@BlumeEvolution @TheTomas
Die Karte zeigt in der Tat einen Zeitpunkt, zu dem zwischen (vereinfachend gesagt) Ost und West noch ein Gleichgewicht bestanden hat, das sich zur einen wie zur anderen Seite hätte wenden können. Kriege, unnötiges Leid und Borniertheit gab es auf allen Seiten genug, so dass uns die wenigen Ausnahmen rühmlich im Gedächtnis hängenbleiben.
Mir geht's aber eher darum, dass Karten immer mehr Einigkeit vorgaukeln als tatsächlich besteht. Das Spiel, von dem die Karte inspiriert ist (und das nicht ohne Grund Europa Universalis heißt, wenn es auch in den letzten zwanzig Jahren viel besser in Sachen globaler Repräsentation geworden ist), nennt sowas Map-Painting. Im Spiel kann man das mit unrealistisch wenig Konsequenzen machen.
In der Realität steckt immer auch etwas Propaganda irgendeiner Seite dahinter, wenn etwa die deutschen Lande und Frankreich vielfarbig und England-Wales, Schweden-Finnland und die Osmanen einfarbig erstrahlen. (Die Hersteller des Spiels sind übrigens Schweden.)
Ist natürlich vor der Moderne oftmals schwierig zu sagen, wo ein Gemeinwesen anfängt und das andere aufhört.