Vielleicht bin's ich, aber gefühlt findet man auf Google nichts mehr.

Ergebnisse hängen immer stärker vom Nutzerverhalten ab, gleichzeitig verschwindet das gute Zeug hinter Ads & Sponsored Links. Wir leben im goldenen Zeitalter von OpenSource und Indie-Developern. Nur finden müsste man das alles eben.

Deswegen hab ich die Lila Seiten gebaut – einen Webkatalog für freie Online-Ressourcen: https://lila.schike.de

Ich hoffe es nützt dem einen oder anderen!

#indieweb #webkatalog

Die Lila Seiten – Webkatalog für freie Tools

Freie Software, Open-Source-Programme und werbefreie Online-Tools für Deine Projekte oder einfach für den Alltag.

@schike Google hat seit Jahren die Suchergebnisse gezielt verschlechtert und mit Werbung verseucht, damit man länger scrollen muß und dabei mehr Werbung sieht.

Das ist halt die übliche enshittification auf werbefinanzierten Websites: Erst macht man die Seite echt großartig für den User, bis man eine riesige Userbasis hat, die von der Website abhängig ist. Dann scheißt man auf die User und macht die Seite echt großartig für Werbetreibende, bis man haufenweise zahlende Werbekunden hat, die nicht mehr einfach so abspringen können. Und dann scheißt man auf die zahlenden Kunden und optimiert die Seite darauf, möglichst viel Geld aus den Werbekunden herauszumelken und von allen Usern, ob zahlende oder nicht, gesammelte Daten meistbietend zu verkaufen.

@LordCaramac Hätte es nicht besser zusammenfassen können.

Und das Bedauerliche ist, dass man es einem Unternehmen nicht mal wirklich übel nehmen kann, wenn es Profit maximiert. Ich werf 'ner Katze ja auch nicht vor, dass sie Mäuse jagt.

Gutes wird schlecht gemacht und wir können nicht mal irgendwen mit Tomaten bewerfen.

@schike Kapitalismus ist am Ende, jetzt kommt der Cyberpunk-Konzernfeudalismus als Ablösung. Konzerne sichern sich Monopole und Oligopole auf Technologien und Branchen und bewirtschaften diese mit ihren Konzernleibeigenen (also mit uns Nicht-Reichen). Aktionäre und leitende Angestellte werden der neue Hochadel. Jedenfalls versuchen sie es so, aber das Industriezeitalter mit seiner High-Tech-Massenproduktion wird uns allen unter den Füßen wegbröckeln, und die Überlebenden* werden in ein dunkes Zeitalter stürzen, wo das schnellste Verkehrsmittel wieder das Reitpferd sein wird und die großräumige Organisation der Gesellschaft dementsprechend dünn. Wir werden vor dem Totalabsturz noch einiges an bizarrer Technologie sehen und natürlich auch mehr und mehr Experimente an Menschen, wenn Menschenleben keinen Pfifferling mehr wert sind, elektronische Hirnimplantate und all so'n Scheiß, aber das wird schnell enden aus Mangel an Ressourcen.

*(Ich rechne angesichts des desolaten Zustand der Biosphäre nicht mit mehr als vier bis fünf Milliarden Menschen am Ende dieses Jahrhunderts, wenn alles unglaublich gut läuft und es eine ökosozialistische Weltrevolution gibt. Kann auch gut sein, daß es nur ein oder zwei sind. In 300 oder 400 Jahren wird sich die Weltbevölkerung vermutlich auf einem sehr niedrigen Niveau stabilisiert haben, vermutlich weniger als eine halbe Milliarde, möglicherweise auch nur wenige Millionen, je nachdem, wie tragfähig die Biosphäre dann noch für große allesfressende Landwirbeltiere wie uns ist.)

