Vor 25 Jahren, explodierte in einem deutsch-iranischen Lebensmittelgeschäft in der Kölner Probsteigasse 44 ein Sprengsatz. Die Bombe stand einen knappen Monat unerkannt in dem Laden. Ein Mann war am 21. Dezember in das Geschäft gekommen, er hatte im Korb bereits eine rote Christstollendose mit weißen Sternen und packt noch eine Flasche Whisky und ein paar Kekse dazu.

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Als es ans Bezahlen geht, hat er kein Geld dabei, sagt, er wolle nur schnell nach Hause sein Portemonnaie holen und verschwindet. Daraufhin wandert der Korb in den Aufenthaltsraum hinter dem Laden der Familie.
Am 19. Januar 2001 will die 19-jährige Tochter den Wageninhalt Korbinhalt zurück ins Regal räumen und öffnet die Stollendose, welche daraufhin explodiert. Die Druckwelle zerreißt Türen und Fenster, Holzbalken im Geschäft knicken ein.
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Eine heiße Stichflamme verbrennt die junge Frau schwer. Sie wird zunächst im künstlichen Koma gehalten, monatelang in einer Spezialklinik behandelt und überlebt den Anschlag. Ein Bekennerschreiben hinterlassen die Täter nicht.

Die Polizei ermittelt anfangs in alle Richtungen. Ein Racheakt aus dem Rotlicht-Milieu, finanzielle Schwierigkeiten mit einem türkischen Bauunternehmer oder eine mögliche Vergeltung des iranischen Geheimdienstes gelten als möglich.

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Doch keine der Vermutungen bestätigt sich. Fünf Monate nach der Tat stellt die Kölner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen vorläufig ein, im Januar 2006 werden alle Beweismittel vernichtet.

Die Täter bleiben unbekannt, bis zur Selbstenttarnung des NSU unbekannt. das NSU-Terrortrio auffliegt. Bei der Auswertung des vom NSU verschickten Bekennervideos fällt den Beamten eine rote Christstollendose mit weißen Sternen auf.

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Bei der Nachverfolgung der Ermittlungen wird deutlich, dass die Polizei in NRW nicht alle Ermittlungsmöglichkeiten ausgeschöpft hatte, diese jedoch Hinweise auf das Trio liefern hätten können.

Das Attentat zerstörte die Existenzgrundlage der deutsch-iranischen Familie. Nachbarn sammelten Spendengelder. Doch die Familie schafften es damit, den Laden nur kurzzeitig wieder zu eröffnen.

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