IT-ler warnen seit Jahren: Microsoft zieht alles in Richtung totaler Abhängigkeit. Cloud-Zwang, Abo-Fallen, geschlossene Systeme – und am Ende liegen sämtliche Daten bei einem Konzern, der ständig Standards bricht und seine Kunden vor sich hertreibt. Behörden und Unternehmen? Statt konsequent Alternativen aufzubauen, biegen sie ihre Abläufe so zurecht, dass Microsofts nächste Zumutung gerade noch erträglich wirkt. In ein paar Jahren gibt es dann nur noch Cloud-only. Und dann? Dann wird wieder laut geklagt – aber echte Alternativen hat man trotzdem nicht aufgebaut. Das ist das eigentliche Versagen.

#ms #microsoft

/kuk

@kuketzblog das lustige ist ja das die alternativen da sind und ggf. nur angepasst werden müssten, was langfristig billiger, sicherer & besser wäre als weiterhin von Microsoft abhängig zu sein <.<
@unnon89 @kuketzblog Microsoft, die Fossilindustrie im Klimawandel.

@kuketzblog
Jammer nicht!

(Nicht du. Viele andere dĂĽrfen jammern. Hilft ihnen aber erst mal wenig.)

#ms #microsoft

@kuketzblog Microsoft ist damit nicht allein. Cloud heute ist das Unix der Achtziger. Die dicken Fische haben verstanden, dass es Zentralisierung braucht um viel Geld im Internet zu verdienen. Und alle "mir doch egal, es läuft doch" Manager laufen in die Bequemlichkeitsfalle aus der sie nicht mehr herauskommen. Und wenn die Falle zu ist, beginnt das, was @pluralistic "enshittification" nennt.
@rigo @kuketzblog @pluralistic
Cloud scheint deshalb so "attraktiv", weil man damit Verantwortung abgeben kann.
Egal was passiert, im Gegensatz zu eigenen "on-prem"-Servern ist man nicht Schuld.
Das ist sowieso die Hauptmotivation fĂĽr Manager beim Outsourcen generell.
Kostenvergleiche kann man sich dann mit beliebig geschätzten Risiken immer schönrechnen.
@kuketzblog Das stimmt so nicht uneingeschränkt. Ich kenne genug IT-ler, die gerne auf Microsoft setzen und es vehement verteidigen. Wir sollten uns nicht einreden, hier würden nur kurzsichtige Manager die Cloud gegen den Widerstand der am Ende machtlosen IT-ler durch drücken. Das ist mit nichten so pauschal.
@ck @kuketzblog Stimmt. In jedem Job gibt es Leute, die fehl am Platz sind.
@lucas111222 Wenn du deine fundamentalistische Bullshit Bubbel bestärken willst, lass mich gern da raus.
@kuketzblog Wir haben mittlerweile für alle Anwendungsbereiche Alternativen geschaffen und stellen Schritt für Schritt um. Allerdings haben wir den Exitus schon vor Trump eingeleitet. Der Weg, den die sog. Tech-Giganten eingeschlagen haben, sollte spätestens seit Corona offensichtlich sein.
Wer jetzt nicht mit der Umstrukturierung anfängt, wird dafür bezahlen - im wörtlichen Sinn.
@kuketzblog Absolut richtig. Gleichzeitig wundert man sich, dass man immer noch abhängig ist von den Industrien des 20. Jahrhunderts. Anstatt digitale Wertschöpfung direkt hier zu betreiben. Und das fast durchgehend unter der Fuchtel von den selbsternannten Wirtschaftsverstehern der Union. Für die ist nicht nur Digitales Neuland, sondern im Grunde auch Wirtschaft. Reine Kompetenzdarsteller.
@kuketzblog Eine der besten Geschichten (die niemand kennt, aber uns alle betrifft) kommt aus der Ecke Pharma / regulierte Daten: Die Vorschriften der USA (FDA: 21 CFR Part 11) und EU (Annex 11) schreiben vor, dass wer zugelassene Arzneimittel produziert die vollständige und alleinige Kontrolle über seine Daten haben muss. O-Ton eines Data Integrity-Spezialisten: Dies schliesst die Verwendung von Microsoft aus. Jeder in der Branche weiss, keiner macht was.
@kuketzblog Ach ja, Microsoft wird zum digitalen Erdgas. Tja, die Sicherheitslücken nehmen die Entscheider und Bosse billigend in Kauf. Ach und die Möglichkeit der Wirtschaftsspionage einfach wegignoriert.

