Im Grunde scheitert die Menschheit seit Jahrtausenden an einer sehr einfachen logischen Operation, was in unsrem Zusammenleben fatale Folgen hat:

Sie begreift nicht, dass die Negation eines üblen Gesellschaftszustands nicht automatisch ein guter Gesellschaftszustand ist.

Nur weil es "anders" wird als "Übel1", tritt nicht einfach automatisch "etwas Besseres" an die Stelle von "Übel1". Es kann sich auch um ein "Übel2" handeln, das genauso schlecht, nur anders.

#Tyrannis #Stasis

...Das Gute an Demokratie ist, dass sie Stasis und Tyrannis gleichzeitig negiert.

Die Neuzeit hingegen hat sich allein auf Negation von Tyrannis konzentriert, was paradoxerweise der genaue Grund dafür ist, warum sie immer wieder neu in Tyrannei landet.

Das Tyrannei aber ebenfalls (wie die Stasis) in sich instabil ist, lernt sie nichts aus ihrem Irrtum/ihrer Einseitigkeit.

Sie bekämpft "die Tyrannei" immer wieder neu und kann auf diese Weise nicht verhindern, erneut in Tyrannei zu landen.

...Man kann das Gleiche auch so ausdrücken:

Beim "Quis custodiet ipsos custodes?"-Problem ("Wer aber bewacht die Wächter?") gibt es nur eine einzige logische Lösung:

Zirkularität. Die Macht muss beständig zirkulieren.

Was die Neuzeit hingegen versucht, ist entweder einseitige, wenn nicht sogar ausschließliche Machtkonzentration "in einer Hand, die aber eben gut sein soll". (Tyrannis).

Oder eine instabile "Balance of Power", die zu beständigen Kämpfen um Macht führt. (Stasis)

...Solange nicht begriffen wird, dass BEIDE Zustände: Tyrannis UND Stasis ein Übel sind, und das keins davon "ein Gut" wird, nur weil es das jeweils andere negiert, gibt es keinerlei Chance auf gesellschaftlichen Fortschritt in Richtung der konsequenten Auflösung von beidem:

Demokratie

Weil dann beständig die Auflösung von Tyrannis in Stasis bzw. die Auflösung von Stasis in Tyrannis als "Lösung" gefeiert und als Fortschritt missverstanden wird.

Man schwankt beständig zwischen zwei Übeln. 🤷🏽