Vor 15 Jahren hielt ich den Widerstand von CDU/CSU gegen die schnelle Förderung des Ausbaus Erneuerbarer Energien zwar für falsch, aber noch rational wegen der Mehrkosten (trotz der klaren Aussichten auf immer günstigere Preise).

Jetzt, wo Wind/Sonne und Batterie billiger sind als Gaskraftwerke, wäre ein Ausbremsen der Erneuerbaren und Ausbau der Stromerzeugung aus Gas nur noch pure Ideologie und Bevorzugung einer einzelnen Branche, die hohe Kosten für alle anderen verursacht [1/3]

Erstens müsste man die zusätzlichen Gaskraftwerke, die ja immer seltener laufen würden (da Erneuerbare in immer mehr Stunden 100% liefern) mit hohen Subventionen regelrecht erzwingen.

Zweitens müsste Deutschland für die unnötigen CO2-Emissionen aus den Gaskraftwerken CO2-Zertifikate aus anderen Ländern kaufen. Und das wird immer teurer werden.

Das teuerste Problem aber entstünde am Strommarkt selbst [2/3]

Denn die Strompreise erhöhen sich durch mehr Gaskraftwerke und langsameren Ausbau der Erneuerbaren. Denn wenn Erneuerbare/Batterie für einen Preis von X zu haben sind und Strom aus Gaskraftwerken nur zu X+Y, dann würde jedesmal, wenn durch den gebremsten Ausbau der Erneuerbaren/Batterien Strom aus einem oder mehreren Gaskraftwerken benötigt wird, der Preis für alle(!) gelieferte Energie von X auf X+Y steigen. So funktioniert der Strommarkt, die teuerste benötigte Quelle setzt den Preis [3/3]

@ulrichkelber

Damals hat es sich um die Abwägung zwischen einer langfristigen Strategie (inklusive Ansiedlung einer Branche und Technologie-Entwicklung) und der kurzfristig gedachten Kostenüberlegung gehandelt, die ich persönlich lieber zu Gunsten der Zukunftsfähigkeit gelöst hätte.

Aus heutiger Sicht lag ich richtig. Und für heute bedeutet das selbst ohne die Zusatzargumente und auch für andere Bereiche:

Der beste Tag um einen Baum zu pflanzen war gestern, der zweitbeste ist heute.