@kuketzblog

Die Alternativen braucht man garnicht bauen, nur ausrollen und einsetzen.

@kuketzblog

Und das macht nicht nur Microsoft so, sondern auch Adobe, Atlassian, Autodesk, â€¦

Trump könnte mit einer Executive Order den Großteil der deutschen Industrie von jetzt auf gleich abschalten. Das ist seit Jahren klar, wird von der IT auch so kommuniziert, aber von Managern konsequent ignoriert.

@kuketzblog
Dr. Horst Baier, seit 2020 der CIO und IT-Bevollmächtigte der Landesregierung Niedersachsen Ende November auf dem IT-Symposium der niedersächsischen Landesverwaltung in Osnabrück sinngemäß so: "Digitale Souveränität ist, nicht noch abhängiger zu werden..." - und das Ziel wird, wenn es so weiter geht, nicht erreichbar sein.
Aber er steigert sich schon. 2024 war es noch sinngemäß: "Wir wollen digitale Souveränität, daher nehmen wir Microsoft..."
Beides mal starkes Gelächter im Saal...

@kuketzblog @phpmacher am geilsten finde ich immer wieder die Aussage, dass es zu teuer wäre ein eigenes Betriebssystem für Staat/Verwaltung zu erstellen.
Also erstens wäre das endlich digitale Souveränität, deren wahrer Wert sich erst in Krisen zeigt.

Und zweitens hat Deutschland 2024 etwa 160 Millionen fĂĽr Windowslizenzen in der Verwaltung ausgegeben.
Wohlgemerkt in einem einzigen Jahr!
FĂĽr 160 Millionen kann ich aber etliche Linux-Entwickler ziemlich lange bezahlen!

@[email protected]
Ja, und wesentlich kleinere Volkswirtschaften haben es ja schon gemacht und damit gespart/Abhängigkeit verringert.
Russland, SĂĽdafrika...
@[email protected] @[email protected]

Na jedenfalls sind wir in Schleswig-Holstein auf einem guten Weg. Und OpenDesk.eu.

@alexantemachina @kuketzblog @phpmacher

@kuketzblog
Leider hast du recht.
@kuketzblog Meiner Erfahrung nach WOLLEN Organisationen "Cloud-only". Die IT kommt aus der Steckdose - das ist das Versprechen von Microsoft. Man muss sich nur noch um die Anwendung kĂĽmmern.

@kuketzblog
Bei der letzten Diskussion mit der IT haben sie mich gefragt wie gut man Linux eigentlich per GPO steuern kann - oder ob man noch alles selbst scripten muss.

Fand ich eine gute Frage. Was kann man im Unternehmens Einsatz am Desktop alles vorgeben und steuern?

@MicKet
Mglw. unklug das in dieser Bubble zu sagen *duck*
Aber GPO/GPP ist schon ein ziemlich mächtiges Werkzeug, nicht nur für Microsoft- sondern auch andere Produkte. Für Windows sind das rund 4600, für Office knapp 3500 Einstellungen.
Man benutzt sicherlich nur einen Teil davon, aber es ist halt einsatzbereit vorhanden und in die Infrastruktur nahtlos integriert.
Mglw. gibt es vergleichbares auch für Linux. Das alles selbst zu scripten wäre sicherlich ein gehöriger Aufwand.
@kuketzblog

@gemini @kuketzblog
Der Gedanke den ich einbrachte war, dass man doch allenfalls einzelne Abteilungen auf Linux umstellen könnte. Daher kam halt die Frage. Aktuell sieht es also danach aus, dass für Linux ein neuer Weg der Konfiguration gelernt werden muss.

Soll halt niederschwellig sein.