All die Scheiße, die wir heute sehen, entwickelt sich beinahe zwangsläufig aus der Trägheit des zivilisatorischen Gesamtsystems, aus den sich in der Polykrisis ineinander verkeilenden konservativen Beharrungskräften in Wirtschaft, Technologie und Kultur, in der Reihenfolge. Wir sind vor Jahrzehnten mit den globalen ökologischen Wachstumsgrenzen kollidiert und befinden uns knietief im Overshoot, und jetzt kommen wir rapide an den Punkt, wo der Kaiser einfach nur noch nackt vor uns steht, wo alle sehen könnten, daß es nie wieder Wachstum geben wird und Schrumpfung unvermeidlich ist, wenn sie es denn sehen wollten. Der Glaube an das ewige Weltwirtschaftswachstum und den unaufhaltsamen technologischen Fortschritt sitzt aber so tief in vielen Köpfen, für die der Kapitalismus längst zu einer Religion geworden ist, daß sie sich weigern, das unausweichliche Ende dieses Wirtschaftssystems zu akzeptieren; lieber träumen sie von endlos nachwachsenden grünen Ressourcen, als betrieben wir nicht längst unnachhaltigen Raubbau an praktisch allen nachwachsenden Ressourcen, weil die Weltwirtschaft mehr benötigt als nachwächst. Lieber träumen wir von Asteroidenbergbau und Industriegebieten auf dem Mond, als zu akzeptieren, daß das Industriezeitalter langsam abstirbt, und daß die verbliebenen Ressourcen und die verbliebene Zeit nicht einmal mehr ansatzweise reichen, um irgendeine ernsthafte Industrie außerhalb der irdischen Biosphäre aufzubauen.

Rein hypothetisch könnte eine ökosozialistische Weltrevolution am nächsten Donnerstag den Absturz der industrialisierten Zivilisation noch sehr stark bremsen und in einen langsamen Niedergang umsteuern, aber das wird nicht passieren. Momentan rollt überall auf dem Planeten die Präventivkonterrevolution in Form verschiedenster Faschismen und sonstiger reaktionärer Nationalismen, aber auch in Form radikalreligiöser Gotteskriegerarmeen, die sich diverser Staaten bemächtigen, wie sie das etwa vor Jahrzehnten im Iran getan haben und später in Afghanistan. In Modis Indien sind die Hindu-Fundis auf dem Vormarsch, im Westen die diversen christlichen Fundis, in Afrika in unterschiedlichen Regionen christliche und muslimische Gotteskrieger mit noch ein paar Polytheisten hier oder dort; in Asien findet man auch buddhistische Faschisten. Und je mehr der allgemeine zivilisatorische Niedergang fortschreitet, je mehr Fahrt der Kollaps aufnimmt, desto radikaler und militanter werden diverse Endzeitsekten aller Art abgehen.

Unternehmen sind etwas, das auf diesem Planeten einfach nicht mehr lange existieren kann. Unsere gesamte Zivilisation kann nicht mehr lange existieren und wird enden. Entweder, wir bauen sofort eine radikal andere neue mit einer radikal anderen Kultur, mit dem Bewußtsein, Teil der Ökologie zu sein, als großer Allesfresser seine ökologische Rolle in der Landschaft zu spielen wie alle anderen Tiere auch (also eine Mentalität zu pflegen, wie man sie bei Naturvölkern findet), oder wir stürzen total ab, und die Überlebenden müssen dann, bevor sie zu neuen Naturvölkern geworden sind, erst einmal für Jahrtausende irgendwie herumkrebsen.

Für die nächsten zigtausend Jahre wird die Gattung Homo auf jeden Fall nur sehr kleine Brötchen backen, wenn sie es schafft, dem Aussterben zu entgehen. Die Biosphäre wird uns solche Extravaganzen wie in den letzten acht Jahrtausenden so schnell nicht wieder ermöglichen. Keine Hochtechnologie.

#πολυκρίσης #polykrisis #polycrisis

@LordCaramac Ich sehe das alles nicht ganz so düster, obwohl ich dir in vielen Punkten recht gebe. Die Globale Welt (und die Menschheit an sich) hat schon Unschaffbareres auf die Kette gekriegt. Die nächsten Jahrzehnte werden definitiv spannend, aber an einen Zusammenbruch glaube ich (noch) nicht.

Oder vielleicht rede ich mir das schön, kann auch sein.

Ende des Jahrhunderts lad ich dich mal auf 'nen Kaffee ein, dann können wir gemeinsam über den lachen, der heute von uns weiter daneben liegt!

@schike Der Kolaps hat längst begonnen, aber er ist so groß und gewaltig und so langsam, daß ich mit meinen 50 Jahren nicht erwarte, persönlich noch viel davon zu erleben. Der Punkt, an dem der Kollaps wirklich ernsthaft anfängt, im Alltagsleben der Mittelschicht anzukommen, liegt wahrscheinlich irgendwann um 2040 herum, da bin ich 65.