Demokratie ist immer schon mehr als Wahlen. Demokratie ist immer auch demokratischer Diskurs, demokratische Ă–ffentlichkeit, mit demokratischer Meinungsbildung im zivilisierten Austausch miteinander.
Wie wichtig demokratischer Diskurs, Öffentlichkeit, und Meinungsbildung sind, wird uns derzeit dadurch vor Augen geführt, dass die dominanten Digitalplattformen genau daran scheitern. Stattdessen liefern sie Polarisierung, Echokammern, Desinformation und Radikalisierung und sind käuflich. 2/10
Der Grund für diese Situation ist, was @pluralistic treffend als „Enshittification“ beschrieben und damit zu tun hat, dass alle diese Plattformen proprietär, zentralistisch, datenkapitalistisch und werbefinanziert sind.
Soweit, so schlecht.
Trotzdem ist der Kampf um digitale Demokratie nicht verloren. Was an einem Projekt, das trotz seiner enormen, globalen Relevanz, nicht einmal ansatzweise jene Anerkennung und Aufmerksamkeit wie die kommerziellen Plattformen erfährt: Wikipedia. 3/10
Wir leben ziemlich sicher nicht in der besten aller Welten, aber Wikipedia ist der Beweis, dass wir auch nicht in der schlechtesten aller Welten leben.
Die wichtigste, globale Wissensressource unserer Zeit ist die Wikipedia. Und sie ist nicht nur in über 300 Sprachversionen verfügbar, sie ist werbefrei, läuft auf freier Software, nutzt offene Standards und freie Lizenzen. Und sie ist ganz maßgeblich für das Funktionieren von Suchmaschinen und KI. 4/10
Schon die bloße Existenz und Qualität von Wikipedia an sich ist also ein unschätzbarer Beitrag zu digitaler Demokratie.
Drei Gründe für die Qualität und Nachhaltigkeit von Wikipedia scheinen mir aber besonders geeignet, als Leitlinien zur Stärkung demokratischer Online-Öffentlichkeit ganz allgemein beizutragen:
5/10
1. Produktion von Wikipedia-Wissen ist eine demokratische, antifaschistische Praxis, die radikale Transparenz mit Pseudonymität und Dezentralität kombiniert.
6/10
2. Wikipedia ist ein Commons. Ihr Wissen gehört niemanden und genau deshalb uns allen. Das gilt auch für Demokratie: sie darf nicht käuflich sein, ökonomische und politische Macht dürfen nicht zusammenfallen.
7/10
3. Wikipedia zwingt zum Kompromiss, ihr Wissen ist - so wie Demokratie - kein Endzustand, sondern immer vorläufig, nie sicher und muss immer wieder von neuem gemeinschaftlich errungen werden.
8/10
Zur Stärkung digital-demokratischer Öffentlichkeit gilt es genau diese Prinzipien auch auf Gestaltung und Governance von anderen Online-Plattformen umzulegen - und zum Beispiel gemeinsam an dezentralen, nicht käuflichen Social-Media-Alternativen des Fediverse mitzubauen.
9/10
Mehr zum #DigitalDemocracyDay2025 samt Link zum Livestream bzw. dessen Aufzeichnung: https://zukunftd.org/digital-democracy-day-2025
10/10
Ernsthaft?
In den Bereichen wo ich mich auskenne trotzt #Wikipedia nur von Fehlern oder es wird wissentlich was weggelassen.
Selbst nach Hinweisen wirrd es nicht geändert da der Artikel Besitzer.
Selbst wenn man es mit Mathe beweisen kann
@maexchen1 ja, ernsthaft. Niemand behauptet, dass Wikipedia fehlerfrei oder perfekt wäre.
Aber kennen Sie eine bessere, real existierende Alternative? (Schlechtere fallen mir viele, viele ein. Und von den Fehlern in journalistischen Beiträgen in Gebieten, in denen man selbst über Expertise verfügt, ganz zu schweigen.)
Es ging nicht um Mathematik ansich.
Es wird behauptet "es gehen 1000 in einem Raum" wo mathematisch nachgewiesen werden kann das es nicht geht.
Bildlich gesprochen.
Der Artikel ist so geschrieben eher negativ.
Mehr als ändern oder Kommentare schreiben kann ich ihn nicht.
Selbst die Kommentare wurden gelöscht.
Wird trotzdem nicht geändert.
Abgesehen davon ist er auch noch sachlich vom Inhalt her falsch
Ausnahmen wurden zur Regel gemacht und die Regel nicht mehr erwähnt