@ElGrossKotzo @RitaWerner Ich denke nicht, daß es irgendeinen Sinn hat, dieses System retten zu wollen. Der Systemkollaps ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr zu vermeiden, aber damit meine ich keinen politischen, sondern einen zivilisatorischen Kollaps, dax kommende Ende des Industriezeitalters, das an den von ihm selbst verursachten ökologischen Dauerkatastrophen verreckt.
"Kollaps" hört sich natürlich ziemlich plötzlich an, es wird wohl eher ein Niedergang über viele Jahrzehnte bis weniger Jahrhunderte hinweg werden, aber die bürgerliche Demokratie wird dabei vermutlich sehr schnell über Bord gehen, noch vor dem endgültigen Untergang des kapitalistischen Wirtschaftsmodells (welches schon seit geraumer Zeit nur noch künstlich am Leben erhalten wird).
Wir haben die globalen ökologischen Wachstumsgrenzen längst überschritten, eine Schrumpfung der gesamten Weltwirtschaft ist unvermeidlich, nur wann und wie das passiert, ist noch offen. Da Kapitalismus zu seinem Funktionieren Wachstum benötigt, wird er das nicht lange überstehen. Der modernde, äh moderne bürgerliche Staat benötigt eine kapitalistische Wirtschaft zu seinem Funktionieren, von daher wird er monströs entarten und schließlich kollabieren, wenn er nicht schon vorher demontiert wird, die Oligarchen der Welt arbeiten ja schon daran, die alte Weltordnung zu beenden und zu den Cyberlords des digitalen Feudalismus zu werden; dieser wird natürlich auch nicht lange halten, weil eine moderne Industrieproduktion mit einer schrumpfenden Rohstoffbasis und zusehends instabiler werdenden klimatischen und ökologischen Fundamenten nicht aufrechtzuerhalten ist.
Es geht nur darum, wie man die Faschos kaputtmacht, wie man ihre Systeme zum Absturz bringt. Und wie man dezentral vernetzte Systeme mit möglichst vielen Redundanzen aufbaut, welche die alten Systeme beerben, wenn alles langsam wegbröckelt. Das wird nicht nur von den Faschisten bekämpft, sondern von allen möglichen Akteuren aus dem bürgerlichen Lager, weil deren Macht und Privilegien auf der Kontrolle über zentralisierte, alternativlose Systeme aufbaut, und es muß halt mit allen verfügbaren Mitteln dafür gesorgt werden, daß es alternative Systeme gibt, die keine Zentrale haben. Mini-PV-Anlagen überall sind definitiv ein Schritt in die richtige Richtung, was die Stromversorgung angeht. Die Re-Dezentralisierung des Internets, welches im Verlaufe der letzten 30 Jahre immer weiter von seiner ursprünglich dezentralen Konzeption weggedrängt wurde, ist auch wichtig, wenn wir in 20 oder 30 Jahren überhaupt noch Internet haben wollen. Redundanz, welche dem Kapital als Ressourcenverschwendung erscheint, ist notwendig für Ausfallsicherheit, und wir werden mehr davon brauchen, wenn chaotische Störungen sich kreuz und quer in allen möglichen verbundenen Systemen aufschaukeln, planetare Systeme wie Klima und Ökologie, soziale Systeme, wirtschaftliche Systeme, technische Systeme. Ein großes Rechenzentrum kann von einer einzigen Naturkatastrophe lahmgelegt werden.