Die verpflichtende Musterung als Miniabkehr von der Aussetzung der Wehrpflicht ist sinnvoll. Aber sie greift zu kurz.

Deutschland sollte eher ein „Gesellschaftsjahr“ für alle (nicht nur Männer) einführen, dass man dann entweder mit Militär- oder Zivildienst erfüllen kann. Abgesehen von dem dringenden Nachholbedarf der Bundeswehr wäre das vor allem für die sozialen Dienste in D ein Riesengewinn.

Das ganze sollte dann auch noch mit einem Grundeinkommen gekoppelt werden, das für alle gleich ist.

Ich denke nicht, dass es nötig sein, Männer zum Dienst an der Waffe zu zwingen, noch dass das eine gute Idee wäre. In so einem ganzheitlichen Modell (gemeinsam mit der verpflichtenden Musterung der Männer und einer freiwilligen für Frauen) werden sich vermutlich genug Leute für die Bundeswehr finden.

Diese würden dann auch einen besseren Querschnitt der Gesellschaft repräsentieren als derzeit, was für die Bundeswehr nur gut sein kann. Politische Bildung in der BW muss dazu noch beitragen.

@timpritlove ich finde diese Geschlechterfokussierung in Wehrdebatten fehlgeleitet. Andere Länder (Israel) zeigen wie es besser geht. Frauen sind genauso Teil des Landes wie Männer. Gleiche Rechte bedeuten auch gleiche Pflichten. Mehr Frauen im Dienst ist übrigens auch gut für die alle Beteiligten, verhindert mitunter dumme "Burschenschaft" Szenarios und reguliert das soziale miteinander. Dazu wissen wir sehr gut, dass sich Diversität in Teams so gut wie immer positiv auswirkt.

Diese pseudo-Schutzhaltung ist patriarchale Kacke und gehört aus dem Diskurs gefegt. Wenn sich Frauen gegen ihre Pflichten im Rechtsstaat aussprechen wollen ist das ihr Recht, aber sie tun sich und der Gesellschaft damit einen Bärendienst.

@odr_k4tana @timpritlove Solange Männer keine Kinder bekommen, im Sinne von gebähren und nähren, finde ich so eine Argumentation schwierig.
@andreas_tengicki @timpritlove ich hoffe du weißt, dass zum Kinder zeugen beide Geschlechter notwendig sind. Und das Problem des nährens ist seit den 80ern gelöst.
@odr_k4tana @timpritlove Ich wollte damit etwas provokant zum Ausdruck bringen, dass die Durchschnittsfrau durch Mentalload und Carearbeit bereits jetzt deutlich mehr für die Gesellschaft leistet als der (Durchschnitts-)mann.
@andreas_tengicki @timpritlove das gegeneinander aufzuwiegen ist, gerade aus demokratietheoretischer Perspektive, Quatsch. Niemand zwingt Frauen dazu, Kinder zu haben, und keiner erwartet dass Schwangere oder neue Mütter zum Dienst müssen. Wir können gerne über Rahmenbedingungen sprechen (kein Dienst für Schwangere/neue Mütter), aber das ist für die generelle Debatte nicht von Belang. Abgesehen davon bläst deine Argumentation ins selbe Horn wie diejenigen, die klare Rollenaufteilung zwischen den Geschlechtern haben wollen, nur eben leicht anders formuliert. Wenn wir eine wirklich fortschrittliche und zukunftsfeste Gesellschaft haben wollen, muss beides her: Adäquate Gewährleistung von Kinderbetreuung (was ja schon von ungefähr allen gefordert wird) plus gesellschaftlich übergreifendes Pflichtmandat zur Verteidigung bzw. sozialer Sicherung. Insofern ist das für mich alles kalter Kaffee.