Ich wünsche jeder Person, die gegen Bürgergeldempänger*innen hetzt, dass sie selbst unverschuldet auf ebendieses angewiesen ist.

Ich selbst war vor gut 10 Jahren für ein knappes halbes Jahr aus gesundheitlichen Gründen auf Hartz4 angewiesen. Die Antragstellung war kompliziert und würdelos, der Empfang der Leistungen hat mir aber das Leben gerettet.

Der Empfang solcher Leistungen ist so schon mit Scham behaftet - die Empfangenden dann auch noch zu beschuldigen, beschimpfen und zu bedrohen ist sowohl unfair als auch würdelos für eine Solidargemeinschaft.

Kürzungen oder gar Abschaffung solcher Leistungen (in die wir schließlich ALLE gemeinschaftlich FÜR solche Fälle einzahlen!) bedeutet ein faktisches Ende der Solidargemeinschaft und den Beginn einer kapitalistischen Oligarchie, in der nur die (durch Steuerhinterziehung und Erbe bedingten) Reichen über das Wohl der Vielen Macht haben.

Du bist nicht reich durch Steuerhinterziehung oder Erbe? Dann sollte dein Interesse groß daran sein, dass unser Solidarsystem keinen weiteren Schaden erleidet.
@daswarkeinhuhn ich musste da für 2 Jahre rein weil ich kurzfristig arbeitslos war und dann in den ersten Tagen krank wurde. 2,5 Jahre krank geschrieben auf H4. Ohne Support wäre ich da nicht durchgekommen. Ich will da nie wieder hin zurück.
Wenn andere sagen Wechsel doch einfach den Job, denke ich mir immer wieder was wenn’s schief geht und ich wieder im BG lande. Das lähmt. Ich will mir nicht vorstellen wo man da noch kürzen will.
Eine ordentliche Sozialversicherung…
@daswarkeinhuhn setzt meiner Meinung nach Menschenrechte um und ist das mächtigste Werkzeug in Händen von Arbeitskraftgebenden. Ihr wollt einen funktionierenden Fallback haben wenn euer Arbeitskraftnehmer euch ausbeuten will! Und das „wenn“ könnt ihr in 99% der Fälle aus dem Satz streichen.
@ExtraFlauschig wenn die Leute endlich mal verstehen würden, dass das Gehetze und der Druck gegen ALG-II-Empfänger*innen als Drohkulisse für die arbeitende Bevölkerung gedacht ist, damit sie bloß nicht auf die Idee kommen, Forderungen zu stellen oder...OMG, sich womöglich zu organisieren 🙀
@daswarkeinhuhn
@AutisticCatLady Das ist schon immer ein Grundprinzip wie Kapitalismus funktioniert, aber es klappt so gut dass es niemals in grösserem Ausmass hinterfragt wird und daran wird sich auch nichts ändern. Insofern kann ich nur noch mit den Schultern zucken wenn das plötzlich Thema ist.