Neulich hatte ich ne dumme Idee. Aber nachdem ich sie nun einige Tage lang sacken ließ, gefällt sie mir irgendwie zunehmend besser.

Wie wärs, wenn man die #Erbschaftssteuer und die #Rente koppeln würde? Also den Teil, den der Staat dazu geben muss. Je höher der ist, desto höher die Erbschaftssteuer, mit der man dann die Rente bezahlt.

Das würde den Generationenvertrag stärken und verhindern, dass die einen irre viel auf ein Mal kriegen und die anderen verarmen. Ich kenne einige ältere Menschen, die ihren Reichtum durch Renten angespart haben, die heute höher liegen, als das was ich mit Vollzeitstelle verdiene. Da wäre es doch nur fair, wenn das auch wieder an die geht, die es bezahlt haben.
Außerdem hätten Superreiche dann ein sehr hohes Interesse daran, dass die Rente läuft. Arbeitgeber hätten dann z.B. viel weniger dagegen einzuwenden, dass ihr Beitrag steigt.

Es geht in der #Rentendebatte ja immer darum, wie viele Arbeitnehmer einen Rentner unterhalten. Warum dreht man es nicht mal um und fragt, wie viele Erben auf eine vererbte Millionen kommen?

@reticuleena

Bei der Erbschaftssteuer gibts zuviele Schlupflöcher, wie z.b. das Ding mit den X Wohnungen oder dem Firmenbesitz wo es auf einmal egal wird.

Außerdem löst dein Vorschlag überhaupt nichts an der Generationengerechtigkeit.

Alles was das erreichen würde, wäre das Erben dann nichts mehr erben. Du kannst mir nicht erzählen das dieser Staat die Einkommensteuer oder die Rentenbeiträge senkt.

Bzw. ich müsste erst Zahlen dazu sehen wieviel vererbt wird, für Kontext.

@reticuleena Das ist genial.
@anikke @reticuleena das setzt voraus das regierende nicht von den Superreichen mit lugrativen Nebenverdiensten überzeugt werden.
Die sind zwar doof, aber so doof ist nicht mal Friedrich.
Ich will das Deutschland von der EU gezwungen wird ne anti Korruptionsabteilung zu bilden.
Dann hätten wir auch wieder ne andere Politik

@reticuleena Ich bin gerade etwas irritiert, wie willst du die koppeln?
Nur zur Einordnung, wie ich das verstehe:

Die Erbschaftssteuer ist schließlich eine Steuer auf den Nachlass, den die Erben auf den Teil des Erbes des Erblassers zahlen, der oberhalb des Freibetrags liegt.
Wenn du jetzt versuchst, den Teil, den der Staat dazuschießen muss, über steigende Erbschaftssteuer zu kompensieren, wirst du ohne Stopfen von Lücken in den Regelungen (Stichwort: Verschonungsbedarfsprüfung) und Anheben von Steuerfreibeträgen, aktuell vor allem die Leute mit dem Vermögen am unteren Rand überproportional erwischen.

@DirkBoente Das ist ja Ausgestaltungssache. Aber wichtiger Hinweis, dass natürlich andere sinnvolle Maßnahmen davon nicht ihre Dringlichkeit verlieren :)
@reticuleena
Jo.
Meiner Meinung nach verträgt sich das aktuelle Umlage-System mit Steuerzuschüssen nur unzureichend mit der Kopplung über einen dynamischen Faktor an die Erbschaftssteuer.
Herr Fratzscher vom DIW hatte ja einen Vorschlag gemacht, innerhalb des Rentensystems auszugleichen, was ich kurzfristig und mittelfristig für einen vernünftigen Vorschlag halte.
(Rentenniveau nach aktueller Rentenformel festsetzen und dann bis 2031 pro Monat 50€ mehr für alle Renten https://www.zeit.de/wirtschaft/2025-11/rentenstreit-rentenpauschale-vorschlag )
Langfristig müssen wir uns m.E. vom Umlagesystem verabschieden und uns an Nachbarstaaten orientieren, vorzugsweise an den nordischen Ländern, der Niederlande oder der Schweiz. Letzteres würde aber auch einen radikalen Umstieg im gesamten Besteuerungssystem eigentlich notwendig machen.
Bei Letzteren würde man auch wieder eine saubere Mindest‑Erbschafts‑ und Vermögenssteuer bekommen.
Allerdings, ob Union und SPD sich da wirklich herantrauen 🫣
Rentenstreit: Wie wär's mit einer Rentenpauschale?

