Vor 75 Jahren entwickelten die Biokybernetiker Horst Mittelstaedt und Erich von Holst das Reafferenzprinzip. Es erklärt, warum die Umwelt um uns herum still zu stehen scheint, wenn wir uns durch sie hindurch bewegen, obwohl sich ihr Abbild über unsere Netzhaut bewegt. Wir verrechnen dafür unbewusst eigene und fremde Bewegung. Seine Wirkung merkt ihr, wenn ihr im stehenden Zug sitzt und der Nachbarzug anfährt, ihr aber denkt, ihr würdet euch selbst in Bewegung setzen.
Vor 30 Jahren publizierte ich meine Dissertation, in der ich zeigte, dass sich Heuschrecken, die in einem Schwarm fliegen, an der Bewegung ihrer Artgenossen orientieren, um im Schwarm zusammenzubleiben (Link zu einem RiffReporter-Artikel mit der Einleitung in die Dissertation im nächsten Post). Horst Mittelstaedt war Zweitgutachter der mit sehr gut bewerteten Arbeit. Er ermunterte mich, weiter zu forschen, aber ich entschied mich für den Seitenwechsel - und berichte seitdem als Autor und Journalist aus und über die Wissenschaft.
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