Die NZZ war früher mal eine lesenswerte konservative Zeitung. Heute ist sie im rechtspopulistischen Kulturkampf verstrickt und faktenfrei unterwegs.

Beispiel von heute: Um günstigeren Strom zu haben, müsse Deutschland neue Kohle- und Atomkraftwerke bauen.

Faktencheck dazu: Schon die bestehenden, abgeschriebenen und damit günstigeren Kohlekraftwerke stehen die meiste Zeit still, weil anderer Strom günstiger ist. Und alle(!) neuen Akw in der EU produzieren Strom weit über Marktpreisen.

@ulrichkelber Und die Kosten werden ja auch nicht ehrlich gerechnet, weil sie die Ewigkeitskosten wie Endlagerung, CO2-Emission etc. nicht einbeziehen 🤷‍♂️ UND die Stromproduktion zu dezentralisieren, weg von Konzernen in mehrere Hände, scheint vielen auch ein Dorn im Auge. Klar, dass die NZZ da in diese Kerbe schlägt 🙄

@kieliscalling @ulrichkelber

Selbst die reinen Baukosten werden bei Kernkraftwerken schon nicht ehrlich verrechnet.

https://rollenspiel.social/@billiglarper/115326934762013480

@kieliscalling @ulrichkelber

Bei #Olkiluoto-3 ists halt ein bischen tricky, da der finnische Erzeuger TVO nur gedeckelte Baukosten gezahlt hat (3,2 Mrd.€), und die französische Areva auf dem Großteil der Kosten sitzen geblieben ist. Insgesamt hat der Bau wohl 11 Mrd. € gekostet. Ist bei 18 Jahren Bauzeit schwer zu sagen, auch gerade was die Finanzierung über so nen Zeitraum angeht.

https://en.wikipedia.org/wiki/Olkiluoto_Nuclear_Power_Plant#Cost

TVO gibt eh kaum Produktionskosten für OL3 raus. Aber das ist dann noch x3.

Olkiluoto Nuclear Power Plant - Wikipedia

@billiglarper Das ist schon heftig, nehmen wir mal 20 Mios (das wäre schon teuer) für EINE 10 MW Windkraftanlage an, dann kannst Dir dafür 366 Anlagen kaufen ... das wären 3660 MW vs Olkiluoto 3 mit 1600 MW ... das hat sich ja gerechnet ...
@ulrichkelber

@kieliscalling @ulrichkelber

Aber auch da ist die Rechnung komplizierter.

Ein Windpark hat nen Capacity Factor von etwa 33% (50% offshore), Tendenz steigend. Ein neues AKW einen von etwas über 90%.

Die Lebensdauer eines Windparks scheint 30 Jahre (in DE zum Beispiel recht hart wegen Nutzungserlaubnis), während ein AKW auf 40 Jahre ausgelegt ist. Und mit Ertüchtigung (etwa 1/3 - 1/2 des Baupreises?) auch auf 60 Jahre kommt.

@billiglarper @kieliscalling @ulrichkelber
Mit der mehr als doppelten Energiemenge, die ein solcher Windpark liefern würde (im Betrieb fast kostenlos, Uran-Brennstäbe müssen dagegen eingekauft und entsorgt werden) wäre das ja bereits überkompensiert: Mit dem gesparten Geld für ein zweites AKW kann man getrost nach 30 Jahren den Windpark erneuern.