Fahrradfahrer schwer verletzt

Bei einem Überholvorgang touchiert ein Pkw einen Radfahrer. Dieser muss schwer verletzt ins Krankenhaus.

DieSachsen.de - News aus Sachsen

@diesachsen

Was passiert ist: 65-jährige Frau fährt Radfahrer an und verletzt ihn dadurch schwer

Was berichtet wird:

"touchiert ein Pkw einen Radfahrer"
Einzig beteiligte Person? Der Radfahrer, klar. Und war ja nur touchiert.

"missglückter Überholvorgang einer Autofahrerin hat einen Radfahrer […] zu Fall gebracht"

Der missglückte Überholvorgang war's, der böse! Kann man nix machen.

"Laut Angaben der Polizei hat die […] Pkw-Fahrerin den Radfahrer […] beim Überholvorgang gestreift"

Dabei hatte die Polizei anscheinend die Akteurin sogar benannt.

"kam dabei zu Fall und verletzte sich schwer."
Klarer Fall von Selbstverletzung!

Aber das wichtigste zum Schluss:

"Am Pkw entstand ein Sachschaden von rund 5.000 Euro und am Fahrrad von ca. 500 Euro."

#carbrain #überholunfall

@flxtr @diesachsen

Immer die Frage, was man in einen Text hineinlesen möchte – oder eben nicht.

Und was man denjenigen, die den Text formuliert haben, damit unterstellt.

@caravantraveller Mir scheint, du unterstellst mir etwas?

Ich hab wörtlich zitiert. Die Formulierungen, nach denen der PKW oder der missglückte Überholvorgang zum handelnden Subjekt werden, wären in jedem Schulaufsatz rot angestrichen worden. Das sollte Menschen, die beruflich was mit Text machen, nicht passieren.

Das sind häufige Sprachmuster in solchen Artikeln, achte mal drauf.

Es gibt auch Forschung dazu, dass sich diese Sprachmuster sich auf die Lesenden auswirken. Z.B. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2590198219300727 tl;dr: Wenn man schreibt, dass das Auto den Radfahrer gestreift hat und dieser dann gestürzt ist und sich verletzt hat, lesen die Leute eben genau das.

@flxtr

"..., dass das Auto den Radfahrer gestreift hat und dieser dann gestürzt ist ..."

Genau das ist ja auch passiert. So lange es noch keine sich selbst steuernden Fahrzeuge gibt, ist aber auch allen klar, dass das Auto von einem Menschen gesteuert wurde, der für den Unfall verantwortlich ist. Für wie blöd kann man die Leute denn halten, dass sie glauben könnten, das Fahrzeug habe Schuld.

1/2

@flxtr

Und ja, der Radfahrer hat sich tatsächlich erst beim Sturz verletzt, nicht beim Touchieren durch das Auto. Aber auch das entlässt den Autofahrer keineswegs aus der Verantwortung.

Etwas grammatisch zum handelnden Subjekt zu machen, verschiebt keine Verantwortung. Als Linguist (L) widerstreben mir solche Folgerungen.

2/2

@caravantraveller Sorry, aber das hat das gleiche Niveau, wie "im generischen Muskulin sind auch alle mitgemeint"
Der Stand zur Forschung, warum diese Formulierung problematisch ist, wurde dir genannt. Sich jetzt auf Fomalismen zurückzuziehen, ist nicht besser wie bei den Menschen, die beim Thema Gendern auf die Regeln der deutschen Rechtschreibung verweisen...

@flxtr

@asltf @flxtr

Da hast du einen Treffer. Ich (L) folge nicht der ideologischen Neu-Definition von Wörtern und verweise gern auf https://zydenbos.userweb.mwn.de/gendersprache/intro.html

Das hat nichts mit Formalismen zu tun, sondern damit, das Sprache aus Sicht der Inklusion nicht unnötig verkompliziert werden sollte.

Die Schule sollte gemäß ihrem Bildungsauftrag lehren, dass das grammatische mit dem biologischen Geschlecht nichts zu tun hat.

Allein deine Formulierung "mitgemeint" sagt schon alles.

Gendersprache: Einleitung

@caravantraveller Das ist schlicht eine Verweigerung ggü. Veränderungen, die ihre begründeten Ursachen haben.
Mit der Ausrede "Das haben wir schon immer so gemacht" Dann kannst du dir auch die Teilnahem an Diskussionen sparen. Deine Position ist ja schließlich schon imemr so mitgemeint - hast also keinen Beitrag.
@flxtr