@stefanmuelller

Déjà-vu. Nach keinen Waschmaschinen nun keine Deos? Kurz vor der Wende und in der Hauptstadt!

Man muss ja selbst nie welche benutzt haben. Wäre aber kein Grund, anderen die Benutzung abzusprechen.

Und Duschen und Badenwannen waren meiner Erfahrung nach in der Gegend auch kein einheitliches Problem. Viele Vorderhäuser verfügten darüber standardmäßig. Bei Hinterhäusern und Seitenflügel konnten sie nachgerüstet werden. Am einfachsten mit mobilen Duschkabinen, bspw. "Ahlbeck" und "Binz".

@peer Ih, ja. Das Action-Zeug gab's. Aber das mit der Dusche war nicht so einfach. Ich habe die Wohnung von einer Frau übernommen, die ins Altersheim gegangen ist. Es gab ein Handwaschbecken in der Wohnung mit kaltem (!) Wasser. Außenklo. An der Decke noch Gasleitungen von der Gasbeleuchtung. Hat total gestunken, als ich die abgesägt habe. Ich habe dann eine Duschkabine besorgt. Die musste man bei der KWV beantragen und das war nicht einfach. Ich glaube, die kostete 3000 Mark.

@stefanmuelller

3.000 und Beantragung bei der KWV klingt eher nach geförderter Mietermodernisierung durch den Magistrat/Senat nach der Wende!? So habe ich jedenfalls bei meiner ersten Wohnung die Dusche durch Umbau der Speisekammer bekommen, außerdem noch Fester/Türen, Heizung usw.

Vor der Wende waren die Zeitungsanzeigen voll mit mobilen Duschkabinen (bzw. sind sie im DDR-Pressearchiv immer noch). Um die 500 Ostmark war ein gängiger Marktpreis, mal mehr mal weniger, teilweise mit Restgarantie oder unbenutzt (vom Laster gefallen). Von der finanziellen Größenordnung vielleicht wie eine Waschmaschine. Und auch vom Installationsaufwand: Zulauf, Ablauf, Steckdose... fertig.
Eine Genehmigung durch die KWV war dafür nicht wirklich notwendig, außer natürlich, wenn man damit günstiger, kostenlos oder einfacher an das Ding gekommen wäre.

@stefanmuelller

Unsere Wohnung in der Schönhauser Allee im Hinterhaus hatte auch nur Waschbecken mit kaltem (!) Wasser, allerdings schon Innen-WC.
Wir haben am Wochenende immer bei den Großeltern gebadet, in der Senefelder Straße.

Da wurde das Haus übrigens trotz fehldender Klingelanlage nachts abgeschlossen. Und zwar mit einem Durchsteckschlüssel, der auch Berliner Schlüssel genannt wird, wie ich durch Wikipedia erfahren habe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Berliner_Schl%C3%BCssel

Wenn mein Onkel nachts bei verschlossener Haustür zu meiner Oma wollte, musste er Steine an die Scheiben werfen, erfolgreicher bei anderen Nachbarn. Oder anrufen, von einer Telefonzelle. ...

Merke: Keine Klingelanlage -> Haustür nachts verschlossen oder nicht verschlossen