@mavori @AwetTesfaiesus Der Haken ist das Wort "die Materie". "Die Materie" ist ja buchstäblich jedes Regularium, das unser gesellschaftliches Zusammenleben oberhalb der Landesebene und unterhalb der Europaebene bestimmen soll.
Insofern ist für mich die Frage, was hier der größere ethische Fallstrick wäre:
- Entweder Entscheidungen, die nominell das eigene Gewissen treffen sollte, auf Basis der Fraktionsmeinung zu treffen.
- Oder zu glauben, dass man fachlich höchst komplexe Entscheidungen aus buchstäblich allen Fächern so gut durchdringen kann, dass das eigene Gewissen stets eine fundiertere Entscheidung treffen wird - eine Leistung, von der ich mir nicht sicher bin, ob sie erstens möglich ist, und die zweitens angesichts der nötigen Wissensbreite sicherlich in die Ressourcen für den restlichen Job schlagen würde.
Und, nächstes Problem: Würde man sich für Variante zwei entscheiden, wäre die Frage, woher man die Informationen für die eigenen Entscheidungen bezieht. Vermutlich wird man ja nicht Studiengänge belegen und Literarturrecherche betreiben, sondern sich das aufbereiten lassen. Von den eigenen wissenschaftlichen Mitarbeitenden? Das sind nicht unendlich viele und sie haben auch anders sicher gut zu tun. Von den Fachpolitiker*innen der Fraktion? Das sind die, die (hoffentlich) die Fraktionsmeinung bestimmen, da wären wir dann wieder bei der Fraktionsstimme.