@goodthinkhunting @kuketzblog so gerne ich selber auch KI als Sparringspartner einsetze, mir Code-Schnipsel schreiben und Auswertungen schreiben lasse: die Idee, wir könnten in der Interaktion mit der Maschine tatsächlich etwas lernen, läuft allen unseren Erkenntnissen darüber wie lernen funktioniert zuwider.
Damit meine ich natürlich nicht, dass es unmöglich ist, Erkenntnisse zu generieren (sehen wir mal großzügig über die Hallus hinweg). Nein, "Lernen" als dauerhafte "Veränderung des Verhaltens, Denkens oder Fühlens aufgrund von Erfahrung oder neu gewonnenen Einsichten und des Verständnisses verarbeiteter Wahrnehmung der Umwelt" (Def hier von Wikipedia; wiss. Def ähnlich) benötigt Wiederholung und Elaboration (d.h. tiefe Verarbeitung und Reflektion der Inhalte) und Verknüpfung mit bereits bestehenden Vorwissen.
Das passiert aber in der Interaktionit der Maschine nicht. Na klar, wir könnten bspw Lerntagebücher selber führen in denen wir aktiv verarbeiten was die Maschine uns gelehrt hat - aber gerade in der Schule dürfte dies eine weitere Hausaufgabe werden, die die KI erledigt.
LLMs sind für mich ein sehr großer Komfortgewinn, den ich nicht mehr missen möchte - aber meine Hypothese ist, dass das auch nur so ist, weil ich sie in Bereichen anwenden kann, in denen ich bereits ohne KI erworbenes Wissen und Fertigkeiten habe.
@timon @kuketzblog Der richtige Einsatz von LLMs entscheidet über den Lernerfolg.
„Die Schülerinnen und Schüler, die mit dem GPT-Tutor geübt hatten, schnitten sogar um 127 Prozent besser ab als die Kontrollgruppe.“
Zum echten Lernen brauchen wir persönliche Interaktion und Beziehung, eine richtige Einbindung von LLMs in den analogen Unterricht und das Erlangen von Wissen zum kritischen Hinterfragen sind dabei unersetzbar.
https://deutsches-schulportal.de/bildungsforschung/wann-ki-beim-lernen-hilft-und-wann-sie-schadet/
@goodthinkhunting @timon @kuketzblog Du kannst doch den Lernerfolg nicht daran messen, wie sie hinterher mit KI abschneiden. Das ist ein Zirkelschluss. Das hier ist wichtig:
"Ganz anders sahen allerdings die Ergebnisse in den hilfsmittelfreien Tests aus, die auf die Übungsphase folgten. Die Schülerinnen und Schüler, die zuvor mit dem einfachen GPT-System gearbeitet hatten, lagen in den Prüfungen um 17 Prozent hinter der Kontrollgruppe. Die GPT-Tutor-Gruppe hingegen lag mit der Kontrollgruppe gleich auf – hatte also durch die KI-Nutzung keinen Lernvorteil, aber auch keinen Nachteil."
Also: bestenfalls machst du mit KI nichts kaputt.
(Abgesehen davon sollte Lernen ein wechselseitiger Prozess sein und Erfolg nicht mit Menge an Wissen gleichgesetzt werden).
@goodthinkhunting @skaphle Kannst du mir näher erläutern, was du damit meinst? Was meinst du mit "guter Vorarbeit"? Wie können LLMs da helfen? Wie gelingt der Transfer?
Also weil meine Position hab ich ja dargelegt, aber wenn es wirklich möglich sein sollte, die phänomenalen Ergebnisse der o.g. KI-Gruppen aus der Erarbeitungsphase dauerhaft zu verankern, sperre ich mich natürlich nicht dagegen. Das fände ich großartig.
@goodthinkhunting @skaphle oh wow damit hatte ich jetzt nicht gerechnet :D
Ich freue mich sehr drauf!