Höhere Renten für die Älteren, aber keine Zusatzlast für die Jüngeren? Es klingt zu gut, um wahr zu sein. Ein pauschaler Rentenzuschlag könnte eine gerechte Lösung sein.

DIE ZEIT
@DirkBoente Ich find das Umlagensystem eigentlich nicht schlecht. Das Problem sind die erwähnten Schlupflöcher und Ungerechtigkeiten. Besonders die völlig aus dem Ufer laufende Schere zwischen Arm und Reich. Soziale Gerechtigkeit ist ein Schlüssel beim Kampf gegen AfD und co.
@reticuleena
Joa, prinzipiell Zustimmung, aber: 🙂
Auch beim Umlagesystem würde ich gerne zustimmen, allerdings kippt mir bei diesem Thema mein Alter Ego Wasser in den Wein. 😉
Das Umlagesystem hat seinen Charme, aber wir können seit Jahrzehnten sehen, dass es uns in der Form langsam aber sicher als Zuschussgeschäft im Bundeshaushalt entgleitet. Eine Erhöhung der Einzahlerbasis verschiebt z.B. nur das Problem, eine Quersubventionierung durch andere Steuern, führt dieses System leider auch ad absurdum, wenn nicht ebenfalls Regelaltersgrenze, Beiträge oder Rentenhöhe gleichermaßen angepasst werden.
Der Vorschlag vom DIW ist z.B. auch nur eine Brücke, weil, wenn diese fortgesetzt würde, es nach ca. 40–50 Jahren effektiv zu einer Nivellierung der Unterschiede bei der Retenauszahlung führen würde.
Dann könnte man auch einfach eine Mindestrente für alle einführen.
Alternativ: Man baut die Formel beim Umlagesystem so um, dass ohne Bemessungsgrenze der Höchstbetrag z.B. gegen 10.000€ läuft, falls rechtlich zulässig.😂
@DirkBoente Ich sag ja, dass es ne dumme Idee ist. Aber die guten Ideen wollen sie ja nicht umsetzen.
@reticuleena das heißt millionaire zahlen nichts mehr wenn sie auf Rente verzichten und Häuser werden dafür nicht mehr vererbt 🤔
@Lydia Wieso heißt es das?
Es wird ja nicht individuell festgesetzt. Und natürlich gehörrn Immobilien in dir Erbmasse. Genau wie Firmen.
@reticuleena Millionäre oder Umgangssprachlich Kapitalisten haben meist keine hohen Rentenansprüche weil sie ja ihr Einkommen aus Kapital haben und nicht aus Arbeit, dagegen hat zum Beispiel eine ingenieurin genug Lohn um gut in die Renten Kasse einzuzahlen und ein eigen Heim zu besitzen. Im erbfall würde also auf dieses Haus ne hohe Erbschaftssteuer anfallen während der Eigentümer der Firma auf eine staatliche Rente verzichtet und dann keine Erbschaftssteuer anfällt.
@Lydia Ich hab ja nicht gesagt, dass damit alle Probleme gelöst wären...

@reticuleena

Die Lösung ist die Anwendung von Artikel 14 GG.
Der klassische Generationenvertrag ist Geschichte. Auch mit Zuwanderung. Insbesondere für die jetzt arbeitende Generation. Die derzeitige reale Produktivität sowie der Überreichtum sind mehr als genug, um für alle Generationen eine der erbrachten Real-Arbeitsleistung angemessene Rente zu sichern. Plus Grundversorgung für alle.
Es ist rein ein Verteilungsproblem.

@reticuleena Tolle Idee! Kennst du ein funktionierendes Demokratisches System wo man den Vorschlag mal einbringen könnte? Ich leider nicht...