1/ „Während des Krieges machte #Bredel Propaganda für die Sowjetunion und versuchte als Mitglied des Nationalkomitees Freies Deutschland Wehrmachtssoldaten zum Aufgeben zu bewegen.“

Ehm, wir haben die Rolle des #NKFD immer anders gesehen. Ausrutscher in der taz?

https://www.taz.de/!6138385

#WilliBredel

Kulturkampf-Vorwürfe in Hamburg-Nord: Der Kommunist ist nicht mehr opportun als Namenspatron

Die Deutschland-Koalition in Hamburg-Nord will einer Geschichtswerkstatt den Saft abdrehen. Der Namensgeber Willi Bredel ist ihr plötzlich suspekt.

TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH

2/ „Nach dem Krieg brüskierte er mit „Das schweigende Dorf“ (1948) fast schon die offizielle Geschichts- und Gedenkpolitik in Sowjetischer Besatzungszone und DDR: Die hätte den #Holocaust lieber verdrängt.“

Das ist die offizielle Story aus dem Westen. Die Wahrheit ist: Niemand konnte in der DDR einfach so etwas drucken (Doch ich, zum Schluss auf Armeedruckern, das war lustig, aber es waren keine Bücher in hoher Auflage.)

Es gab Zensur. Hätte die #DDR die Veröffentlichung und Distribution unterbinden wollen, wäre das ein Leichtes gewesen.

Das Buch hatte aber 1951 noch eine zweite Auflage:

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/2GKQXHRQJEM4YGB56YEG5XR2HNYRYVPG

Und war dann von 1951 bis zum Ende der DDR in Bibliotheken verfügbar. Hier die Ausleihinformation aus dem Institut für Lehrerbildung Güstrow.

Mir geht das alles echt so was von auf die Nerven!!!

3/ Ich habe jetzt „Das schweigende Dorf“ von #WilliBredel gelesen.

Es geht um einen KZ-Zug, ein Dorf und darum, was in dem Dorf Ungeheuerliches passiert ist. Angeregt von einer wahren Begebenheit, aber nicht ganz den historischen Tatsachen entsprechend. Aber es zeigt: Es wurde von hohen #DDR-Funktionären (Bredel war im ZK) über #Nazis in der SBZ/DDR gesprochen.

Könnt Ihr hier lesen:

https://so-isser-der-ossi.de/2025/12/25/willi-bredel-das-schweigende-dorf-schuld-und-nazis-im-osten/

4/ #AufbauVerlag

„Zu seinem 40. Jubiläum im Jahr 1985 hatte der Aufbau-Verlag Werke aus 55 Ländern im Programm. Texte von Autoren, deren Weltrechte der Verlag besaß, wurden in alle bedeutenden Sprachen übersetzt. Deutlich war auch das nachhaltige Engagement des Verlages für jüdische Schriftsteller wie Lion Feuchtwanger, Anna Seghers, Arnold Zweig und Heinrich Heine.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Aufbau-Verlag

Nur weil das Gerücht über #Antisemitismus in der #DDR/durch die DDR-Führung nicht totzukriegen ist.

Aufbau-Verlag – Wikipedia

5/ Das schreiben Literaturwissenschaftler*innen über antifaschistische Literatur in der #DDR:

„Dennoch lassen sich, so Bach, punktuell auch alternative, im Leitdiskurs tabuisierte Erinnerungen nachweisen. So unterlaufe neben Bredels Beschäftigung mit Kollektivschuldthese und Schicksal der Juden auch die Darstellung des jüdischen Widerstands im Warschauer Ghetto in Die Zeit der Gemeinsamkeit vorherrschende Erinnerungsmodelle. Indem Hermlin die Ziele der Kommunisten und der Juden beim Ghettoaufstand verbindet, schreibe er "entgegen der fortschreitenden Marginalisierung des jüdischen Schicksals in der SBZ/DDR eine Erzählung über das Leben im Ghetto" (167). Mit der Darstellung der Leiden von Juden im Überlebenskampf gestalte er eine weitere in der SBZ/DDR marginalisierte Erinnerungsspur.“

Ist halt die Unwahrheit, denn das jüdische Schicksal wurde in der Schule ausführlich behandelt. In der neunten Klasse. Alle Kinder in der DDR haben die Frühlingssonate behandelt, die von Willi Bredel geschrieben wurde. Bredel war mit Ulbricht aus Moskau zurückgekommen und war dann politischer Instrukteur der KPD, später Mitglied im ZK der SED.

Der Jude Stephan Hermlin war mit Erich Honecker befreundet. Er war einer der beliebtesten Schriftsteller der DDR.

Sein Sohn Andrej Hermlin hat am 7.10.1989 im Palast der Republik mit seiner Band Musik zur Feier des 40. Jahrestages der DDR gemacht.

Tabus? Das ist irgendwie eine Legende. Diese findet sich aber überall: bei den Historikern, bei den Literaturwissenschaftlern, in den Medien? Warum nur?

Vielleicht ein kollektives schlechtes Gewissen? Darf es nichts geben, wo die DDR besser war?