwortern", mir fällt da spontan Felix Kubin ein, dem Mariola Brillowska mal eine Traumgeschichte aufgesprochen hat, sowie Dave Minnick, ein Meister des Fachs: https://davidminnick1.bandcamp.com/album/i-didnt-know-i-was-singing-vol-1

I Didn't Know I Was Singing vol. 1, by The Sursiks

16 track album

David Minnick
@slowtiger *bookmarkgeräusch*
@formschub @slowtiger
"Hey, how're doing?
Sorry you can't get through
Why don't you leave your name
And your number
And I'll get back to you..."
- De la soul, "Ring, ring" 😁