Es gibt die Lebensgeschichten, die Anekdoten, lustige wie nachdenkliche.

Und dann gibt es die anderen Geschichten, aus dem Berufsalltag oder vom Amt

wie die eine E-Mail von einem Standesamt an der Nordseeküste, die ich vor 5 Jahren bekam, die hatte nicht einmal Flachwitzniveau:

1/x

2/x

"Des Weiteren habe lch meiner Kollegin [..] mitgeteilt, dass Sie taub sind. Meine Kollegin möchte gerne eine Bescheinigung vom Arzt haben, dass Sie sich ganz normal artikulieren und verständigen können."

Fühlte mich da bereits im falschen Film.
Und es kam nicht besser, ...
es wurde schlimmer.

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#Diskriminierung #Hörbehinderung

3/x

So wie es mir damals in 2020 fast 2 Monate lang in einem Korrespondenz-Hin-und-Her, resp. HickHack ergangen ist,

wusste ich zunächst nicht wirklich einzuordnen, mit welcher <Struktur> Beamten-Habitus ich bei dem Standesamt an der Nordseeküste zu tun hatte.

Bevor ich von #Diskriminierung oder auch von #Audismus schreibe oder spreche, was mir persönlich widerfährt, muss erst einmal ziemlich geballtes empathieloses, unwürdiges Verhalten (in diesem persönlichen Fall mir ggü) passiert sein.

4/x

#Diskriminierung

Bei jedem der vielen Telefonate und Email-Korrespondenzen die Beamtin so: "Vor Ort werde ich sehen, ob ich Sie trauen kann."

So grotesk, dass ich mit der Familie entschied, das Amt zu wechseln (wenige Tage(!) vor dem Trautermin anderes Standesamt gefunden, 450km entfernt).

So haarsträubend, dass ich erst einmal 'ins Loch fiel', allmählich wieder hoch kam, die Geschichte nur für mich niederschrieb, zunächst in Form von Notizen,

um überhaupt

klare Kante

zu sehen.

5/x

Es war so grotesk genug, um mich an den Beirat für Menschen mit Behinderungen in Cuxland zu wenden, anfangs nicht um eine Anklage willen, aber um eine dringliche Aufklärung.

Das ging dann weiter mit Einbeziehung der Antidiskriminierungsstelle Oldenburg und einem beratenden Anwalt. Kurze Zeit später wählte ich eine fachkompetente Anwältin in Leipzig.

Denn das was mir da widerfahren war, wünsche ich keinem.
Diese Geschichte sollte sich bitte für andere nicht wiederholen!

#Diskriminierung

6/x

Hier fürs interessierte Nachlesen das <sehr lange> Schreiben von mir an den Bürgermeister, in dem dieses <aberwitzige und diskriminierende> Handling der Standesbeamtin deutlich wird.

[Namen, Datum-Details sind unkenntlich gemacht, betreff. Standesbeamtin mit "Frau StB2" gekennzeichnet / zum Verständnis, warum eigtl. Berlin<>Nordseeküste: (Geburts)Heimat ist dort]

#Diskriminierung gegenüber Mm #Hörbehinderung

7/x

[Schreiben Teil 2/3]

#Diskriminierung #Hörbehinderung

8/x

[Schreiben Teil 3/3]

#Diskriminierung #Hörbehinderung

9/9

Monatelang gab es zunächst keine Resonanz, keine Rückmeldung aus der besagten Gemeinde. Inzwischen übergab ich den Akt an meine Anwältin in L.

Insgesamt 1,5 Jahre dauerte der Nachgang an. Es gab am Schluss nur noch eine Meldung, dass im Amt eine Personalnachschulung angeschoben würde. Das wars.

Ein Wort von Bedauern aus der Gemeinde, vom Bürgermeister habe ich seither nicht vernommen.

#Diskriminierung #Hörbehinderung

@untertiteleuse

Da es sich im Erleben für Dich wohl noch furchtbarer angefühlt hat, als für mich als nicht Betroffene, habe ich (die schon das Lesen aggressiv macht)! großen Respekt davor, wie sachlich Du das noch beschreiben kannst!