@MicKet @gemini @kuketzblog GPO ist ein Punkt + AD, aber MS ist da inzwischen weit darĂĽber hinaus. Mit Intune wird ein DeviceManagement-System aus der Cloud angeboten welches Installation und Konfiguration inkl. Policies auf MS und Nicht-MS OS (Linux, macos, iOS, Android) ausdehnt (MDM). Daneben die enge Verzahnung von Office, Sharepoint, Teams und Endpoint Protection zu SIEM/XDR. Von EntraID als IDM ganz abgesehen.
Das ist schon alles sehr geschickt gemacht.
@agrantler @gemini @kuketzblog
Laut unserer IT hat MS das eher verkakt.
GPOs/cloud settings scheinen dauernd zu ändern. Funktionierende für Outlook tun plötzlich nicht mehr. Dann kommen die Apps die MS ungefragt auf den Geräten der Mitarbeiter installiert und zu unerwarteten Reklamationen führen. (Copilot, neues Outlook)
Oder Excel/Outlook das selbst nach Ausnahmen regelmässig versucht addins zu sperren, (weil es office "langsamer" macht)
@MicKet
Dass Dinge nicht so laufen wie beabsichtigt, gab es schon immer. Das betrifft alle, nicht nur Microsoft.
Bei Microsoft mag es auch daran liegen, dass die sehr viele, z.T. hochgradig integrierte Produkte haben und manchmal die rechte Hand nicht weiĂź was die linke macht.
Seitdem sie aber nur noch Cloud und KI kennen ist es schlimmer geworden, weil neue Features wichtiger sind als Fehlerbeseitigung und gefĂĽhlt weniger QM stattfindet.
@agrantler @kuketzblog
@agrantler
Klar, ist das geschickt gemacht.
Dann hat man alles schön zusammen, aber eben in der Cloud.
@MicKet @kuketzblog
@kuketzblog
Ehrlich gesagt weiĂź ich nichtmehr was mich vor 30Jahren zu #linux fĂĽhrte. Es stellte sich aber in all den Jahren heraus, dass es richtig war...
@reindeerphoto @kuketzblog oh, ich kann mich recht gut erinnern: OS/2 war auf dem absteigenden Ast – und ja, ich habe einen kurzen Abstecher zu Windows NT gemacht.
@frank @kuketzblog
NT -> neandertal technology
das war damals der Spruch:-)
@reindeerphoto @kuketzblog Ich hatte Mitte der 90er an der Uni meine ersten Begegnungen mit Unix-Workstations, und dann gab es Linux-Distributionen auf CDs vom WĂĽhltisch in der Uni-Buchhandlung.
@LordCaramac @kuketzblog
Mein erstes Linux:
SuSE August 1995 Kernel 1.2
Ich hatte mit DOS 3.2 (oder so) angefangen...
@reindeerphoto Ich weiĂź es noch: Ich wollte per Modem ins Internet, mit Windows ging das nicht gescheit. Erst die zweite Version von Windows 95 konnte es und da haben sich die Leute dann sogenannte Dialer eingefangen.
@kuketzblog Es gibt genügend Alternativen und freie Standards, wenn man sich darauf einlässt.
@kuketzblog Immerhin bewegt sich in Deutschland langsam etwas Richtung OpenDesk

@kuketzblog

Letztlich geben Microsoft und andere Unternehmen Kredite, indem sie kurzfristig Leistungen bereitstellen, die aber mit langfristigen Abhängigkeiten zurückgezahlt werden müssen. Diese Form von Schulden wird aber nirgends bilanziert, weswegen Entscheider liebend gerne die kurzfristige Perspektive optimieren.

So dröge es klingt, das ganze ist ein Buchhaltungsproblem.

https://fediscience.org/@hweimer/115428806838046734

@hweimer @kuketzblog Das ist mir zu einfach.
Es ist ein Konglomerat aus vielen Dingen.
Und die Modifikation eines Spruchs aus der IT-Steinzeit: es ist noch kein IT-Leiter gefeuert worden, weil er Software von Microsoft einsetzt.

@agrantler @kuketzblog

Ursprünglich bezog sich der Spruch auf IBM. Aber der Punkt ist, dass man sich die größten strategischen Fehlentscheidungen erlauben kann, weil die tatsächlichen Kosten solcher langfristigen Abhängigkeiten zunächst nirgends auftauchen. Sondern erst wenn es zu spät ist und die Lizenzkosten schließlich dem entsprechen, was der Kunde bereit ist zu zahlen bevor er sich Alternativen sucht. Und je tiefer die Abhängigkeit ist, desto mehr wird das sein.

@kuketzblog
Du hast Recht, und es betrifft fast alle Bereiche.
In manchen sieht man aber doch, dass der richtige Weg eingeschlagen wurde.
Hätten wir nach dem EU-verordnetem Ende der heißen Glühbirnen nicht die fiese (giftige, hässliche, …) Energiesparbirne bekommen, wäre die LED-Technik nie so schnell so viel besser geworden.
Selbiges erhoffe ich mir auch bei der E-Mobilität (nun ja, ich hoffe schon eine geraume Weile…)